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Führungskräfte mit „Zweitjob“
Papenburg. Jugendlichen bei der Berufsorientierung und der Suche nach Ausbildungsplätzen wollen die Mitglieder des Papenburger Wirtschaftsforums unter die Arme greifen. Der Startschuss für das dazugehörige Projekt „Papenburger Ausbildungspaten“ ist nun im Rahmen einer Informationsveranstaltung gefallen.
Frank Merz, Vorsitzender des Wirtschaftsforums, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des gemeinsamen Abends: „Es haben sich spontan schon zehn Paten eingetragen. Bis Mitte des Monats rechnen wir aber damit, dass sich bis zu 25 Führungskräfte aus unseren Mitgliedsbetrieben bereit erklären, eine Patenschaft zu übernehmen.“ Die „Patenkinder“ wiederum besuchen laut Merz die jetzigen siebten Klassen der Papenburger Hauptschulen oder der Förderschule Pestalozzischule und können sich für das Projekt bewerben. Ab Pfingsten ordnet dann das pädagogische Team der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte den Schülern einen Paten zu. Bevor die Paare aber aufeinandertreffen, müssen die Paten an einem zweitägigen Seminar teilnehmen an, das sie auf ihren neuen „Zweitjob“ vorbereiten soll. Merz betont: „Das Ziel ist nicht, Auszubildende anzuwerben, sondern Talente herauszustellen und die Interessen des Jugendlichen zu berücksichtigen.“
Kein Oberlehrer sein
Aus diesem Grund können auch Betriebe und Ausbildungsstätten mitmachen, die keine Plätze vorhalten. So auch die Stadt Papenburg, die in diesem Jahr keine neuen Auszubildenden aufnimmt. Personalchef Josef Franke erklärt: „Das eine schließt das andere ja nicht aus. Unser Bürgermeister ist der Schirmherr der Aktion, und wir haben jahrelang über Bedarf ausgebildet.“ Franke ist überzeugt davon, dass die Paten angesichts der sieben Ausbildungsberufe, die die Stadt vorhält, den Jugendlichen hilfreich zur Seite stehen.
Auch bei Michael Kuhr, Geschäftsführer des Betriebes Heizung, Sanitär und Klima Kuhr, können Patenkinder in verschiedene Berufsfelder hineinschnuppern. „Vom technischen Zeichner über den kaufmännischen Beruf bis hin zum Techniker bilden wir Leute aus“, erklärt Kuhr. Wichtig sei, „junge Menschen zu fördern und zu fordern“. Dabei will der Geschäftsführer nicht als Chef oder Oberlehrer auftreten. „Egal, ob der Jugendliche sich in einem Café treffen will oder mal mit mir Motorrad fahren will, wir machen das, was ihm Spaß macht“, sagt Kuhr.
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