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Kulturfonds ist wieder im Gespräch
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Autor: Tom Bullmann 05. Februar 2012 18:31 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

„barcamp“als Anziehungspunkt

Kulturfonds ist wieder im Gespräch

thb Osnabrück. „Das barcamp ist in Osnabrück angekommen“, lautete das Fazit, das Holger Schwetter, Thorsten Alich und Beate Lechler als Initiatoren dieser „Unkonferenz“ zogen, die zum dritten Mal im Haus der Jugend stattfand.

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Unter anderem hatten diverse Veränderungen an der organisatorischen Struktur des freien Kongresses für Kulturschaffende und -interessierte dazu geführt, dass in diesem Jahr mehr als 80 Teilnehmer die 17 „Sessions“ besuchten oder selbst gestalteten, in denen die unterschiedlichsten kulturellen Aktivitäten dargestellt und diskutiert wurden. Das bedeutet eine Steigerung um 100 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.

Stadträtin Rita-Maria Rzyski hatte nach kurzer Festlegung durch die Teilnehmer, wann und wo welches Thema behandelt werden sollte, den „barcamp“-Reigen eröffnet. Den „Kulturfonds“, der in Anbetracht leerer öffentlicher Kassen als zusätzliche Finanzierungsinstitution kultureller Projekte und Aktivitäten vor einigen Jahren angeregt worden war, brachte Rzyski wieder ins Gespräch: Wer soll in den Fonds einzahlen, wer verteilt die Mittel, und wofür sollen sie verwendet werden? Das waren Fragen, die diskutiert wurden. Um den Kulturfonds zu realisieren, solle sich eine Gruppe bilden, an dem sich möglichst viele Kulturaktivisten, beispielsweise auch aus dem universitären Bereich, beteiligen.

Im Rahmen anderer Gesprächsrunden wurden von Dr. Klaus Lang die Aktivitäten der Bürgerstiftung und von Max Ciolek die Initiative zum Osnabrücker Kulturpass vorgestellt, die es finanziell schwach gestellten Mitbürgern erlauben soll, am kulturellen Leben teilzuhaben.

Inhaltlich breit gefächert erwies sich das „barcamp“-Angebot. Von der Kulturpolitik über Internetprojekte, Probleme des Social networking oder der Urheberrechte im Internet bis hin zu Kulturprojekten von Privatpersonen reichte die Palette mit dem Schwerpunkt „einfach machen“. So berichtete die in Osnabrück lebende Fakhara Latif von ihrer Idee, bei der Menschen mit Behinderung im öffentlichen Raum für sie entworfene Mode präsentieren. Ihren Blog stellte die Frau vor, die als „Die Deichkönigin“ unter dem Motto „Deprimierendes Emsland“ Videoimpressionen aus dieser Region ins Internet stellt – und damit entrüstete bis feindselige Reaktionen hervorruft.

Dass das „barcamp + kultur“ diesmal nur an einem Tag, statt wie in den vergangenen Jahren an zwei Tagen, stattfand, wurde während einer Schlussrunde begrüßt. Das führe zu einer konzentrierten Arbeitsatmosphäre. Viele zeigten sich positiv überrascht von der Vielfalt der Themen. Außerdem sei es von Vorteil, dass eine aktive Beteiligung an den Sessions zwar erwünscht, aber nicht Bedingung sei. Eine Teilnehmerin wünschte sich zwar, dass die einzelnen Vorträge kürzer gehalten werden sollten, damit anschließend mehr Zeit für Gespräche bliebe, dennoch zeigte sich der große Teil der „barcamper“ sehr zufrieden mit dem Ablauf.

„Wir hatten ein sehr gemischtes Publikum, ganz junge Leute, aber auch ältere Teilnehmer. Die meisten kamen aus der Region, zum Teil waren sie aber auch aus Bremen, Hannover oder Oldenburg angereist“, erklärten die Veranstalter erfreut. Um spezielle Themen zu vertiefen, die diesmal nur angerissen worden seien, plane man, dazu im Laufe des Jahres einzelne „minicamps“ anzubieten.

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