Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

Osnabrück

|

Bima macht keine Ausnahme für Baracke 35
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

2003
Autor: Rainer Lahmann-Lammert 08. Februar 2012 19:39 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Zuletzt hat kommentiert:
Dummy_m_small
Matthias M. Donnerstag, 09. Februar 2012 10:59 Uhr

Investor muss Baudenkmal erhalten

Bima macht keine Ausnahme für Baracke 35

Osnabrück. Sie steht zwar unter Denkmalschutz, die Baracke 35 auf dem Kasernengelände an der Landwehrstraße. Aber für sie will die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) keine Ausnahme machen, wenn die ehemaligen Quebec-Barracks demnächst vermarktet werden. Eine entsprechende Bitte der Stadt hat die Bima in Oldenburg jetzt abgelehnt.

 
Ist der Zug für eine Gedenkstätte abgefahren? Die Baracke 35 auf dem ehemaligen Lagergelände in Atter. Foto: Klaus Lindemann  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Die Baracke 35 war im Zweiten Weltkrieg Bestandteil des Gefangenenlagers für serbische Offiziere (Oflag VIc). Wegen der historischen Besonderheiten hat sich der Verein Antikriegsbaracke Atter für eine Erinnerungsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände eingesetzt.

Historisch gesehen ist es zumindest sehr ungewöhnlich, dass unter den serbischen Kriegsgefangenen 400 Offiziere jüdischen Glaubens bis 1944 fast unbehelligt ihre Gottesdienste begehen durften. Das geschah in einer Zeit, als Juden aus ganz Europa in die Vernichtungslager deportiert wurden. Viele der serbischen Offiziere blieben nach dem Krieg in Osnabrück und gründeten die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde.

Die historischen Zusammenhänge sind nur zu einem kleinen Teil aufgearbeitet. In diesem Jahr soll mit Unterstützung der Stadt und der Universität ein Expertenworkshop stattfinden, um den Forschungsstand zu dokumentieren.

Absage an OB Pistorius

Nach dem Krieg übernahmen die britischen Streitkräfte das Lager Eversheide und nutzten es bis 2008 unter der Bezeichnung Quebec Barracks. Der Abzug der Briten bietet nach Ansicht des Vereins Antikriegsbaracke Atter die einmalige Chance, einen Lernort zu schaffen, um an das historische Geschehen zu erinnern und die Zusammenhänge mit Hitlers Vernichtungskrieg deutlich zu machen. Um sein Vorhaben voranzubringen, forderte der Verein nicht nur den Erhalt einer Baracke, sondern eines ganzen Ensembles. Doch das erschien der Stadt Osnabrück überzogen. Im Dezember appellierte der Rat mit einem einstimmigen Beschluss an die Bima, die Baracke 35 mit einem 2000 qm großen Areal zwei Jahre lang von der geplanten Vermarktung auszunehmen.

„Ihrer Bitte nach einer Zurückstellung der Veräußerung dieser Teilfläche kann ich leider nicht entsprechen“, heißt es in einem Schreiben von Roger Schiffer aus der bundeseigenen Immobilienverwaltung an Oberbürgermeister Boris Pistorius. Es bestehe die große Gefahr, dass nach Ablauf der zwei Jahre ein Verkauf an den Verein Antikriegsbaracke Atter nicht zustandekomme und eine Restfläche zurückbleibe, die sich nicht mehr verwerten lasse.

Christine Grewe vom Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück sieht dennoch eine Chance, die Baracke zu erhalten. Das Gebäude stehe ja unter Denkmalschutz, sagt sie. Darauf habe ein zukünftiger Investor Rücksicht zu nehmen. Und die Kulturverwaltung sei nach wie vor offen für eine projektbezogene Unterstützung. Insofern sei der Zug für eine Nutzung der Baracke nicht abgefahren.

Der Verein Antikriegsbaracke Atter ist da weniger zuversichtlich. Mit nur einem Gebäude ließen sich die Ziele kaum erreichen, erklärt der Vorsitzende Walter Gröttrup. Deshalb habe der Verein immer auf ein Ensemble von Baracken gesetzt.

Gröttrup weist darauf hin, dass es weitere Vereine und Initiativen gebe, mit denen über eine gemeinsame Nutzung gesprochen werde. Dazu gehörten der Bürgerverein Eversburg, die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde, die Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft, die Hans-Calmeyer-Initiative und der Reservistenverband.

Lesen Sie auch ...

Stadt Osnabrück scheut die Folgekosten einer Erinnerungsstätte

Osnabrück. Im Kulturausschuss gibt es wenig Bereitschaft, mehr als eine Baracke im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Eversheide zu erhalten. Der Verein... mehr

Osnabrück: Einstimmiger Ratsbeschluss zum Offizierslager Eversheide
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück setzt sich dafür ein, dass eine Baracke des früheren Kriegsgefangenenlagers Oflag VIc an der Landwehrstraße vorläufig... mehr

Bima hat es nicht mehr ganz so eilig

Osnabrück. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat es nicht mehr ganz so eilig, das 38 Hektar große Kasernengelände an der Landwehrstraße... mehr


 Mehr Lokales

 
  Leserkommentare

 
Matthias M., Donnerstag, Februar 9 um 10:59 Uhr aufgetischt werden? zahlen? Leute, ihr lest echt zu viel Bild! Was habt ihr den für ein Weltbild. Ich bin um die 30 und lasse mir von niemanden irgendeine Geschichte auftischen. Aber gerade als Deutscher hat man eine gewisse Verantwortung diese Geschichte nicht vergessen zu machen, aber so wie sich das anhört, wollen hier viele einfach nur in Ruhe gelassen werden....
Man sieht ja wo das Blindsein auf dem rechten Auge beim verfassungsschutz hingeführt hat.

 
Mister Fritz, Donnerstag, Februar 9 um 10:58 Uhr Genug ist genug Stimme Michael M. und K.D. zu. Irgendwann ist es genug.
Vergessen wird das sowieso nicht.

 
Klaus-Dieter I., Donnerstag, Februar 9 um 10:52 Uhr Geschichte Geschichte ist gut aber irgendwann ist auch gut.
Das hat nichts mit der Geschichte der anderen zu tun sonder das uns unsere eigene Geschichte immer wieder von anderen diktiert.
Unsere Geschichte soll man immer noch behalten aber wichtiger ist das Leben danach.
Ich denke es ist gut zu wissen dass wir eine solche Geschichte haben, aber sie immer von neuem aufgetischt zu bekommen?
Es recht doch langsam mal. Das soll ja nicht vergessen weder.
Jeder soll mit der Vergangenheit Leben aber andere haben nicht schwerer schuld auf sich geladen und da redet keiner drüber.
 Mehr Kommentare ansehen (7)

Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

25803236-1
Endpreis: 47.850 €
Erstzulassung: 01.11.2011
Kilometerstand: 10100 km
Motorenleistung: 176 kW
4167_1
Endpreis: 4.200 €
Erstzulassung: 01.11.1999
Kilometerstand: 137000 km
Motorenleistung: 85 kW
24928346-1
Endpreis: 17.990 €
Erstzulassung: 01.06.2007
Kilometerstand: 82700 km
Motorenleistung: 125 kW






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: