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Kommentar: Fragwürdige Argumentation
Osnabrück.Wer Argumente braucht, nehme eine Statistik. Es findet sich gewiss eine Zahl, die geeignet scheint, die eigene These zu stützen. Zur Not lässt sich auch etwas Unwiderlegbares hineininterpretieren. Wer sich das Positionspapier der Initiative „Lebendiges Osnabrück“ genauer anschaut, kann zu dem Schluss kommen, dass auch hier Zahlen passend zusammengefügt wurden.
Beispiel Passantenfrequenz: Das Positionspapier greift auf die Zählung der Cima-Gutachter von 2004 und 2010 zurück. Die Zahl der Passanten ist demnach in der südlichen Großen Straße um acht Prozent zurückgegangen. Aber: Zum Zeitpunkt der Zählung 2004 gab es die Kamp-Promenade noch nicht, und die Gutachter weisen im Begleittext ausdrücklich darauf hin, dass sich die Passantenströme seither an der Hamkenstraße aufspalten. Insgesamt sei die Frequenz gestiegen. Ein wichtiges Argument der Centergegner verliert dadurch seine Grundlage.
Beispiel Bauinvestition: Dass von der Investition von 180 Millionen Euro nur 8 Millionen in Osnabrück für Abrissarbeiten und Lieferung von Sand, Kies und Beton bleiben, ist reine Spekulation, wird im Positionspapier aber als Fakt präsentiert.
Beispiel Betreiber: Die Gegner sagen, das Objekt werde zu 80 Prozent an einen Immobilienfonds verkauft. Was sie ausblenden: Das Geschäftsmodell der mfi stützt sich im Gegenteil auf die Entwicklung und den langfristigen Betrieb von Centern.
Die Sorgen der Kaufleute sind ernst zu nehmen. Auch ihre Beteiligung in einem Beirat ist eine gute Idee. Aber die Argumentation, wie sie im Positionspapier niedergelegt ist, bleibt in Teilen fragwürdig.
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