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Berge: Aus der Haupt- und Realschule soll eine Oberschule werden
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Quelle: cg,CG/Bersenbrücker Kreisblatt 03. Februar 2012 18:46 Uhr

Deutliche Mehrheit im Schulausschuss

Berge: Aus der Haupt- und Realschule soll eine Oberschule werden

Fürstenau/Berge. Aus der Haupt- und Realschule (HRS) Berge soll ab dem Schuljahr 2012/2013 eine Oberschule (OBS) werden. Ein Jahr später startet dort auch ein Ganztagsangebot. Das hat der Schulausschuss des Fürstenauer Samtgemeinderates am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Die Kommunalpolitiker hoffen, damit den Schulstandort Berge auf Dauer sichern zu können.

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Die Aussichten sind nicht rosig – weder für Berge noch für andere Schulen: In den kommenden zehn Jahren rechnen Statistiker mit einem Rückgang der Schülerzahlen im 20-Prozent-Bereich. Damit sind gerade kleinere Standorte gefährdet. Die bei Eltern generell im Ansehen wenig attraktive Hauptschule droht auszubluten, weil Schüler lieber Real- oder Gesamtschule besuchen. Dem Realschulzweig in Berge droht die Einzügigkeit.

Und genau da liegt das Problem: Eine einzügige Realschule vor Ort sei sicher nicht überlebensfähig, sagte Schulleiter Gerd Beckmann. Er nahm an der Ausschuss-Sitzung teil und erläuterte, was im September in einer Sitzung von Schulausschuss und Gesamtkonferenz der HRS Berge vom zuständigen Schuldezernenten Norbert Szczepanek bekannt gegeben worden war.

Die neue OBS muss als Mindestzahl 48 Schüler pro Jahrgang erreichen. Diese Vorgabe darf in Berge jedoch bis 31. Juli 2015 unterschritten werden, weil durch die Oberschule eine organisatorisch zusammengefasste Haupt- und Realschule aufgehoben wird.

Beckmann wies darauf hin, dass es der Berger Schule wohl auch nach dieser Übergangszeit nicht gelingen werde, die geforderten 48 Schüler zu erreichen. Nach seinen Angaben lagen die Neuanmeldungen für den fünften Jahrgang in den vergangenen vier Jahren bei 43,5 Schülern. „Das ist bei dem prognostizierenden 20-prozentigen Schülerrückgang nicht zu schaffen.“ Da bleibe nur die Möglichkeit, die Schule so attraktiv wie möglich zu machen, um dem Trend entgegenzuwirken.

Das könne durch ein Ganztagsangebot geschehen. Die Nachfrage sei vorhanden, wie eine Befragung ergab:56 von 73 Eltern wünschten sich ein solches Angebot.

Seit einem Jahr habe sich der Schulvorstand der HRS mit der Oberschule beschäftigt. Das Stimmungsbild ist nach Darstellung Beckmanns eindeutig: Acht von elf Mitgliedern hätten sich für die Errichtung einer Oberschule ausgesprochen. Beckmann: „Die OBS ist eine Herausforderung, ein neues System mit neuen Chancen.“

Das Ganztagsangebot, so der Schulleiter, solle aber nicht zeitgleich mit der Oberschule starten. Die Schule brauche Zeit, um einen internen Diskussions- und Gestaltungsprozess zu beginnen und Kooperationspartner für die Nachmittagsangebote zu suchen. Dazu kämen notwendige bauliche Veränderungen im Schulgebäude. „Das alles muss gezielt geplant werden“, so der Leiter.

Friedrich-Wilhelm Oldenhage (CDU) hatte Bedenken. „Ich glaube, damit wird der HRS Berge Schaden zugefügt.“ Die neue Oberschule werde die geforderten Schülerzahlen nicht erreichen, außerdem sei das Votum des Schulvorstandes (acht Ja- und zwei Neinstimmen bei einer Enthaltung) nicht einstimmig. Georg Brechmann (UWG) konterte, „nicht alles so negativ zu sehen“. Er als Berger werde die Einführung befürworten. Jörg Brüwer (CDU) sah den Plan ebenfalls skeptisch, während Christoph Sievers (Grüne) den Schulleiter nach einer Alternative fragte.

In die Zukunft schauen könne er auch nicht, entgegnete Gerd Beckmann. Aber so viel sei klar: Nach den vorliegenden Zahlen werde die bisherige HRS nicht zu halten sein. „Deshalb ist die OBS die Alternative.“ Er habe Verständnis für die Bedenken, die ernst genommen werden müssten. „Ohne Widerstand gibt es keine Veränderung.“

Eine Gefahr, dass die bisherige gute Arbeit der HRS verloren gehen könne, sehe er nicht. „Warum soll das in Berge nicht klappen?“

Bei zwölf Ja- und einer Neinstimme sowie vier Enthaltungen empfahl der Schulausschuss, den Antrag für die Oberschule Berge auf den Weg zu bringen.

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