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Bislang kein aktiver Lärmschutz auf B 51
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Autor: Joachim Dierks 07. Februar 2012 19:53 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Marcel G. Donnerstag, 09. Februar 2012 17:41 Uhr

Bürgerinitiative fordert weiteres Gutachten

Bislang kein aktiver Lärmschutz auf B 51

Belm. Die Planfeststellung für die neue B 51/Umgehung Belm steht auf rechtskräftigen Füßen. Wenn nun einer geglaubt hat, das Thema sei durch und tauge nicht mehr dazu, bürgerschaftliche Emotionen auszulösen, so wurde er beim Info-Abend zum Thema Lärmschutz im Saal Lecon eines Besseren belehrt. Anwesende Ratsherren mussten sich teils heftige Vorwürfe gefallen lassen, weshalb sie nicht das ganze Ausmaß der akustischen und optischen Beeinträchtigungen durch die auf einem hohen Damm verlaufende, autobahnähnlich ausgebaute Straße publik gemacht hätten.

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Die Bürgerinitiative hatte auf Mikrofon und Lautsprecher verzichtet. Ihr Sprecher Bernd Helms gestand ein, dass man vielleicht mit 25 bis 30 Interessenten gerechnet hätte, nicht jedoch mit den rund 150 Belmer Bürgern, die sich schließlich im Saal einfanden. Helms wertete es zunächst als Anfangserfolg der frisch gegründeten Bürgerinitiative, dass sie auch am „Runden Tisch Lärmschutz“, der kürzlich im Rathaus tagte, Platz nehmen durfte, obwohl die Verwaltung sie nicht eingeladen hatte. Auch zeigte er sich erfreut, dass alle Fraktionen im Gemeinderat hinter dem Ziel eines verbesserten Lärmschutzes stünden.

Einige Kräfte würden die Zusage eines zufriedenstellenden Lärmschutzes zur Vorbedingung für den Bau der Umgehungsstraße erheben, referierte Helms aus der Sitzung des Runden Tisches. Andere, wie etwa Ratsherren der CDU, hätten die Meinung vertreten, dem Baubeginn keine Steine in den Weg zu legen und erst nachrangig besseren Lärmschutz zu fordern. Er, Helms, sehe das genauso wie der Moderator des Runden Tisches, der frühere nordrhein-westfälische Verkehrsminister Ernst Schwanhold (SPD). Der habe immer wieder klargemacht, dass es nicht um ein Ja oder Nein zur B51n gehe, denn sie verfüge seit 2010 über Baurecht. Ziel könne nur sein, mit Bahn und Straßenbaubehörde im Konsens einen besseren Lärmschutz auszuhandeln. Dafür benötige die Bürgerinitiative ein möglichst „machtvolles Mandat“ der Bürger. Eine Unterschriftenaktion sei geplant.

Zur langen Geschichte der Planung einer Umgehungsstraße referierte Landwirt Wolf Jost als Mitgründer der Initiative. Seit 1974 sei die Linienführung fast parzellengenau wie jetzt planfestgestellt in der Diskussion, seit 1977 sei sie fixiert. Auch der „autobahngleiche Querschnitt“ und das mögliche Tempo 130 seien von Anfang an festgeschrieben gewesen. „Man hätte alles wissen können, man hätte viel eher reagieren müssen“, sagte er mit einem Vorwurf in Richtung Politik, „24 Stunden Autobahngeräusche auf einem bis zu neun Meter hohen Wall sind ohne Lärmschutz nicht zumutbar“, rief er unter kräftigem Beifall der Anwesenden aus.

Christoph Siebe, für die UWG im Gemeinderat, stellte das Höhenprofil der 4,5 Kilometer langen Trasse vor. Da sie zweimal die Bahnlinie überquere, sei eine Dammführung notwendig. Im Bereich von Marktkauf etwa sehe das dann so aus: Auf Geländeniveau verlaufe die Haster Straße, darüber werde die Bahn geführt, und noch einmal vier Meter höher als die Schienen liege die B51n, sodass ein insgesamt 9,5 Meter hoher Damm aufgeschüttet werden müsse. Der Hubsteiger, den Siebe ausgeliehen hatte, um von oben demonstrative Fotos zu schießen, hätte nicht so hoch gekonnt.

Einige Bürger fragten nach den schallmäßigen Auswirkungen, wenn zwar die Straße Lärmschutz bekäme, die Bahn aber nicht mitzöge. „Werden dann die Geräusche von 120 Zügen pro Tag noch lauter, weil sie von der Lärmschutzwand reflektiert werden?“, wollte eine Dame wissen. Helms antwortete, daran zeige sich, dass nur eine integrierte Lösung für Bahn und Straße sinnvoll sei.

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  Leserkommentare

 
Marcel G., Donnerstag, Februar 9 um 17:41 Uhr Zeitgemäß? Ich finde den Kommentar von Rainer zutreffend. Jedoch ist der moderne Straßenbau OHNE Lärmschutz nicht mehr zeitgemäß. Ich wohne selbst in Belm, in unmittelbarer Umgebung der aktuellen B51 und weiß, welch Alarm dort herrschen kann. Ich persönlich werde unabhängig vom Lärmschutz definitiv entlastet, jedoch finde ich den Neubau ohne Lärmschutz einfach nicht in Ordung.

 
Matthias M., Donnerstag, Februar 9 um 16:25 Uhr Vielen Dank für diesen sehr interessanten und ausgewogenen Kommentar!

 
Rainer P., Donnerstag, Februar 9 um 15:33 Uhr Viel Lärm Bürgerversammlung gegen den Lärm der Bundesstraße 51 neu.
Als Teilnehmer dieser Veranstaltung möchte ich zu dem Bericht in der NOZ Stellung beziehen. Ich wohne selbst in dem Neubaugebiet Up de Heede im Obergeschoss eines Neubaus.
Bevor ich mich entschlossen hatte, dort zu bauen, habe ich Kenntnis genommen von dem Lärm der Deutschen Bahn und der B 51 alt. Schon vor 3 Jahren wurde ich informiert, dass die Planungen für die neue B 51 bald abgeschlossen wurden und womöglich mehr Lärm auf mich zukommen würde. Ich habe den Bau der Straße akzeptiert. In der Berichterstattung der NOZ lässt sich meines Erachtens ergänzen, dass zwar bei dieser Bürgerversammlung Information vorgetragen wurden, die die neue Straße betreffen, doch waren sie sehr einseitig, sieht man vom Moderator einmal ab.
Auch steht in Ihrem Bericht nichts über die Zuständigkeit von Politik und Verwaltung. Aggression und Polemik der ehemals interessierten Teilnehmer entstanden aus dieser einseitig vorgebrachten Information der Straße.
Belm selbst und vor allen sämtliche Mitglieder des Gemeinderates hatten zu den Entwürfen dieser Bundesstraße über die ganzen Planungsjahre hinweg lediglich Eingaberechte, genauso, wie sie die Bürger und betroffenen Landwirte auch hatten.
Geplant hat nämlich der Bund und nicht der Belmer Gemeinderat. Jetzt so einseitig vorzutragen erzeugte Aggressionen. Als Ventil wurden sich die anwesenden Mitglieder des Rates ausgeguckt. Ihnen wurde Fahrlässigkeit im Umgang mit Informationen und zur Lärmentwicklung vorgeworfen. Hier sehe ich aber auch jeden einzelnen selbst in der Verantwortung. Man baut häufig nur einmal im Leben. Jetzt Ratsmitgliedern mangelnde Öffentlichkeitsarbeit zu unterstellen, trifft meines Erachtens nicht den Kern. Wenn ich mir vor dem Kauf eines Grundstückes nicht selbst gründlich einen Überblick verschaffe, kann ich davon nicht ablenken und jemand anderen dafür verantwortlich machen. Jeder, der in diesem Baugebiet gebaut, gekauft oder sonst Wohneigentum genommen hat, hätte wissen können, dass es die B 51 neu alsbald gibt. Weder die Belmer Verwaltung noch die NLG haben jemals auf Nachfrage gesagt, dass ein Lärmschutz an der neuen Straße errichtet wird.
Nichtsdestotrotz sollte jetzt versucht werden den optimalen Lärmschutz für alle Beteiligten zu erlagen. Vermutungen sollten zu fundierten Tatsachen ausgebaut werden. Erst danach kann auf einem anderen Niveau für diese Sache gekämpft werden.


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