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Ortstermin im Lingener Hülsekrabbenweg
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Autor: Wilfried Roggendorf 08. Februar 2012 07:29 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Anwohner bei Gestaltung beteiligen

Ortstermin im Lingener Hülsekrabbenweg

wrog Lingen. Die Ansichten über die Gestaltung sowie die Art der verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Lingener Hülsekrabbenweg gehen auseinander. Dies sehen sowohl Anwohner als auch Verwaltung so. Nun sollen bei einem Ortstermin die Meinungen ausgetauscht werden.

 
Obwohl als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, kann der Hülsekrabbenweg derzeit noch als gerade Rennstrecke dienen. Umstritten ist, mit welchen Maßnahmen dies geändert werden kann und soll. Foto: Wilfried Roggendorf  Vergrößern

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Axel Haming wohnt in der Straße, die auf der Grenze der Innenstadt zum Ortsteil Altenlingen verläuft. Er kritisiert, dass die Stadt Lingen gemachte Zusagen nicht einhalte. „Im Bebauungsplan ist vorgesehen, seitenversetzt Bäume in entsprechend großen Beeten anzupflanzen“, so Haming. Davon sei jetzt keine Rede mehr.

„Die verbindliche Festsetzung beinhaltet [...] nur die äußere Begrenzung der Trasse. Die Gestaltung selbst bleibt daher regelmäßig den Ausführungs- bzw. Ausbauplänen vorbehalten“, heißt es in einem Schreiben des Lingener Tiefbauamtes an Haming. Wenn ein Bebauungsplan keine Wirkung habe, brauche man ihn auch nicht aufzustellen, zeigt sich Haming enttäuscht. „Ich möchte, dass der Bebauungsplan umgesetzt wird und damit fertig“, fordert er.

Der Lingener Stadtbaurat Georg Lisiecki erläutert auf Nachfrage unserer Zeitung, warum die im Bebauungsplan vorgesehene Baumanpflanzung so nicht vorgenommen werden kann. „Die seitenversetzte Anpflanzung von Bäumen steht nur in der Begründung des Bebauungsplans.“ Diese sei nur eine prinzipielle Erläuterung, wie man sich die Gestaltung vorstelle, und nicht rechtswirksam. Verlassen könne sich der Bürger darauf, das verkehrsberuhigt gebaut werde, wenn der Bebauungsplan das vorsehe.

„Wir wissen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Bebauungsplans doch beispielsweise noch nicht, wo Grundstückskäufer ihre Zufahrten planen“, begründet Lisiecki, warum konkrete Gestaltungsmaßnahmen erst später getroffen werden könnten. Zudem sei die Stadt im Hülsekrabbenweg nicht frei, weil es Sachzwänge gebe, an denen die Kommune nicht vorbeikomme.

Mit diesen Sachzwängen spielt der Stadtbaurat auf Versorgungsleitungen im Bereich des Hülsekrabbenweges an, deren genaue Lage nicht in die Planungen eingeflossen sei. „Wenn sie einen Baum auf eine Leitung pflanzen, ist der Konflikt vorprogrammiert“, so Lisiecki. Aber er sieht Alternativen: Es gebe Kompromisse, zum Beispiel Pflanzbeete, auch mit hochwachsenden Sträuchern.

Beteiligung für alle

„Wir wissen, dass es bei den Anwohnern unterschiedliche Auffassungen über Art und Intensität der verkehrsberuhigenden Maßnahmen gibt“, betont der Stadtbaurat. „Alle Anlieger haben das Recht, an den Planungen beteiligt zu werden.“ Daher habe die Stadt alle Anlieger des Hülsekrabbenwegs zu einem Ortstermin am Donnerstag, 9. Februar, 16 Uhr, Ecke Hülsekrabbenweg/Ahornweg, eingeladen.

Für Haming und Hans-Ulrich Harmann, ebenfalls Anwohner des Hülsekrabbenwegs, kommt diese Beteiligung reichlich spät. Bereits im Sommer letzten Jahres habe die Stadt beispielsweise ein sogenanntes „Berliner Kissen“ mitten im südlichen Abschnitt des Weges zur Verkehrsberuhigung angebracht, ohne die Bürger zu fragen. Für Harmann ist dies eine unzulängliche Maßnahme. Man könne das Kissen bequem umfahren. „Entweder muss ein zweites Kissen her oder aber eine Einengung der Straße“, lautet seine Forderung.

Harmann und Haming sind sich darüber im Klaren, dass nicht alle Anwohner sich mit weiteren Maßnahmen anfreunden können. „Ich muss zugeben, dass die Meinungen über die Gestaltung unterschiedlich sind“, sagt Haming. Und Harmann glaubt, dass beim Ortstermin die unterschiedlichsten Ansichten aufeinanderprallen werden. Unterdessen hofft Lisiecki auf Ergebnisse: „Momentan sind keine konkreten Maßnahmen im Hülsekrabbenweg geplant. Wir warten das Gespräch beim Ortstermin ab.“

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