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Winterfest in Gehrde
Gehrde. Draußen herrschte bittere Kälte, drinnen wurde mit Witz, Humor und heißer Musik eingeheizt beim Winterfest der Schützengesellschaft Gehrde und der Blaskapelle Gehrde. In bunter Folge wechselten Musik- und Tanzeinlagen, Büttenreden und Schunkellieder.
Schwungvoll sorgte die Gehrder Blaskapelle unter Leitung von Peter Wiegmann für den Auftakt, ehe der Präsident der Schützengesellschaft, Andreas Karsch, das Winterfest launig eröffnete.
Dann ging es los mit einer Tanzaufführung der „Tanzmäuse“ der Bersenbrücker Karnevalsgesellschaft unter der Leitung von Astrid Riepe. Der erste Beitrag fand sofort den Beifall der Besucher.
Ihnen stand aber die nachfolgende Hip-Hop-Tanzgruppe aus Gehrde unter der Leitung von Anastasia Pfaffenrot in nichts nach. Mit „Styles & Beats“ kam sie schwungvoll-flott daher.
Eckhard Reinke trat als Erster in die Bütt, als Beobachter des Gehrder Dorfgeschehens in der Figur des „Schäfer Heinrich“ wusste er viel Amüsantes, aber auch Anzügliches zu berichten. Er bezog sich auf die moderne Skulptur, die der Kulturverein „Krabat“ dem Dorf schenken will, „eine Figur, die andere Gemeinden nicht haben wollten“, auf die vielen Wechsel im Bürgermeisteramt, auf die Wahlen zum Gemeinderat, wo „der Super-Star“ gesucht wurde und Plakate in „fremden Revieren“ zu finden waren, auf die Bildung von Ausschüssen im Rat, so schlug er „einen Ausschuss zur Bildung von Ausschüssen“ vor, auf die Eskapaden einiger Schützenbrüder, auf Flaggenprobleme in Rüsfort, auf den Diebstahl des Ortsschildes Helle und auf viele mehr oder weniger ernst gemeinte Probleme im Ort. Höhepunkt seiner viel umjubelten Darbietung war sein „Schäfer-Lied“ mit einem eigenen Text.
Mit einem eigenen Nachrichtenblatt, den „Gehrder Nachrichten“, warteten Stiene aus der Kornstraße, Hinnak und JuWeFe alias Christiane Lüssing, Vanessa Wübbelmann und Jutta Wehlburg-Fehrlage auf. Auch sie nahmen merkwürdige Begebenheiten in der Schützengesellschaft Gehrde aufs Korn, da war von einem „Zeckenangriff auf Schützenbrüder“ die Rede, seltsame „Schlüsselgeschichten“ wurden dargestellt, „Selbstgespräche mit dem eigenen Fahrrad“ waren zu beobachten, der Staffellauf des Gewerbevereins hatte mit Muskelproblemen zu kämpfen, die Verwechslungen bei Schützenbrüdern galt es auch zu berichten, die Merkwürdigkeiten bei den jüngsten Wahlen und überhaupt Freud und Leid in Gehrde waren dem Blatt zu entnehmen.
Als aufmerksame Zeitzeugin der Schützengesellschaft Gehrde in Person der „Klodette“, einer ihrem Akzent nach unverkennbar aus Osteuropa stammenden Klofrau, strapazierte Karin Boitmann die Lachmuskeln. Sie hatte Probleme mit ihrem Doktor und ihrem „Burn-out-Syndrom“, das aber auch bei Schützen zu beobachten sei. Kurse könnten Abhilfe schaffen, etwa der Lehrgang „Wie schütze ich einen Adler, der hält, wenn er fällt“.
Dass Jungen erst in der Schützengesellschaft in die „Männerwelt“ eingeführt werden, sah sie als Problem an, Geld könne man am besten in Alkohol anlegen, da gebe es 40 Prozent Rendite.
Mit ihrer Büttenrede verabschiedete Karin Boitmann sich als langjährige Kassenwartin der Schützengesellschaft, Präsident Karsch dankte ihr mit einem besonderen „Fläschenorden“, den übrigens auch die anderen erwachsenen Teilnehmer bekamen.
Bevor DJ Rolf Brell das Zeichen zum Tanz gab, zeigte die Jugendabteilung der Avantgarde Gehrde auf der Bühne ihr Können. Zum Teil rustikal gewandet, in teils stoischer Ruhe und teils bewusst unkoordiniert brachten sie den Saal noch einmal mit Tanzschritten zum Toben.
Ja, und dann gab es auch noch eine Tombola mit über 300 Preisen. Das Besondere daran: Für zehn Nieten gab es einen Beutel Kartoffeln, reihenweise sah man sie bis zum Nachhauseweg unter den Tischen verschwinden.
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