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Hilter: Ein Schritt auf dem Weg zum Kunstrasen
Hilter. Hilter wartet sehnsüchtig auf den Kunstrasenplatz. Aber wann wird er gebaut? Für die Gemeinde gilt es, einen Kompromiss zwischen Wünschenswertem und finanziell Verantwortbarem zu finden. Auf diese Formel brachte Frank Baumann die Problematik in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Jugend und Sportausschusses.
Geht es nach dem Willen des TuS Hilter, dann soll der Kunstrasenplatz so schnell wie möglich realisiert werden. So hatte der Verein an die Gemeinde einen Antrag auf Vorziehung der Bezuschussung für die Baumaßnahme gestellt und dies gleich mehrfach begründet: Die Entwicklung in den Nachbargemeinden führe zu einem immer größer werdenden Wettbewerbsnachteil, der Rasenplatz an der Deldener Straße würde überbeansprucht, dem Verein entstünden zusätzliche Kosten mit Blick auf den erhöhten Pflegeaufwand, und die Sportler seien mit den Platzverhältnissen zunehmend unzufrieden.
Diesen Faden nahm Detlef Wiesmeier (SPD) in der Sitzung sogleich auf. Entgegen dem Verwaltungsvorschlag, wonach jeweils 100000 Euro in die Haushalte 2014 und 2015 eingestellt werden sollen, forderte der SPD-Sprecher die Einstellung der kompletten Summe in 2014.
Neben dem auch vom TuS Hilter angeführten Wettbewerbsnachteil führte Weismeier in erster Linie drohende Mehrkosten an, sollte sich der Bau verzögern. Derartige Folgekosten könne der TuS Hilter nicht tragen. Mit seiner Zusage, sich mit bis zu 220000 Euro in Form von Geld- und Arbeitsleistung an der Gesamtmaßnahme zu beteiligen, sei das „Ende der Fahnenstange“ für den Verein erreicht, äußerte sich Wiesmeier: „In Borgloh war es einfacher, obwohl die finanzielle Situation nicht so dramatisch war. Warum nicht auch in Hilter?“
Frage des Zeitpunktes
„Wir sind nicht generell gegen den Bau des Kunstrasenplatzes, ganz im Gegenteil. Es geht nur um den Zeitpunkt“, fügte Beate Krüger (CDU) an. Allerdings stelle sich die finanzielle Situation für die Gemeinde heute schlechter dar als bei der Einbringung des Haushaltes, gab sie zu bedenken. Von daher sei eine Splittung des Zuschusses in 2014 und 2015 sinnvoll.
„Aber wenn wir die Maßnahme nicht vorziehen, wird es am Ende noch teurer“, beharrte Wiesmeier. Er rechnete vor, dass jedes Jahr Verzögerung Mehrkosten von fünf Prozent nach sich ziehen würden. Hinzu käme ein erhöhter Pflegeaufwand für die vorhandenen Spielflächen. Nicht zuletzt gehe es um den Stellenwert der Sportvereine und die Frage, was sie der Gemeinde wert seien, betonte Wiesmeier.
„Es geht nicht generell um die Realisierung“, warf Silke Herden (CDU) ein, „aber die Gemeinde muss die Finanzen im Auge behalten, eine Netto-Neuverschuldung kann sich die Gemeinde nicht leisten.“
Bei zwei Gegenstimmen einigte sich der Ausschuss am Ende darauf, die komplette Zuschusssumme von 200000 Euro in den Haushalt für 2014 einzuplanen: „Als moralische Verpflichtung“, wie es Fachbereichsleiter Ulrich Rüter formulierte. Wiesmeiers Vorschlag, die Summe als Verpflichtungsermächtigung – also als feste Zusage – einzuplanen, fand allerdings keine Mehrheit.
In der anschließenden Bürgerfragestunde äußerte Sascha Rieger die Befürchtung, dass jugendliche Fußballer aus Hilter abwandern könnten, wenn der Kunstrasen noch länger auf sich warten lasse. Engpässe im Erwachsenen-Bereich könnten die Folge sein.
Mit den Worten: „Wir haben heute einen wesentlichen Schritt getan“, lenkte Bürgermeister Wilhelm Wellinghaus ein. Mit der Empfehlung des Sozial-, Jugend- und Sportausschusses wird sich alsbald der Finanzausschuss befassen, ehe der Rat endgültig entscheidet.
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