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Tierkörperbeseitigungsfirma Rendac/SNP investiert am Standort Icker
Belm. Mit dem ersten Spatenstich war es etwas schwierig. Als die Geschäftsführung der Firma Rendac Icker (früher: Eiweiß- und Fettverwertung) zum Baustart des neuen Verwaltungsgebäudes lud, war der Boden noch weich. Jetzt war er steinhart gefroren. So wurden nun zwar die obligaten Spaten symbolisch in Stellung gebracht, aber die Geschäftsführer Erwin Werner und Oliver Röttcher konzentrierten sich dann doch mehr auf die Öffnung der Sektflaschen, um mit dem Belmer Bürgermeister und den Baubeteiligten auf einen zügigen und unfallfreien Bauverlauf anzustoßen.
Die Entscheidung der Konzernspitze, gerade in Icker eine neue Verwaltung für alle elf deutschen Tierkörperbeseitigungsanstalten der Unternehmensgruppe zu bauen, sei eine deutliche Anerkennung für die gute Arbeit, die in Icker geleistet werde, sagte Röttcher. Denkbar wäre ja auch gewesen, die neue Zentrale für die rund 60 Mitarbeiter der Holding-Gesellschaft SNP (Schlacht-Nebenprodukte) irgendwo verkehrsgünstig in ein Ballungsgebiet zu legen. Aber es gehöre zur Firmenphilosophie, dass Verwaltungen immer an einen Produktionsstandort gekoppelt seien, damit die kaufmännischen Mitarbeiter nie den direkten Draht zur eigentlichen Leistungserstellung verlören, nämlich der umweltschonenden Tierkörperbeseitigung und Schlachtnebenproduktverwertung, so Röttcher.
Bürgermeister Bernhard Wellmann war hocherfreut, da die Investition von rund 1,6 Millionen Euro eine deutliche Bestätigung und langfristige Sicherung des Standortes Icker bedeute. Bei Firmenkonstrukten, deren Zentrale außerhalb Deutschlands liege, müsse man ja immer befürchten, dass schnell mal eine Produktion verlagert werde. Er spielte damit auf die Zugehörigkeit der Rendac-Betriebe und der SNP-Holding zur Vion Food Group an, einem internationalen Lebensmittelkonzern mit Sitz in Eindhoven/Niederlande. Geschäftsführer Werner betonte demgegenüber, dass die deutschen Betriebe ihr deutsches Management und eine weitgehende Eigenständigkeit bewahrt hätten.
Architekt Gregor Schröder aus Merzen stellte die Pläne des zweigeschossigen Baukörpers vor, der 30 Büros für 60 Mitarbeiter Raum geben wird. Prozesswärme aus dem Betrieb wird als Heizung genutzt. Betriebsleiter Andreas Schawe hob hervor, dass mit der freundlichen, nach Süden hin geöffneten Architektur des Gebäudes auch eine andere Wahrnehmung des Betriebes eingeleitet werden soll. Noch immer leide das Image unter den alten Begriffen wie „Abdeckerei“ oder „Kadaververwertung“.
Die Produktionsstätte in Icker beschäftigt etwa 125 Mitarbeiter. Sie ist die größte ihrer Art in Deutschland. Ob Kuh, Esel, Schwein, Hund, Zirkus-Elefant oder Schlachtabfälle: Täglich können bis zu tausend Tonnen Rohware verarbeitet werden. Die tierischen Produkte werden in gekapselten Systemen gemahlen, bei 133° Celsius keimfrei gemacht, getrocknet, in Fett und Fleischmehl separiert und schließlich verladen. Abnehmer sind die chemische Industrie, Dünger- und Mischfutterhersteller.
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