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Zeitungsboten, Handwerker und Marktleute: Bei klirrender Kälte stundenlang draußen
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Autor: Marita Kammeier 08. Februar 2012 18:18 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Eisige Zeiten mit neuen Facetten

Zeitungsboten, Handwerker und Marktleute: Bei klirrender Kälte stundenlang draußen

Melle. Eisige Zeiten mit immer neuen Facetten: Kälterekorde, eiskalte Winde, Schnee, Eis und strahlender Sonnenschein. Wer die Wahl hat, geht nur kurz an die frische Luft. Doch viele Menschen arbeiten bei diesen Minusgraden stundenlang draußen. Zunehmend härter wird die Situation auch für die Tiere.

 
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Eiszapfen am Elsewehr: Der Fluss ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere. Beheizte Waschanlage: „Das Salz muss runter“, meinte Konstantin Popp. Handwerker in der Kälte: Wilfried Hackmann dübelt die Stahlkonstruktion für das Vordach an. Autobatterien: Die Nachfrage ist zwanzigmal so hoch wie sonst, dadurch kommt es zu Engpässen. Die Entenschar auf dem Teich im Grönenbergpark versucht, eine Strecke im Eis frei zu halten. Fotos: Marita Kammeier

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„Um 7 Uhr morgens waren es minus 17,5 Grad. Warme Kleidung anziehen, zwei Unterhosen und das Gesicht dick einmummeln“, sagt Horst Ballmeyer. Jede Nacht, außer sonntags, steht er um 2 Uhr nachts auf, steigt gut gelaunt auf sein Fahrrad und radelt 17 Kilometer durch Bruchmühlen. Es folgen weitere 16 Kilometer in Wetter, die er jedoch mit dem Auto fährt. Ballmeyer ist Zeitungsbote bei der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Meller Kreisblatt trägt er aushilfsweise auch in Krukum und in Neuenkirchen aus. „Das macht Spaß bei der trockenen Kälte“, betonte er.

Früh aufstehen muss auch Jutta Brinkmann, um den Kohleofen anzuheizen. „Vor Jahren fielen in der Stadt für mehrere Stunden die Heizungen aus, da war ich fein raus“, erinnerte sie sich. „Kragen hoch und arbeiten.“ Carsten Johannsmann von der Straßenbaumeisterei arbeitet stundenlang draußen. Er schützt sich mit Helm und Ohrschutz.

„Hier läuft alles rund, keine Einschränkungen“, meldete Marc Stapenhorst von Metank in Gerden. Die Waschstraßen seien beheizt. Von den Problemen mit eingefrorenen Diesel-Fahrzeugen hörte er bisher nur in den Nachrichten.

„Seit einer Woche haben wir Lieferprobleme bei den Autobatterien“, erklärte Serviceleiter Eckhard Wübbeler vom Autohaus Pietsch. Die Kontingente von Großhandel und Hersteller seien erschöpft.

Im vergangenen Jahr fehlten die Winterreifen, jetzt seien es die Batterien. „Normalerweise wird eine Batterie pro Tag verkauft, jetzt sind es 15 bis 20“, so der Fachmann. Die Produktion laufe jedoch auf Hochtouren. Bisher blieb noch kein Fahrzeug stehen, alle Kunden wurden kurzfristig bedient.

Kuschelig warm ist es im Vorzelt von Peter Mader, der seit 38 Jahren Blumen auf dem Wochenmarkt verkauft. „Die Zwiebelblumen können die Kälte ab“, beruhigte er die Kunden.

„Die seltenen Lachmöwen sind in der Innenstadt, sie kommen nur bei großer Kälte“, berichtete Volker Tiemeyer, Vorstandsmitglied der SON (Stiftung für Ornithologie und Naturschutz). Der Fluss dürfe nicht ganz zufrieren.

Am offenen Wehr an der Mühlenstraße finden die Blesshühner, Stockenten und Gebirgsstelzen noch Nahrung. Auch der schwarz-weiß gefiederte Gänsesäger und der Zwergtaucher kommen nur bei ganz strengen Frösten zu Besuch. „Einige Tiere werden leider nicht überleben“, so Tiemeyer.

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