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St.-Antonius-Kirche in Papenburg: Die Pfeifen lassen sich nicht richtig stimmen
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Quelle: Ems-Zeitung 05. Februar 2012 17:28 Uhr

Gebraucht-Orgel gesucht

St.-Antonius-Kirche in Papenburg: Die Pfeifen lassen sich nicht richtig stimmen

Papenburg. Wer die Orgel der St.-Antonius-Kirche zu Gesicht bekommen will, muss 28 schmale Stufen einer engen Wendel hindurch erklimmen, über einen Absatz hinwegsteigen und dann den Hals recken. Dann erst steht sie vor einem – kein Prunkbau, aber von schlichter Schönheit.

 
In die Jahre gekommen ist die Orgel in der St.-Antonius-Kirche. Sie erfüllt nur noch bedingt ihren Zweck. Auf Ersatz hoffen (von links) Günter Siepker (Organist), Dorothea Gedig (Organistin), Heinz-Günter Nee (Organist) und Bernd Tegeder vom Kirchenvorstand. Foto: Klaus Dieckmann  Vergrößern

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Seit gut vier Jahrzehnten nun erfüllt die Orgel zu Gottesdiensten und festlichen Anlässen das Gemäuer der Kirche mit ihrem Klang. Vier Jahrzehnte sind noch kein besonders hohes Alter für solch ein imposantes Instrument, eher im Gegenteil. Dennoch bereitet sein Zustand den Verantwortlichen Sorgen.

„Unsere jetzige Orgel ist ein Gebrauchtexemplar“, erläutert Bernd Tegeder, Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Antonius. Damit ist sie bereits erheblich älter, als das Datum ihres Aufbaus in Papenburg vermuten lässt. Sie ertönte zuvor schon seit den 30er-Jahren in Hamburg in einer Wandsbeker Kirche. „Deshalb hat bereits der damalige Pfarrer Leo Wallenhorst bei der Einweihung der Orgel 1974 darauf hingewiesen, dass sie nur eine Übergangslösung sein kann“, so Tegeder weiter. Daran ändere auch die vor dem Aufbau getroffene Instandsetzung nichts.

Eine fachmännische Untersuchung habe mittlerweile ergeben, dass sich die weitere Unterhaltung des alternden Instruments kompliziert gestalten wird. „Bauartbedingt ist es nämlich nicht möglich, sämtliche Orgelpfeifen richtig zu stimmen. Und je älter die Orgel wird, desto mehr wirkt sich dies aus“, sagt Günter Siepker, einer der drei Organisten von St. Antonius. Eine Behebung des Problems sei zwar möglich, aber nicht wirtschaftlich machbar. Der Befund ist damit eindeutig: Die Orgel ist auf Dauer abgängig. „Das heißt“, so Pfarrer Alfons Thörner, „dass sie irgendwann den kirchenmusikalischen Ansprüchen nicht mehr genügen wird.“

Dies ist nach Einschätzung von Franz-Josef Rahe, Kirchenmusikverantwortlicher im Bistum Osnabrück, gewissermaßen sogar schon vor Feststellung der technischen Mängel der Fall gewesen. Zwar wurde das Instrument bei seinem Umzug nach Papenburg um einige Register erweitert, damit sein Klangvolumen für die St.-Antonius-Kirche ausreicht. „Aber eigentlich war diese Orgel den liturgischen Ansprüchen in St. Antonius nie ganz gewachsen“, so der Sachverständige.

Gemeinde und Bistum schauen sich daher allmählich nach einem Ersatz um. Tegeder: „Schließlich ist so ein Orgeltausch keine kurzfristige Angelegenheit.“ Ein wesentliches Problem sei, dass Kirchenorgeln „keine Standardware“ seien. Sie werden beim Bau speziell auf die akustischen Gegebenheiten der jeweiligen Kirche angepasst, in der sie aufgebaut werden sollen. Da ein Neubau nicht infrage kommt, muss aber wieder ein Gebrauchtinstrument her. Und das ist der Knackpunkt: „Der Ersatz muss eben möglichst gut passen“, so Tegeder.

Daher werde auch auf dem europäischen Gebrauchtmarkt gesucht. „Das Angebot ist dort recht groß“, sagt Tegeder über die Situation. Kirchenmusiker Rahe ist ebenfalls optimistisch: „Gegenwärtig stehen aufgrund von Kirchenschließungen verschiedene herausragende Instrumente zur Verfügung.“ Hier bestehe also kein Problem.

Schwierigkeiten werden Tegeder und Rahe zufolge dafür aber andere Dinge bereiten, etwa die Finanzierung eines neuen Instruments. Schließlich ist die St.-Antonius-Kirche unlängst renoviert worden, was bereits mit hohen Kosten einherging. Wo nun die benötigten Gelder für die Orgel herkommen sollen, ist noch nicht klar. „Zwar gibt es dafür im Haushalt des Bistums Osnabrück einen Posten, aber der macht nur 20 Prozent der Summe aus“, so Bernd Tegeder. Man werde sich wohl um Kredite bemühen müssen und auch anderweitig tätig werden. „Der Kirchenvorstand wird auf seinen nächsten Sitzungen Vorschläge dazu beraten“, kündigt Tegeder an.

Pfarrer Thörner zur kniffligen Finanzierungsfrage: „Hier ist Fantasie gefragt.“ Kein Wunder, rechnet man doch seitens der Antoniusgemeinde und beim Bistum mit einem Betrag von gut 400000 Euro für die neue alte Orgel.

In Hinblick auf diese Umstände erscheint es momentan fraglich, ob ein ursprünglich angedachter Termin für den Orgelaustausch überhaupt realistisch ist. Als vor drei Jahren die Abgängigkeit der Orgel festgestellt wurde, ging man davon aus, dass etwa im Jahr 2015 das neue Instrument beschafft werden müsste. „Das dürfte nun schwierig werden“, so Kirchenvorstand Tegeder. Und Rahe zeigt noch ganz andere Zeiträume auf: „Die Papenburger Orgelfrage beschäftigt mich schon 24 Jahre.“ Man brauche manchmal eben einen langen Atem.

Ganz gleich, welche Lösung am Ende gefunden wird: „Die nächste Orgel wird uns hoffentlich lange, sehr lange überleben“, sagt Tegeder mit einem Lächeln.

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