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Der nächste Bramscher See ist schon in Arbeit
be Bramsche. Der Hasesee ist gerade fertig, da entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft bereits der nächste See. Es dauert allerdings noch, bis der genutzt werden kann: 20 bis 25 Jahre darf die Firma Hermann Dallmann hier Sand abbauen. Der sogenannte Nassabbau hat gerade begonnen.
Beim Ortstermin erläutern die Beteiligten, warum das Projekt für alle Beteiligten von Vorteil ist. Dirk Frontzeck, bei Dallmann zuständig für die Rohstoffsicherung, freut sich über den feinkörnigen Sand, der auf den Baustellen als Straßenunterbau oder im Kanalbau benötigt oder auch als Baustoff an andere Unternehmen verkauft wird. Jürgen Herpin von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis sowie Johannes Fünfzig und Wolfgang Tangemann von der Stadt Bramsche freuen sich über die sinnvolle Landschaftsgestaltung, die am Ende für den Naturschutz wertvolle Flächen bringen wird.
„Für die Stadt ist das sogar ein doppelter Gewinn. Wir sichern einem örtlichen Unternehmen Lohn und Brot und tun etwas für Natur und Landschaft“, sagt Tangemann, der allerdings betont, dass die Vergabe der Sandabbaurechte an Dallmann nach einem öffentlichen Teilnahmewettbewerb erfolgt sei.
Diese Zusammenarbeit hat sich schon beim Hasesee bewährt. Die Firma Dallmann hat die Grundstücke von der Stadt Bramsche gepachtet und zahlt einen jährlichen Abbauzins für den Sand. Die Abbaumenge werde durch ein Vermessungsbüro überwacht, heißt es in einer Informationsvorlage der Stadt. Die Flächen, auf denen im Moment noch nicht abgebaut wird, können vorerst noch wie gehabt von den Landwirten genutzt werden.
Der Abbau hat bereits mit einem kleinen See direkt an der Nordtangente begonnen. Der hier eingesetzte Saug-Schwimmbagger wird mit Strom betrieben, den ein Dieselgenerator in der Nähe erzeugt. Der steht wie alle technischen Einrichtungen eingezäunt auf einem kleinen Erdhügel, der exakt 46,2 Meter über Normalnull liegt. „Das ist hier ja Überschwemmungsgebiet“, erklärt Jürgen Herpin. Der Naturschutzexperte betont allerdings, dass dieses neue See-Projekt nicht direkt mit dem Hasesee und der Hochwasserflutmulde zu tun habe: „Da gibt es keine Verbindung. Die neuen Seen speisen sich aus dem Grundwasser.“
Der Schwimmbagger saugt ein Sand-Wasser-Gemisch an, das durch eine Leitung auf ein Sieb gespült wird. Danach landet das Gemisch auf einem asphaltierten Spülfeld, das durch Stahlplatten begrenzt wird. Hier setzt sich der Sand ab, und das Wasser fließt wieder zurück in den See. Mit einem Radlader werden hier die Lkw mit dem Sand befüllt. Ladezeiten sind montags bis freitags von 7 bis 16.30 Uhr. Die Abfahrt erfolgt ausschließlich über die Nordtangente.
Der kleine Teich als erster Abschnitt wird anschließend für den Naturschutz hergerichtet. Der zweite Abschnitt beginnt im bereits vorhandenen Hechtsee, der dann Richtung Hase erweitert wird. Die jetzt erteilte Genehmigung reicht bis ins Jahr 2036, das Tempo des Abbaus richtet sich auch nach der konjunkturellen Entwicklung, sagt Dirk Frontzeck.
Insgesamt dürfen hier 680000 Kubikmeter Sand abgebaut werden. Dazu kommen 40000 Kubikmeter Mutterboden, die entfernt werden müssen. Die fertigen Seen sollen eine Fläche von einem und neun Hektar haben, die Abbautiefe beträgt bis zu elf Meter. Der größere See wird am Ende eine Uferlinie von 1875 Metern haben. Das Naherholungsgebiet mitten in der Stadt wird dann um diesen Bereich ergänzt, denn auch wenn die Abbau-Seen nichts direkt mit der neuen Flutmulde zu tun haben, so sind sie doch Teil eines Gesamtkonzepts zum Hasesee. Die Bramscher dürfen sich also schon auf den nächsten See freuen, auch wenn es wieder einige Jahre dauern wird.
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