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Tippspiel
Musikalisches Seemannsgarn in Hagen
Hagen. Mit einem Bildungsauftrag waren die sieben Sänger von „Fishergirl’s Friends“ ins SoFa nach Hagen gekommen: Sie wollten dem Publikum die Kultur der Seemänner nahebringen. Zu ihrem Glück erwiesen sich die knapp 40 Zuschauer in der fast voll besetzten Gaststätte als äußerst lernwillig und lauschten begierig den Liedern der A-cappella-Gruppe.
Das Rezept von „Fishergirl’s Friends“ ist es, mehr oder weniger maritimes Liedgut mit Comedyeinlagen zu mischen. Ihr Repertoire umfasst Pop, Schlager und natürlich auch Shantys. Dabei überzeugt das Septett vor allem durch den tadellosen Gesang und die spritzigen Arrangements. Mitunter verändern sie auch die Liedtexte humorvoll: Bei Freddy Quinns „Die Gitarre und das Meer“ etwa verlässt die Geliebte den Protagonisten nicht wegen eines anderen Mannes, sondern wegen seines stinkenden Meerschweinchens. „Sag mir, wo die Blumen sind“ hingegen peppen die Männer in Matrosenanzügen mit einer Rap-Einlage auf.
Wie es sich für echte Seemänner gehört, dichten sie ihren Geschichten gerne mal etwas hinzu. So behaupteten sie, Zeuge geworden zu sein, als Heinz Rühmann und Rocky Balboa ein Lied zusammen geschrieben haben, das sich als Kombination von „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ und der Rocky-Titelmusik entpuppte. Außerdem kündigten sie einen schwedischen Volkstanz an, der traditionell von fünf Männern und zwei Jungfrauen getanzt wird, bei dem es sich aber in Wirklichkeit um Abbas „Dancing Queen“ handelte. Dafür erlebte das Publikum, wie sich zwei der Männer als Frauen verkleideten, kostümiert mit einem weißen Overall und einer roten bzw. blonden Perücke.
Das Reisen kam natürlich auch nicht zu kurz: Mit Torfrocks „Rollo der Wikinger“ blieben „Fishergirl’s Friends“ thematisch im hohen Norden, bevor es mit „Kopfhaut“ von den Ärzten nach Amerika ging und sie bei „Wohin fahren wir in diesem Sommer?“ alias „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ von Italien träumten. Den größten Applaus erhielten die selbst ernannten Süßwassermatrosen jedoch für die plattdeutsche Version der VfL-Hymne „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“.
Mit ihrer Lektion hatte die Gruppe offensichtlich Erfolg: Erst nach zwei Zugaben ließ sie das Publikum wieder gehen. Wie es scheint, haben sich die Männer nicht nur unter Fischermädchen Freunde gemacht.
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