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Bramscher Krankenhaus steht immer noch vor großen Herausforderungen
Bramsche. Die Erlöse des Bramscher Krankenhauses sind seit der Übernahme durch die Niels-Stensen-Kliniken um fast 25 Prozent gestiegen. Dennoch klaffe die Schere zwischen den Kosten und Erlösen weiter, teilte die Krankenhaus-Geschäftsführung am Montag mit. In einer Mitarbeiterversammlung hat sie sich unvermindert fest zum Erhalt des Hauses bekannt, „weitere Arbeitsverdichtung“ oder einen „Verzicht auf Lohnbestandteile“ durch die Mitarbeiter aber nicht ausgeschlossen.
Die Schließung der Kurzzeitpflege und der Umbau der Station zur Abteilung, eine neue Chefärztin für die Innere Medizin, der Aufbau der Abteilung Geriatrie, der Aufbau des „qualifizierten Entzugs“ inklusive Umbaus und Renovierung der dazugehörigen Station, der Ausbau der Unfallchirurgie, die Neustrukturierung der Notfallaufnahme zur Zentralen Patientenaufnahme nach dem Umbau – Krankenhausgeschäftsführer Ralf Brinkmann und Werner Lullmann, Geschäftsführer des Niels-Stensen-Verbundes, führen eine lange Liste mit Maßnahmen, die am Bramscher Krankenhaus seit der Übernahme vor knapp zwei Jahren durchgeführt wurden.
Zudem habe das Haus eine Praxis für Ergotherapie gekauft, die Küche modernisiert, den OP-Bereich saniert sowie zahlreiches Instrumentarium angeschafft. Dazu seien insgesamt 17 neue Stellen geschaffen und mit qualifiziertem Personal besetzt worden. Seit letztem Oktober sei es gelungen, alle Assistenzarztstellen mit fest angestellten Mitarbeitern zu besetzen, teilte die Geschäftsführung mit.
Dass die Akzeptanz des Krankenhauses in der Bevölkerung und bei den niedergelassenen Ärzten gestiegen sei, entnimmt die Krankenhausleitung den Fallzahlen. Waren es im Jahr 2009 noch 3916 Fälle, stieg diese Zahl im Jahr 2011 auf 4333. Sei die Belegung im Durschnitt um zehn Prozent gestiegen, habe die Schwere der behandelten Fälle sogar um über 20 Prozent zugenommen, zieht Krankenhausgeschäftsführer Brinkmann Zwischenbilanz.
Die qualitativ höhere Leistung, die erbracht werde, schlage sich klar darin nieder, dass das Haus im Durschnitt zu 85 Prozent belegt sei. Bei 100 Planbetten sind das 85 Patienten – eine Zahl, die die Krankenhausleitung kurzfristig auf 95 steigern und verstetigen will – vor allem vor dem Hintergrund, dass das Haus mittlerweile Kapazität für 117 Patienten habe. Die Zahlen gäben allen Grund zu Optimismus, allerdings habe man sich schon ein paar Patienten mehr gewünscht. Das „internistische und chirurgische Potenzial“ sei in Bramsche „noch nicht ausgeschöpft“, sagten Brinkmann und Lullmann.
In der Versammlung am Montag haben sie die Mitarbeiter um Unterstützung auf diesem Weg gebeten und angekündigt, dass jetzt abgewartet werden solle, wie das erste Quartal liefe, um dann darüber zu verhandeln, wie es weitergehe.
Der Verzicht auf Vergütungsbestandteile sei eine Option. Zuletzt hatte es das unter der Trägerschaft der Johanniter gegeben. Dagegen setzt die Krankenhausleitung das kurzfristige Ziel, die Fallzahlen um weitere zehn Prozent zu steigern.
Noch keine Signale gibt es derzeit aus dem niedersächsischen Sozialministerium, wo ein Antrag des Bramscher Krankenhauses über 12 Millionen Euro auf seine Bewilligung wartet: 10,5 Millionen Euro für den Neubau des Bettentraktes, die Sanierung der Intensivstation sowie die Einrichtung einer Intermediate Care Station plus 1,5 Millionen Euro für einen neuen Eingangsbereich.
Die Freigabe für die Planungen hatte sich die Krankenhausleitung bereits im Dezember erhofft. Nun setzt sie aber fest darauf, dass das eintrifft, was man in Hannover versprochen habe: dass das Bramscher Haus Thema des nächsten Planungsausschusses ist. Mit dieser Sitzung rechnet Lullmann zwischen Ostern und Mitte Mai. Und was wäre, wenn es kein Geld aus Hannover gäbe? „Dazu gibt es keine Alternative“, sagt der Geschäftsführer des Niels-Stensen-Verbundes knapp.
„Mit Bedauern“ teilte die Krankenhausleitung außerdem mit, dass der leitende Oberarzt der Inneren Abteilung, Peter Mailänder, das Haus auf eigenen Wunsch verlasse. Er habe dem Krankenhaus auch in sehr schwierigen Zeiten wertvolle Dienste geleistet, wofür ihm großer Dank gebühre.
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