Noz
Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

Ankum

|

Freier Blick ins Ankumer Zentrum
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

1773
Autor: Martin Schmitz 05. Februar 2012 15:20 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Bäume an B214 gefällt

Freier Blick ins Ankumer Zentrum

Ankum. Wer Bäume fällt, trifft des Deutschen tiefste Seele: Dies zeigte sich wieder einmal in Ankum. Mit einer Routineaktion streute die Straßenmeisterei ungewollt Salz in eine Ankumer Wunde.

 
Die gefällten Bäume im Ankumer Unterdorf sollen bald wieder nachwachsen. Foto: Thomas Oeverhaus  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Vor wenigen Wochen rückte der Abrissbagger an und planierte die leer stehenden Gebäude auf dem Gelände an der Aslager Straße, um Platz zu schaffen für ein Lidl-Einkaufszentrum, das jetzt gebaut werden soll. Jugendheim, Kindergarten und ein Wohnhaus in Trümmern: Dieser Anblick brachte die Diskussion in Gang, ob ein Einkaufszentrum an dieser Stelle städtebaulich überhaupt sinnvoll sei.

Diese Diskussion wurde noch weiter angeheizt, als die Baumreihen gefällt wurden, die das Gelände von der Bundesstraße 214 abschirmen. Autofahrer hatten auf einmal einen freien Blick bis in das Ankumer Zentrum.

Laut Baugebietsplanung hätten diese Bäume stehen bleiben können. Sie stehen aber auf einem Gelände, das zur Bundesstraße gehört. Und die Bundesstraßenbauverwaltung habe beschlossen, die Bäume zu fällen, solange das Gelände unbebaut und das Schadensrisiko gering sei, berichtete Bürgermeister Detert Brummer-Bange in der Gemeinderatssitzung vergangene Woche.

Dort hatte ein Bürger sein Unverständnis über die Fällaktion geäußert. Die Bäume seien teils noch kerngesund und ökologisch wertvoll gewesen. Die Gemeinde sei von den Plänen der Straßenmeisterei nicht informiert worden, man habe ihr kein Mitspracherecht eingeräumt, so ein wenig amüsierter Bürgermeister.

Die Diskussion um den städtebaulichen Sinn eines zweiten Einkaufszentrums für Ankum – vorerst wird nur der Lidl-Markt verwirklicht – blieb aus während der Planung und Genehmigung des Baugebiets für das Einkaufszentrum. Damals hatte man der Öffentlichkeit ein 15-Millionen-Paket an Investitionen in Ankum präsentiert. Gemeint waren Investitionen in zwei Einkaufszentren, einen neuen Kindergarten und ein Ärztehaus am Ankumer Marienhospital.

Davon ist der mit öffentlichen Geldern bezahlte Kindergarten bereits verwirklicht. Bei den kommerziellen Investitionen gibt es zum Teil durchaus branchenübliche Verzögerungen.

Was viele Ankumer irritiert: Den Bau des Lidl-Marktes an der Aslager Straße hat mittlerweile ein neuer Investor in die Hand genommen. Und die Investoren für das Ärztehaus am Krankenhaus und für Wohnungen für betreutes Wohnen dort hätten sich zurückgezogen, hieß es vergangene Woche, weil sie sich mit dem Kirchenvorstand der St-Nikolaus-Gemeinde nicht über den Erbbauzins für das Baugrundstück einigen konnten.

Den Ausstieg der Investoren bestätigte Detert Brummer-Bange in der Ratssitzung auf Anfrage eines Bürgers. Die politische Gemeinde habe die Baugebietsplanungen nach den Wünschen der Investoren ausgerichtet. Damit habe sie ihren Beitrag geleistet. Der Erbbauzins sei eine Verhandlungssache zwischen Kirchenvorstand und Investoren.

Der Kirchenvorstand der St.-Nikolaus-Gemeinde hat mittlerweile eine Erklärung verabschiedet, der zufolge er die Projekte Ärztehaus und Betreutes Wohnen keineswegs als gescheitert ansieht. Er sei weiterhin für Verhandlungen mit Investoren offen, heißt es in dem Text, der auch dem „Bersenbrücker Kreisblatt“ vorliegt.

Nicht zuletzt angesichts des Wirbels um die gefällten Bäume im Unterdorf bemühte sich die Gemeinde in Sachen Kastanienallee schon im Vorfeld vorbildlich um Aufklärung der Öffentlichkeit. Dort wird demnächst die Motorsäge lärmen, weil viele der Bäume hohl sind, beim nächsten Sturm zusammenbrechen könnten.

Aber müssen deswegen alle Bäume fallen? Frank Gösling (CDU) stellte die Frage in der Ratssitzung. Wünschenswert sei gewesen, die Fachausschüsse des Gemeinderats in die Entscheidung einzubeziehen.

Die Entscheidung sei unter Zeitdruck gefallen, damit im kommenden Frühjahr schon die neuen Alleebäume gepflanzt werden könnten, erwiderte Bürgermeister Brummer-Bange. Der Verwaltungsausschuss, in dem alle politischen Kräfte des Gemeinderats vertreten seien, habe sorgfältig abgewogen. „Leicht ist uns das allen nicht gefallen.“

Lesen Sie auch ...

Kein Ärztehaus am Marienhospital Ankum?

ms Bersenbrück. Der Bau eines Ärztehauses am Marienhospital in Ankum und von Wohnungen für betreutes Wohnen dort scheint gescheitert... mehr

In Ankum wird ein Lidl-Markt gebaut
Ankum. Der Startschuss für den Bau des Einkaufszentrums an der Aslager Straße in Ankum gegenüber dem Neuen Marktplatz dürfte bald fallen. Wie der... mehr

Bäume in Ankums Kastanienallee müssen gefällt werden

Ankum. Seit ungefähr 130 Jahren trotzen die 16 Kastanienbäume, die der Ankumer Kastanienallee ihren Namen geben, Wind und Wetter. Allen, denen die... mehr


 Mehr Lokales

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter




 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: