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Osnabrücker Briten freuen sich auf das Thron-Jubiläum der Queen
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Autor: Hendrik Steinkuhl 05. Februar 2012 17:36 Uhr

60 Jahre Königin

Osnabrücker Briten freuen sich auf das Thron-Jubiläum der Queen

Osnabrück. Heute vor 60 Jahren wurde die 26-jährige Prinzessin von York zur Königin von England proklamiert. Zum runden Thron-Geburtstag bekommt Queen Elizabeth II. im Juni eine riesige Party, die alle bisherigen royalen Feiern in den Schatten stellen soll. Aber ist das noch angemessen? Wir haben drei Osnabrücker Briten gefragt, was sie von der Queen und dem geplanten Londoner Ausnahmezustand halten.

 
John Lindie, Vorsitzender der britischen Veteranenvereinigung in Osnabrück, freut sich auf die Feiern zum 60. ThronJubiläum der Queen. Foto: Hermann Pentermann  Vergrößern

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„Die Queen hat immer ihrem Volk gedient und hatte nie ein Privatleben. Es ist genau richtig, dass sie für diese 60 Jahre gefeiert wird“, sagt John Lindie. Der ehemalige Feldwebel der britischen Armee und langjährige Vorsitzende der Veteranenvereinigung Royal British Legion ist sich sicher, dass er damit auch für seine ehemaligen Kameraden spricht. „Wir haben damals einen Eid auf die Queen geschworen. Es wird schwer sein, jemanden zu finden, der etwas Negatives über sie sagt.“

John Lindie betont, dass die Queen ihrem Land schon im Zweiten Weltkrieg gedient habe. 1944 überzeugte Elizabeth ihren Vater George VI. (der stotternde König aus „The King’s Speech“), sie zum Militär gehen zu lassen, wo sie zur Automechanikerin und Kraftfahrerin ausgebildet wurde. Laut John Lindie hätten allerdings einige Briten in seiner schottischen Heimat genauso wie in Wales und Nordirland ein besonderes Problem mit der Queen – nämlich wegen ihres Titels. „Sie ist zwar Elizabeth II. von England, aber nicht von Schottland, Wales oder Nordirland.“ Tatsächlich herrschte Elizabeth I. im 16. und 17. Jahrhundert noch nicht über ein britisches Weltreich, sondern nur über England.

Status nie missbraucht

Auf die Frage, was er von der Queen halte, lacht Christopher Cheeseman laut los. Cheeseman sitzt für die Linkspartei im Rat; dem politischen Klischee nach müsste er die Queen und mit ihr die ganze Monarchie zum Teufel wünschen. Doch Cheeseman beurteilt seine Königin sehr differenziert: „Als Person könnte ich bestimmte Dinge an ihr würdigen.“ Auch er sagt, die Queen und ihre Familie seien im Zweiten Weltkrieg große moralische Vorbilder gewesen. Und 15 Jahre später sei Elizabeth II. eine treibende Kraft gewesen, als Südafrika wegen seiner Apartheidspolitik aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde. „Bei Krisen des Staates war sie gut. Bei privaten Krisen hat sie allerdings versagt.“ Damit meine er vor allem ihren Umgang mit Prinzessin Diana.

Eine klare Meinung hat Ravinder Kaur-Lahrmann, Dozentin für Business Management an der Hochschule. Die gebürtige Schottin hat viel über die englische Monarchie gelesen und sagt deshalb aus voller Überzeugung: „Anders als die meisten anderen Monarchen hat Elizabeth nie ihren Status missbraucht.“ Auch deshalb findet Kaur-Lahrmann den wahnsinnig teuren Festmarathon im Juni berechtigt – obwohl sie grundsätzlich die Meinung vertritt, dass die Monarchie in der bisherigen Form überkommen ist und die Königsfamilie nicht mehr vom Staat mitfinanziert werden soll.

Die Queen sei in dieser Hinsicht aber schon ein großes Vorbild: „Sie benutzt zum Beispiel immer öffentliche Züge und vermittelt nie den Eindruck, dass sie über den Menschen steht.“

Ravinder Kaur-Lahrmann, die selbst indische Wurzeln hat, lobt die Queen auch für ihre Bemühungen um ein kosmopolitisches England. Und schließlich hat sie auch vor der schlichten Arbeitsleistung der Königin Respekt. „60 Jahre auf dem Thron, und sie ist immer noch eine Vollzeit-Königin!“

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