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Landesbischof Meister spricht in Melle zu Glaubensfragen
Melle. Was bedeutet es, im Osnabrücker Land evangelisch zu sein? Zu diesem Thema referierte Landesbischof Ralf Meister am Freitagabend im Forum Melle.
Vor rund 100 Mitgliedern der Kirchenkreistage und Kirchenkreiskonferenzen aus den vier Kirchenkreisen Melle, Bramsche, Georgsmarienhütte und Osnabrück positionierte sich Meister zu evangelischen Grundsatzfragen. Damit war das Publikum überschaubarer als erwartet, was wohl nicht zuletzt mit dem Wetter zusammenhing.
Von Mittwoch bis Sonntag war Landesbischof Meister zu Besuch in den vier Kirchenkreisen in Stadt und Landkreis Osnabrück. Ein straffes Programm hatte der 50-Jährige bis Freitagabend schon absolviert. So genoss er sichtlich den Auftritt des Meller Blechbläserquintetts im Vorfeld seiner Rede, verschaffte ihm dieser einen kurzen Moment der Ruhe.
Die Gläubigen im Osnabrücker Land seien vor besondere konfessionelle Herausforderungen gestellt, betonte Meister in seinem Vortrag. „Wenn man hier über die Dörfer fährt, kommt man von einem rein katholischen Nest plötzlich in ein evangelisches.“ Davon hatte sich der Landesbischof am Tag zuvor bei der Bustour durch den Kirchenkreis Bramsche ein Bild machen können. „Sie leben hier in zwei konfessionellen Welten. Die frühere Gegnerschaft spielt manchmal noch in das ökumenische Miteinander hinein.“
Eine wichtige Herausforderung sei die Kirchenvorstandswahl am 18. März, wenn mehrheitlich ehrenamtliche Mitglieder in die Vorstände der Gemeinden gewählt werden. „Die ehrenamtliche Mitbestimmung ist ein Kernpunkt unseres Evangelisch-Seins.“ Das führe gleichzeitig zu einer Vielfalt der Ansichten, auch in ethischen Fragen. „Wir können nicht einfach sagen: Mal abwarten, was der Papst dazu sagt.“ Im Gegensatz zur katholischen Kirche reiche es in der evangelischen eben nicht, seinen Glauben nach anderen auszurichten.
Das Engagement der Laien bei der Kirchenvorstandswahl sei unerlässlich, um einen Mitgliederschwund zu verhindern. Doch im Gespräch mit dem Publikum stellte Meister klar: „Die Situation hier in Niedersachsen ist immer noch eine deutlich bessere als in den neuen Bundesländern.“
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