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Die Grundstimmung ist positiv in Ostercappeln
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Autor: Rainer Westendorf 08. Februar 2012 17:24 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Ein halbes Jahr Oberschule

Die Grundstimmung ist positiv in Ostercappeln

Ostercappeln. Das erste Schulhalbjahr ist mittlerweile beendet. Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie hat sich die Oberschule Ostercappeln, die erste im Altkreis Wittlage, bewährt? Welche Erfahrungen haben Lehrkräfte und Fünftklässler mit der neuen Schulform gemacht?

 
Die gemeinsame Mittagsmahlzeit ist verpflichtend in der Oberschule. Foto: privat  Vergrößern

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In Ostercappeln ist die Oberschule im vergangenen Sommer zum 1. August eingeführt worden. „Wenn das so weitergeht, haben wir etwas Positives auf den Weg gebracht“, sagt Schulleiter Hans-Peter Rehme. Bei den Zeugniskonferenzen war festzustellen, dass die Leistungen der Kinder besser geworden sind. Das gelte vor allem für die Jungen, erläutert Rehme. Die schwächeren Schüler orientierten sich an den Stärkeren. Daher die besseren Leistungen. In der Oberschule gibt es in Klasse fünf – dieser Jahrgang ist im August gestartet – keine Differenzierung in Haupt- und Realschüler.

Bei der Zusammensetzung der drei fünften Klassen habe die Ludwig-Windthorst-Oberschule laut Rehme bewusst darauf geachtet, dass diese Klassen tatsächlich gemischt zusammengesetzt wurden. Es wurde also keinerlei Vorauswahl getroffen. „Es herrscht eine gute Stimmung“, das sagen auch die drei Klassenlehrerinnen des Jahrgangs fünf, Britta Siekemeyer, Daniela Klanke und Christiane Alberts.

Wie wird die neue Schulform in der Praxis umgesetzt? „Es gibt keine Vorgaben aus dem Ministerium in Hannover“, berichtet Rehme. „Wir können im Moment viele Freiheiten nutzen.“

Charakteristisch für die Oberschule ist das kooperative Lernen. Es soll differenziert gearbeitet werden. Das heißt, die Klassenlehrerinnen achten darauf, Schüler weder zu über- noch zu unterfordern. Das scheint derzeit ganz gut zu gelingen. „Der Lernklima ist besser“, hat das Kollegium festgestellt. Auch die Klassen sind mit rund 20 Schülern spürbar kleiner geworden – was das Lernen erleichtert.

Die Lehrkräfte nehmen übrigens aus eigener Initiative heraus an Fortbildungen teil, um sich auf die Oberschule und die damit verbundenen anderen Herausforderungen einzustellen. Stefan Schubert ist der didaktische Leiter an der Ludwig-Windthorst-Oberschule. Er hat gemeinsam mit Lehrern der (damaligen) Haupt- und Realschule Ostercappeln ein Konzept für die Oberschule vor Ort entwickelt. Ziel war es, bewährte Elemente beider Schulformen zu erhalten und einige Bereiche zu verbessern.

Der Unterricht in der Oberschule findet jahrgangsbezogen statt. Das heißt, dass alle Kinder unabhängig von der Laufbahnempfehlung der Grundschule auf die neuen fünften Klassen aufgeteilt werden. „In dieser Heterogenität sehen wir die große Chance, dass unsere Schüler länger mit- und voneinander lernen“, sagt Schubert.

Ab der sechsten Klasse folgt dann eine Fachleistungsdifferenzierung in den Kernfächern Mathematik und Englisch. Zudem wird Französisch als Wahlpflichtkurs angeboten. Im siebten und achten Jahrgang folgt eine weitere Fachleistungsdifferenzierung in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Im neunten und zehnten Jahrgang wird überwiegend schulzweigbezogen unterrichtet – also so wie in früheren Jahren. „Ein besonderes Augenmerk liegt auf berufsorientierenden und berufspraktischen Maßnahmen“, so Schubert. Am Ende der Klasse zehn könnten die Schüler wie bisher den Hauptschul-, den Realschulabschluss oder den erweiterten Sekundarabschluss I erlangen. An der Ludwig-Windthorst-Schule gibt es bereits ein Ganztagsangebot. Mit Einrichtung der Oberschule hat sich hier allerdings etwas geändert. Bislang war das Angebot freiwillig, an der Oberschule ist das Nachmittagsprogramm dienstags und donnerstags aber verpflichtend. „Für die beiden verpflichtenden Nachmittage gelten drei Grundsätze“, betont Schubert. So nehmen alle Schüler nach der sechsten Stunde ihr Mittagessen gemeinsam ein.

„Es macht hierbei keinen Unterschied, ob die Mahlzeit in der Schulküche bestellt oder von zu Hause mitgebracht wird“, sagt Schubert. Die Lehrer essen gemeinsam mit den Schülern. Über den Bau einer Schulmensa wird übrigens der Gemeinderat Ostercappeln in seiner Märzsitzung entscheiden. Entsprechende Gelder hat Kämmerer Rolf Lange in den Haushaltsplan 2012 eingestellt.

Zu den Grundsätzen gehört auch, dass alle Schüler zu Beginn des Nachmittagsunterrichts ihre Hausaufgaben erledigen. Zudem haben Schüler die Möglichkeit, sich dabei von den anwesenden Lehrkräften oder Tutoren – das sind Schüler aus den zehnten Klassen, die für diese Aufgabe ausgebildet worden sind – helfen zu lassen. „Es besteht also die Möglichkeit individueller Förderung“, betont Schubert.

Und schließlich wird das Nachmittagsangebot von den Lehrkräften durchgeführt, die die Schüler bereits am Vormittag unterrichtet haben. Für die Finanzierung der Lehrerstunden hat das Land gesorgt und damit seine Zusage eingehalten. Die ursprünglich ebenfalls versprochenen zusätzlichen Schulsozialarbeitsstunden sind allerdings nicht realisiert worden, merkt Hans-Peter Rehme an. Das Land Niedersachsen hat einen (finanziellen) Rückzieher gemacht.

Das Konzept des freiwilligen Ganztagsangebots, das die Schulsozialarbeiterin koordiniert, wird auch an der Oberschule fortgeführt. Neben den zwei verpflichtenden Nachmittagen haben die Fünftklässler die Chance, an zwei weiteren Nachmittagen an diesem freiwilligen Angebot teilzunehmen. Und natürlich richtet sich das freiwillige Nachmittagsangebot auch weiterhin an die Klassen sechs bis zehn.

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