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Fachkräfte gesucht: Arbeitsagentur setzt auf junge Spanier
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Autor: Ludger Jungeblut 08. Februar 2012 18:16 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Partnerstädte könnten helfen

Fachkräfte gesucht: Arbeitsagentur setzt auf junge Spanier

Nordhorn/Meppen. Junge Arbeitswillige aus anderen EU-Ländern wie zum Beispiel aus Spanien sollten nach Deutschland kommen, weil sie als Fachkräfte dringend benötigt werden. Diese Auffassung vertrat Achim Haming, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhorn, am Mittwoch in einem Pressegespräch.

 
Hofft auf eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktlage: Achim Haming, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhorn. Foto: Ludger Jungeblut  Vergrößern

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Der Zuständigkeitsbereich der Agentur umfasst die Altkreise Lingen und Meppen sowie die Grafschaft Bentheim. Bei einer stabilen wirtschaftlichen Lage in den nächsten Jahren beziehungsweise leichtem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr in der Bundesrepublik von 1 bis 1,5 Prozent („wir hoffen alle, dass es wegen der Eurokrise in Deutschland nicht zu einem Einbruch kommt“) sei Zuwanderung unverzichtbar, meinte Haming.

Konkret schlug er vor, dass Städte und Gemeinden in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim Kontakt mit ihren Partnerstädten in anderen EU-Staaten aufnehmen. „Die Stadt Lingen könnte sich zum Beispiel an ihre spanische Partnerstadt Salt wenden, ob junge Leute Interesse haben, nach Lingen zu kommen. So etwas will aber gut vorbereitet sein.“ Die vor Jahrzehnten gemachten Fehler, als man Gastarbeiter nach Aufnahme der Beschäftigung alleingelassen habe, dürften sich nicht wiederholen.

Nach Angaben von Haming beträgt die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien derzeit über 40 Prozent, während sie in Deutschland glücklicherweise nur im einstelligen Bereich liege. „Insofern biete sich ein Austausch auf EU-Ebene doch geradezu an“, meinte der Experte. Unabhängig von der Notwendigkeit der Zuwanderung gelte es, weitere Problemgruppen in Deutschland aus der Arbeitslosigkeit zu holen. Dies betreffe vor allem ausländische Mitbürger.

Auch wenn der Arbeitsmarkt derzeit gute Chancen biete, sei ein gewisses Maß an Qualifizierung notwendig, damit zum Beispiel Frauen nach der Familienphase wieder eine adäquate Beschäftigung fänden.

Im Rückblick auf 2011 zog der Vorsitzende der Geschäftsführung eine ausgesprochen positive Bilanz. Nach seiner Darstellung herrscht in vielen Branchen beziehungsweise im südlichen Emsland Vollbeschäftigung. Haming: „Mit einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent erreichte der Agenturbezirk Nordhorn die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote in Niedersachsen.“ Mit einem Minus von 12,4 Prozent sei der Rückgang der Erwerbslosenzahl deutlich günstiger als im Land mit minus 8 Prozent ausgefallen. „Vor allem im Altkreis Lingen ging die Zahl der Jobsuchenden zurück. Mit 3,1 Prozent wurde für diesen Altkreis die gleiche Quote errechnet wie für den Altkreis Meppen.“ Die Arbeitslosigkeit habe damit noch niedriger als in der Grafschaft Bentheim mit 4,6 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Die Erwerbslosenquote in der Bundesrepublik betrug im vorigen Jahr 7,1 Prozent.

Eindringlich riet Haming, den Betrieben, verstärkt in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter zu investieren. Dies könne von der Agentur finanziell unterstützt werden.

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