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Werlte: Methanisierungsanlage der Audi AG im Genehmigungsverfahren
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Autor: Herman Hinrichs 10. Februar 2012 07:30 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Erste Prüfschleife läuft

Werlte: Methanisierungsanlage der Audi AG im Genehmigungsverfahren

hjh Werlte. Das Genehmigungsverfahren für die von der Audi AG geplante Anlage zur Umwandlung von Windstrom in Methan in Werlte befindet sich zurzeit in der „ersten Prüfschleife“. Aktuell liegen die Antragsunterlagen bei den zu beteiligenden Behörden, die diese aber zunächst nur auf Vollständigkeit sichten. Das erklärte Walter Kulisch, Abteilungsleiter beim Gewerbeaufsichtsamt (GAA) Oldenburg, auf Anfrage.

 
In direkter Nachbarschaft zur EWE-Biogasanlage in der Gemeinde Werlte wollen der Autobauer Audi und das Stuttgarter Unternehmen SolarFuel eine Anlage errichten, die Strom in Methan umwandelt. Foto: Archiv/Hermann Hinrichs  Vergrößern

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Der Autobauer Audi mit Sitz in Ingolstadt und dessen Projektpartner, das Stuttgarter Unternehmen SolarFuel, planen auf dem Gelände der EWE-Biogasanlage in Werlte die weltweit erste Großanlage zu errichten, die aus Strom Methan herstellt. Dahinter steckt die Absicht des Autobauers, klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen. Überschüssiger Windstrom soll in synthetisches Erdgas umgewandelt werden, um damit Autos anzutreiben.

Die Prüfung der Vollständigkeit der Antragsunterlagen im Zuge des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wird laut Kulisch am 20. Februar abgeschlossen. Dann muss der Autobauer womöglich weitere Unterlagen und Gutachten nachliefern, bevor der Antrag in die öffentliche Auslegung geht. Nach Auskunft von Kulisch ist schon jetzt klar, dass Audi nicht umhinkommen wird, weitere Gutachten erstellen zu lassen, so beispielsweise eines, das sich mit dem Aspekt Lärm befasst.

Parallel zur Beteiligung der Öffentlichkeit erhalten auch die Behörden ein zweites Mal den Antrag, um ihn nun inhaltlich zu prüfen und dazu ihre Stellungnahmen abzugeben. Die interessierten Bürger indes können einen Monat lang die Antragsunterlagen beim Gewerbeaufsichtsamt und der Gemeinde Werlte einsehen und bei Bedarf dazu Einwendungen abgeben. Wann genau die Auslegung der Unterlagen stattfinden wird, ist noch nicht klar. Doch Kulisch betont, dass das Gewerbeaufsichtsamt dies – wie in Verfahren dieser Art verpflichtend – öffentlich bekannt machen wird.

„Wenn von Behörden oder Bürgern wesentliche Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden, dann wird dafür ein öffentlicher Erörterungstermin angesetzt“, beschreibt der Abteilungsleiter das weitere Prozedere. Gibt es keine besonderen Einwendungen, entfalle dieser Verfahrensschritt. Dann folgten die abschließende Bearbeitung des Antrags im Gewerbeaufsichtsamt und „eine schnelle Entscheidung“. Stehen die Vorzeichen auf eine Genehmigung günstig, könnte es auch dazu kommen, dass das Gewerbeaufsichtsamt den vorzeitigen Beginn des Baus der Anlage zulässt. „Die Audi AG hat einen entsprechenden Antrag gestellt“, so Kulisch.

Damit wäre das von den Projektpartnern selbst gesteckte Zeitziel der Grundsteinlegung im Mai dieses Jahres trotz der Kürze der Zeit noch zu erreichen. Mit dem Bau der Pilotanlage hat Audi SolarFuel beauftragt. Sie soll im Mai 2013 in Betrieb gehen. Produziert werden sollen pro Jahr rund 1,4 Millionen Kubikmeter Methan – von Audi „e-gas“ genannt – in Erdgas-Normqualität. Der Standort in Werlte wurde insbesondere deshalb ausgewählt, weil hier durch die Biogasanlage der EWE das für den Umwandlungsprozess benötigtes CO2 bereitgestellt werden kann.

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