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Osnabrücker Einzelhandel will Beirat für Center-Bau
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Autor: Wilfried Hinrichs 09. Februar 2012 06:01 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Arndt S. Donnerstag, 09. Februar 2012 21:50 Uhr

Kaufleute reden mit

Osnabrücker Einzelhandel will Beirat für Center-Bau

Osnabrück. Die Initiative „Lebendiges Osnabrück“ würde ein Einkaufszentrum mit 18000 Quadratmetern am Neumarkt akzeptieren. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das das Bündnis von City-Kaufleuten während eines Gesprächs mit den Ratsfraktionen von SPD und Grünen vorgelegt hat.

 
Die Initiative „Lebendiges Osnabrück“ legt in einem Positionspapier ihre Argumente gegen ein Einkaufszentrum am Neumarkt vor. Foto: Michael Hehmann  Vergrößern

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„Diese Kröte würden wir schlucken, sagte Sprecherin Herlinde Fohs. Die 18000 Quadratmeter schließen Gastronomie, Lebensmittel und Dienstleistungen ein. Die Initiative schlägt die Bildung eines Beirates mit Vertretern des Handels vor, der die Centeransiedlung kritisch begleiten soll. Einen solchen Beirat gab es auch beim Bau der Kamp-Promenade. Die Vertreter von SPD und Grünen nahmen den Vorschlag positiv auf.

Grundsätzlich bleiben die Kaufleute bei ihrer Kritik an dem geplanten Center. Es gebe keinen Bedarf an zusätzlichen Verkaufsflächen in Osnabrück, heißt es in dem 20-seitigen Papier. Denn der stationäre Einzelhandel stagniere seit Jahren und sei auch wegen des steigenden Internethandels keine Wachstumsbranche mehr.

Die Centergegner gehen davon aus, dass die Zahl der Innenstadt-Besucher in den kommenden Jahren sinken wird. Zusätzliche Verkaufsflächen würden daher nur zu einer Umverteilung der Passantenströme und des Umsatzes führen. Ein Center am Rande der Innenstadt würde die Erosion des Einzelhandels in den City-Randzonen beschleunigen. Daher sollte es das Bestreben der Politik sein, sich „auf den Erhalt bestehender Einzelhandelslagen im Kernbereich der Stadtmitte“ zu konzentrieren, so die Initiative.

Das Center hätte „nur einen Punktkontakt“ zur gewachsenen City und eine geschlossene, nach innen gerichtete Architektur. „Da helfen auch die von den Entwicklern versprochenen Hintertüren der Erdgeschossflächen nicht. Diese sind in der Praxis, weil schwer zu überwachen, immer geschlossen.“

Für die städtebauliche Aufwertung des Neumarktes wäre ein Center in der vom Investor gewünschten Größenordnung gar nicht nötig, heißt es weiter. Das Ziel könnte auch mit einem „angemessenen Einkaufscenter“ mit 15000 Quadratmetern Verkaufsfläche erreicht werden.

Der Stadt würde ein Center keinen wirtschaftlichen Gewinn bringen, sondern eher schaden, so die These der Centergegner. Sie schätzen, dass jährlich zehn Millionen Euro der Wertschöpfung aus dem Handel aus Osnabrück abfließen würden.

Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass in einem Einkaufszentrum zu 98 Prozent Filialbetriebe angesiedelt werden, die überwiegend Teilzeitkräfte auf 400-Euro-Basis beschäftigen. Laut Positionspapier liegt der Filialisierungsgrad in der Innenstadt von Osnabrück zurzeit bei 63 Prozent. Gut bezahlte Jobs gebe es nur in den Firmenzentralen, so die Centergegner. Und dorthin flössen auch zum großen Teil die Steuereinnahmen. Bei ortsansässigen Einzelhändlern blieben etwa 75 Prozent der Wertschöpfung in der Stadt. Bei Filialisten nur 25 Prozent. Es müsse aber das Ziel der Politik sein, einen möglichst großen Teil der Kaufkraft der Einwohner als Wertschöpfung vor Ort zu halten. Zu berücksichtigen sei auch, dass durch das größere Flächenangebot ein Rückgang der Mieteinnahmen zu erwarten sei.

Vom Bau eines Centers würde die heimische Baubranche kaum profitieren. Im Positionspapier heißt es: „Es wird ein Baukonzern als Generalunternehmer bestellt, der dann die eigentlichen Bauarbeiten durch einen osteuropäischen Baubetrieb durchführen lässt.“ Von den 180 Millionen Euro, die der Bau kosten soll, würden „95 Prozent“ an Osnabrück vorbeigehen.

Der Investor mfi strebt ein Center mit 22800 Quadratmeter Verkaufsfläche an. Hinzu kommen Flächen für Gastronomie und Dienstleistungen. Das ist die Größenordnung, die das Cima-Gutachten über die Verträglichkeit eines Einkaufszentrums als Obergrenze definiert. Die untere Grenze liegt laut Cima-Gutachten bei 18000 Quadratmetern Verkaufsfläche (plus Gastronomie und Dienstleistungen). Ein kleineres Center würde keine zusätzlichen Kunden aus der Region anlocken.


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  Leserkommentare

 
Arndt S., Donnerstag, Februar 9 um 21:50 Uhr Und die "Rauschen-PR-Maschine" kennt schon Details zu den Arbeitern am Bau Sorry, aber mir platzt langsam nicht nur der Kragen. Hier steckt eine Idee in der Planung und die Rauschen-PR-Maschine schreibt erneut von "osteuropäischen Arbeitern am Bau". Auch erweckt der Beitrag in der NOZ leider den Eindruck, als sei es bereits heute bekannt, dass die Arbeiter aus Osteuropa kommen. Mal davon abgesehen, dass es mich nicht im Geringsten stören würde, wenn es so kommen sollte, so kann diese "Feststellung" noch nicht entschieden sein. Ich erwarte nunmehr von den Verfassern Details zu dieser angeblichen Feststellung, dass mit "Osteuropäern" gebaut wird. In diesem Zusammenhang sollte man auch mal über die Vergangenheit des Kaufhaus L+T nachdenken, in den Jahren vor 1939. Da konnte man ähnliche Parolen hören, die in einer Flucht der Besitzer endete. Mit Angst konnte man schon immer gut die Pläne Dritter durchkreuzen. Das zum Thema der polemischen Parolen der "Kaufmannschaft" - wenig hanseatisch, diese Denkweise und politisch mehr als bedenklich - hört bitte auf !!

 
Ernst M., Donnerstag, Februar 9 um 17:13 Uhr Initiative „Lebendiges Osnabrück“ = L &T Eigentümer !!! So, und wer sich dann noch wundert, warum ein Kaufhausbesitzer sich soooo rührend um die "Lebendigkeit" Osnabrücks Gedanken macht, der glaubt auch an den Osterhasen.

Noch verlogener kann man ja gar nicht sein, als dieses Bündnis von "Kaufleuten" mit Ihrer völlig hinter allerlei Strohmännern und Briefkastenfirmen verschleiherten "Initiative", welche den Eindruck vermittelt, die Meinung von Bürgern der Statdt wiederzugeben, in Wirklichkeit aber einfach nur aus zitternden Kaufleuten besteht und finanziert wird.

Diese völlig zu Recht verängstigte und deshalb jeden Wandel verhindernde "Loge" weiss nämlich ganz genau, was ihnen blüht, wenn die Konkurrenz kommt.
Durch wesentlich leistungsfähigere, preiswertere und vor allem kundenfreundlichere Mitbewerber werden Ihnen völlig zu Recht die Kunden in Scharen weglaufen.

Wenn dem nicht so wäre, würden Sie ja nicht so vehement und mit aller Macht Alles tun, die Konkurrenz zu behindern.

 
Matthias M., Donnerstag, Februar 9 um 10:52 Uhr jetzt geht das schon wieder los... Ich dachte, es wird nun gebaut, warum dann noch mal so ein Thesenpapier. Witzig auch, dass dort die Rede von Erosion der Randgebiete gesprochen wird, aber gerade diese, nämlich Johannisstraße wird doch immens von dem Einkaufscenter profitieren. Wie auch immer, der Vorschlag eines Beirats ist gut, allerdings ist zu prüfen, in wie weit so ein Beirat auch wirklich konstruktiv ist oder ob da nur Forderungen aufgestellt werden, die sich positiv für den alteingessenen Einzelhandel auswirken.
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