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Ein Kuckucksnest für Gehrde
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Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt 07. Februar 2012 16:26 Uhr

Großtagespflege

Ein Kuckucksnest für Gehrde

Gehrde. Seit mittlerweile drei Jahren gibt es die private Kindertagesgruppe „Kuckucksnest“. Die Einrichtung ist für die Gemeinde Gehrde wichtig: zehn Betreuungsplätze kann die Tagespflege anbieten. Zusammen mit der Kleinkindgruppe des Kindergartens Gehrde und einigen Tageseltern decken sie damit den lokalen Betreuungsbedarf von Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren decken.

 
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Das Kuckucksnest bietet seit drei Jahren Großtagespflege. Der Spielplatz des Kuckucksnests in Gehrde, der unter der Leitung von Martina Escher und Beate Ebbeke steht. Fotos: Janina Hammig

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Der Bedarf an Krippenplätzen wird immer größer, das bestätigen auch die Betreuerinnen Beate Ebbeke und Martina Escher aus dem Kuckucksnest. Vor allem der Wunsch von Müttern, nach der Elternzeit schnell wieder in ihren Beruf einzusteigen, ist Grund für diese Entwicklung.

Der Kindergarten kann die Betreuung von Kleinkindern im Alter ab einem Jahr nur begrenzt zusätzlich leisten. Wenn also Großeltern und andere Verwandte nicht einspringen können, braucht das Kind eine andere Betreuungsform. Diese wird beispielsweise von Tagesmüttern angeboten. Hier können Kinder, die für den Kindergarten zu jung sind, nicht nur unter pädagogischer Aufsicht spielen, zudem können die Tagesmütter sich häufig besser dem zeitlichen Ablauf der Eltern anpassen, zum Beispiel eine Nachmittagsbetreuung anbieten.

Das Kuckucksnest ist ein Ergänzungsangebot, das genutzt und auch vor Ort gebraucht wird. Dort verbringen zurzeit 13 Kinder ihren Vormittag, alle sind zwischen eineinhalb und drei Jahren alt. Betreut werden sie von Heilerziehungspflegerin Beate Ebbeke und Erzieherin Martina Escher. Beide sind ausgebildete Tagesmütter. Gemeinsam haben sie sich zu einer „Großtagespflege“ zusammengeschlossen – das ermöglicht ihnen, zehn Kinder auf einmal in einer Gruppe zu betreuen. Außerdem springen die Tagesmütter Andrea zur Lage und Bernadette Loxterkamp bei Krankheit oder Urlaub ein.

„Unsere Abläufe ähneln denen eines Kindergartens“, erklärt Beate Ebbeke das Prinzip. Allerdings sei alles kleiner und überschaubarer.

In der Tat fällt die Atmosphäre sofort auf: Ausgesprochen gemütlich ist der Tagesraum mit Ofen, Kindertischen, Kuschelecke und Spielhaus mit zweiter Ebene eingerichtet. Auf dem Tisch steht immer eine Schale mit frischem Obst. An den Fenstern hängen Karnevalsmasken, die Kinder dürfen beherzt mit Knete experimentieren oder zu Themen wie „Die vier Jahreszeiten“ Bilder malen.

„Die Arbeit mit Kleinkindern erfordert einen ganz anderen Betreuungsschlüssel“, betont Martina Escher. So müssen viele Kinder noch gewickelt werden, und natürlich braucht es intensive Nähe zur Bezugsperson. Das Kuckucksnest soll auf den Kindergarten vorbereiten, in einem geschützten Umfeld an den Kindergartenalltag gewöhnen.

Mit sehr viel Engagement und Eigeninitiative haben Ebbeke und Escher die Tagespflege aufgebaut. Trotzdem gibt es auch im Kuckucksnest „Baustellen“. Das liegt vor allem daran, dass der privaten Einrichtung im Gegensatz zu Kindergärten kein Budget – keine staatliche Finanzierungshilfe – zur Verfügung steht.

Den Investitionskostenzuschuss vom Land Niedersachsen für den Aufbau der Tagespflege nahmen die Erzieherinnen nur teilweise in Anspruch. Hätte die Betreuung keinen Erfolg gehabt, wären die Erzieherinnen zur Rückzahlung verpflichtet gewesen – ein Risiko. Deshalb sind viele Teile des Mobiliars gebraucht: Die Spielebene etwa stammt aus dem Alfhausener Kindergarten, und die Küche wurde in Ankum ausrangiert. „Die Einrichtung ist natürlich noch in Ordnung. Trotzdem ist es anstrengend, gänzlich ohne Zuschüsse auskommen zu müssen.“ Entmutigen lassen sich die Erzieherinnen dadurch nicht.

Ein weiterer Raum unter dem Dach wird gerade als Tobe- und Turnzimmer hergerichtet – am Wochenende, mithilfe von Ehemännern und Eltern der Kinder.

Das Kuckucksnest ist die erste Großtagespflege in der Samtgemeinde Bersenbrück. „Durch Regina Bien haben wir immer Unterstützung und guten Rat erfahren.“ Die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück habe bei der Verwirklichung des Kuckucksnests sehr geholfen.

Jetzt haben Beate Ebbeke und Martina Escher bei der Gemeinde einen Antrag auf Kostenbezuschussung gestellt. Von dem Geld soll der Spielplatz vor dem Haus aufgebessert werden. Außerdem fehlen in der „Forscherbude“ elementare Spielsachen wie Schaufeln und Eimer zum Experimentieren mit Sand und Wasser.

Der Ausschuss für Familie, Soziales und Bildung sieht durchaus die Leistungen des Kuckucksnests. Bürgermeister Günther Voskamp (Grüne) betonte die Bedeutung der Tagesstätte als Ersatz für eine Krippe. Trotzdem ist die Haushaltslage katastrophal, Sparen heißt die Devise.

Von daher fließt jetzt erst einmal ein Zuschuss in Höhe von 250 Euro statt der beantragten 500 Euro. Zudem ist nun ein Besuch im Kuckucksnest geplant, um die Sachlage einzuschätzen.

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