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Sechs Feuer an einem Wochenende
swa/hin/pm Osnabrück. Siebenmal wurden die Feuerwehren am Wochenende zu Löscheinsätzen gerufen. In den meisten Fällen war Brandstiftung die Ursache, wie die Polizei am Sonntag meldete. In einem Fall handelte es sich um einen Fehlalarm. Der größte Schaden entstand im Container des Kinderhortes am Kurt-Schumacher-Damm, der in der Nacht zum Sonntag ausbrannte.
Personen kamen bei allen Einsätzen nicht zu Schaden, sieht man von den blauen Flecken ab, die sich die Feuerwehrleute durch Stürze auf gefrorenem Löschwasser zuzogen. Das für solche Fälle mitgeführte Tausalz war nach dem dritten oder vierten Einsatz aufgebraucht.
Das Feuerprotokoll dieses Wochenendes:
1. Sutthausen: Kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Samstag werden die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Sutthausen durch den Wachdienst zur Sparkasse in Sutthausen gerufen. Der Alarm stellt sich jedoch vor Ort als technischer Defekt heraus.
2. Güterbahnhof: Als die Feuerwehr diesen Einsatzort gerade verlassen will, wird sie von der Leitstelle zu einem Kellerbrand in der ehemaligen Güterabfertigung geschickt. Da die Freiwilligen der Feuerwehr Sutthausen sowieso schon alarmiert sind, fahren sie gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr die neue Einsatzstelle an. Dort brennen in einem verwinkelten Keller Müll und Unrat, es werden zwei Trupps mit Atemschutzgeräten zur Brandbekämpfung eingesetzt. Da zu befürchten ist, dass sich in dem Keller Obdachlose aufhalten, wird er vorsichtshalber komplett abgesucht – allerdings ohne Ergebnis.
3. Lagerschuppen: Als auch hier die Feuerwehrleute gerade abrücken wollen, werden sie von der Leitstelle und Augenzeugen zu einem weiteren Brand in einem Lagerschuppen am Güterbahnhof gerufen – keine 200 Meter weiter entfernt. Dort brennen Hunderte von Fahrradreifen, Papier und Fahrräder mit einer enormen Rauchentwicklung. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Sutthausen gehen mit zwei Trupps unter Atemschutzgeräten gegen das Feuer vor und löschen es. Die Polizei geht davon aus, dass beide Brände am Güterbahnhof vorsätzlich gelegt worden sind.
4. Domschule: Auch das vierte Feuer der Nacht geht offenbar auf Brandstiftung zurück. Es brennt der Pavillon auf dem Schulhof der Domschule. Die Berufsfeuerwehr ist gerade erst wieder vom Einsatz am Güterbahnhof zurück, da müssen die Löschtrupps schon wieder raus. Das schnelle Eingreifen verhindert, dass der Pavillon komplett abbrennt. Den Schaden schätzt die Polizei auf 5000 Euro.
5. Schölerberg: Feuerwehrsprecher Jan Südmersen: „Und auch an dieser Einsatzstelle ereilte uns ein weiterer paralleler Alarm: Am Schölerberg in der Straße Am Funkturm brannte ein Keller.“ Die Einsatzkräfte werden wieder aufgeteilt, und zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt geht es zum fünften Brandeinsatz in dieser kalten Nacht. Vor Ort werden wiederum zwei Trupps unter Atemschutz eingesetzt. Südmersen: „So langsam wurden die Atemschutzgeräte auf den Fahrzeugen knapp.“ Obwohl der Brand schnell gelöscht wird, gelangt der Brandrauch durch offen stehende Türen in alle Räume des Reihenhauses und richt et so hohen Sachschaden an.
6. Kinderhort: Es ist das sechste Feuer binnen 24 Stunden, das gemeldet wird: Um 21 Uhr am Samstag geht der Notruf ein. Die Osnabrücker Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte rücken zunächst zur Rückertstraße aus – eine Fehlmeldung. Aufgrund ihrer Ortskenntnisse stellen die Feuerwehrleute schnell fest, dass der Kinderhort am Kurt-Schumacher-Damm brennt.
Aus der Dachverkleidung des Containerbaus wabbert Rauch. Unter Einsatz von Atemschutzgeräten löschen die Einsatzkräfte das Feuer schnell. Etwa eine Stunde sind die 25 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Der Sachschaden wird auf rund 50000 Euro geschätzt. Der Container des Kinderhorts wird vollständig durch Feuer und Rauch zerstört.
Das Hortgebäude der ehemaligen Vorschule ist nicht beschädigt, wie Hortleiterin Mechthild Heuer am Sonntag erleichtert berichtet. Der Betrieb für alle 41 Hortkinder werde am Montag auch mit Unterstützung der Rückertschule fortgeführt.
7. Schubertstraße: Den Schlusspunkt der Brandserie setzt am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr ein Feuer in einer privaten Tiefgarage am Westerberg. Aus unbekannten Gründen fangen in dem Keller ein Regal und ein Porsche Cayenne Feuer. Die Rauchentwicklung ist sehr stark. Die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt löschen den Brand. Der Schaden ist nach Einschätzung eines Feuerwehrsprechers erheblich. Dank einer Brandschutztür bleibt die Wohnung verschont.
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