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Krippenbau in Berge:„Samtgemeinde Fürstenau nicht der Schiedsrichter“
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Autor: Christian Geers 04. Februar 2012 08:30 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Liegt Lösung in der Ökumene?

Krippenbau in Berge:„Samtgemeinde Fürstenau nicht der Schiedsrichter“

cg Berge/Fürstenau. Alle Fakten liegen auf dem Tisch, nun soll eine Entscheidung getroffen werden. Am Mittwoch will der Gemeinderat endgültig zu Standort und Trägerschaft der geplanten Kinderkrippe einen Beschluss fassen. „Das ist allein Sache des Berger Rates“, stellt dazu Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Peter Selter klar. „Die Samtgemeinde wird nicht den Schiedsrichter spielen.“

 
Landesbischof Ralf Meister informierte sich am Donnerstag in Berge bei Pastorin Birgit Averbeck über den Antrag der evangelischen Kirchengemeinde, eine Krippe zu übernehmen.Foto: Jan Ackmann  Vergrößern

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Die Situation: Sowohl die katholische St.-Servatius-Gemeinde als auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde haben sich als potenzielle Träger ins Spiel gebracht. Sie haben in den vergangenen Wochen ihre Konzepte erläutert. Gemeinsam haben Gemeinde, Samtgemeinde und Landkreis alle möglichen Standorte und Modelle erörtert. Inzwischen haben die beiden Kirchengemeinden ihre Konzepte und Kostenschätzungen vorgelegt. Vor- und Nachteile zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen ist nun Sache des Gemeinderates.

Die Entscheidung der Gemeinde Berge werde die Samtgemeinde Fürstenau sofort umsetzen, kündigte Samtgemeindebürgermeister Peter Selter an. „Wir werden also nichts gegen die Gemeinde machen, was Standort und Trägerschaft angeht.“ Und: „Die Samtgemeinde Fürstenau wird auch nicht den Schiedsrichter spielen.“

Damit spielt der Samtgemeindebürgermeister auf die aktuelle Diskussion in der Gemeinde Berge an. Es sei zu beobachten, dass sich derzeit die Fronten innerhalb des Gemeinderates verhärteten: Es gebe eine Gruppe, die für die 15 Plätze umfassende Kinderkrippe einen Anbau am bestehenden St.-Servatius-Kindergarten befürworte, und eine Gruppe, die dem Angebot der Luther-Gemeinde viel Gutes abgewinne.

Dass, wie jetzt zu hören sei, beide Modelle „genau eins zu eins miteinander verglichen werden“, hält Selter für problematisch und wenig seriös. Es gebe neben „weichen“ auch „harte Fakten“. Dazu zählten die Baukosten, die mit etwa 360000 Euro veranschlagt worden und vergleichbar seien. Viel wichtiger sei es doch, „das für Berge ideale Modell für die frühkindliche Bildung zu finden“. Das sei nun alleinige Aufgabe des Gemeinderates.

Dass es mit katholischer und evangelisch-lutherischer Kirchengemeinde gleich zwei Bewerber um den Betrieb der Kinderkrippe gibt, hält der Samtgemeindebürgermeister für außergewöhnlich. Und die Absichten beider Konfessionen, zum Zuge zu kommen, sei für den Beobachter gut nachzuvollziehen. „Es geht beiden Kirchengemeinden um die Sicherung ihrer Strukturen vor Ort“, so Peter Selter.

Fachlich-inhaltlich seien beide Kirchen Profis in Sachen Kinderbetreuung. „Warum bringen sich dann nicht einfach beide Kirchengemeinden ein und entwickeln ein ökumenisches Modell?“, bringt der Samtgemeindebürgermeister einen neuen Aspekt in die laufende Diskussion über die Kinderkrippe ein. Die Ökumene werde in Berge gelebt und könne vielleicht eine Lösung sein, die bestehenden Gegensätze zum Wohle eines „idealen Modells“ auszuräumen.

Denn diesen Eindruck hat Peter Selter nach eigenen Worten zurzeit: „Es gab bisher ein Nebeneinander der Kirchen, zurzeit erleben wir ein Gegeneinander, in Zukunft muss es wieder ein Miteinander geben.“

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