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Das Wohl von Kindern und jungen Familien im Fokus
Melle. „Ich habe in der Vergangenheit bereits zahlreiche Familienbildungs- und Kindertagesstätten besucht, aber das hier ist ein ganz anderes Format – ein echtes Aushängeschild mit interessanten Angeboten.“ Der Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, war des Lobes voll, als er am Freitagnachmittag dem Evangelischen Familienzentrum am Stadtgraben in Melle-Mitte einen Besuch abstattete.
Anerkennende Worte fand der Gast aus der niedersächsischen Landeshauptstadt allerdings nicht nur für das weitläufige Gebäude und seine moderne Ausstattung, sondern auch für die wertvolle Arbeit, die dort zum Wohle von Kindern und jungen Familien geleistet werde. „Das ist beispielgebend“, stellte Ralf Meister anerkennend fest.
Der Landesbischof ließ sich umfassend vom Leiter des Familienzentrums, Diakon Christian Stöppelmann, und von der Chefin der Kindertagesstätte, Brigitte Specht, über das Haus informieren, das im Frühjahr 2010 eingeweiht worden war. Das Familienzentrum, dessen Kern aus einer Kindertagesstätte besteht, versteht sich als Knotenpunkt in einem Netzwerk, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder individuell zu fördern und zu betreuen und Familien in ihrer Elternschaft umfassend Unterstützung und Beratung anzubieten. Durch erweiterte Öffnungszeiten (7 bis 18 Uhr) soll es Eltern ermöglicht werden, wenn notwendig Familie und Beruf besser miteinander zu vereinen. Als besondere Herausforderung wird die Integration von ausländischen Mitbürger-Familien angenommen. Derzeit beträgt der Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien, welche die Kindertagesstätte besuchen, rund 50 Prozent.
„Die Zusammenlegung der Kindergärten an der Gutenbergstraße und an der Mühlenstraße hat es der St.-Petri-Kirchengemeinde ermöglicht, ein erweitertes Kindertagesstätten-Konzept zu entwickeln, erläuterte Stöppelmann. Dieses Konzept sehe vor, dass die Betreuung und Förderung von Kindern bereits ab dem Kleinkindalter möglich wird und den gesellschaftlichen Bedürfnissen, insbesondere der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie, Rechnung trage. Den Kindern – derzeit 151 Mädchen und Jungen – werde eine breite Förderung zur Entwicklung von sozialen, sprachlichen, handwerklichen wie auch musischen Fähigkeiten gegeben. „Zudem soll den Kindern vermittelt werden, das Zusammenleben verschiedener Kulturen als eine Bereicherung für das eigene Leben zu empfinden“, machte Brigitte Specht deutlich.
Die veränderten Lebenslagen von Familien in einer sich immer schneller entwickelnden Gesellschaft brauchen Systeme, die diese unterstützen. Das Evangelische Familienzentrum habe sich eine Vielzahl von Aufgaben gestellt, die unter den vier „Bs“ zusammengefasst werden, berichtete Christian Stöppelmann und wies auf die Themen Bildung, Betreuung, Begegnung und Beratung hin.
Mit großem Interesse nahm der Landesbischof den Hinweis Stöppelmanns auf, dass das Evangelische Familienzentrum seit seiner Gründung ein umfassendes Netzwerk aufgebaut habe, dem inzwischen rund 20 Kooperationspartner angehören. „Durch dieses Beziehungsgeflecht ist es möglich, rasch und individuell Hilfestellungen zu leisten, wenn diese erforderlich sind“, betonte Ralf Meister. „Es zahlt sich auch für Familienzentren aus, gut vernetzt zu sein.“
Superintendent Wolfgang Loos skizzierte das Familienzentrum als zentralen Ort in Melle, „der im übertragenen Sinn auch mitten im Leben steht“. Die Einrichtung sei nicht zuletzt dank des engagierten und kompetenten Mitarbeiterteams von einem „großen Innovationsgeist“ geprägt, der sich positiv auf die Arbeit des Hauses auswirke.
Sabine Freifrau von Richthofen, Patronin der St.-Petri-Kirchengemeinde zu Melle und 2. Vizepräsidentin der Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, wies darauf hin, dass das Evangelische Familienzentrum zum positiven Image von Melle als familienfreundlicher Stadt beitrage. Eine Einschätzung, die auch Bürgermeister André Berghegger teilte.
Das Stadtoberhaupt ging im Folgenden auf das sogenannte „Meller Modell“ ein. Ziel dieses Modells sei es, Familien mit Kindern und Alleinerziehende auf breiter Basis noch mehr Anerkennung und Unterstützung zu verschaffen, die familienfreundlichen Strukturen weiter auszubauen und eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung über den ganzen Tag hinweg zu gewährleisten. Zudem solle das „Meller Modell“ dazu beitragen, Mädchen und Jungen aus unterschiedlichen Lebenssituationen Chancengleichheit zu ermöglichen. „Das Evangelische Familienzentrum leistet hierzu bei uns in Melle einen wichtigen Beitrag“, hob André Berghegger abschließend hervor.
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