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Bürger im Altkreis Lingen lehnen Vorstoß der EU beim Thema Pflege ab
Lingen. Um für die Ausbildung in Pflegeberufen zugelassen zu werden, benötigt man in Deutschland eine zehnjährige Schulbildung. Der Zugang zu diesen Berufen soll jetzt jedoch deutlich erschwert werden. Gemäß Vorschlag der EU-Kommission soll die Schulbildung für die Krankenpflegeausbildung auf zwölf Jahre heraufgesetzt werden, um den Beruf innerhalb der EU zu vereinheitlichen.
Demnach ist der Pflegeberuf nur noch mit Abitur oder einer anderen zwölfjährigen Schulausbildung möglich. Ob das Pflegeabi eine gute Idee ist, zeigt unsere Frage der Woche: „Sollte der Zugang zu Pflegeberufen erschwert werden?“
Für Ute Krieger steht fest: „Das jetzige System hat sich gut bewährt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man zwölf Jahre zur Schule geht und sogar Abitur macht, um anschließend bis zur Rente in der Pflege zu arbeiten. Dann ist der Weg im Gesundheitswesen doch meist ein anderer. Den Pflegeberuf nutzt man dann, um sich ein Grundwissen anzueignen“, so die 47-Jährige. Die Lingenerin kann sich gut vorstellen, dass eine solche Regelung auf Dauer einen Fachkräftemangel zur Folge hat: „Die Menschen werden immer älter, und die Medizin kann immer mehr. Es ist eh fraglich, ob wir mit Pflegekräften für unsere Zukunft gewappnet sind. Es gibt schon keinen Zivildienst mehr, was die Sache auch nicht einfacher macht“, betont Krieger schließlich.
Auch Simone Giesen aus Spelle hält es für keine gute Idee, die Hürden für die Pflegeberufe zu hoch anzusetzen: „Es ist nicht notwendig, das Abitur zu machen, um einen Pflegeberuf zu erlernen. Die Qualität der Arbeit, die Pfleger und Krankenschwestern leisten, wird dadurch nicht besser.“ Die 40-Jährige fragt sich: „Warum muss man überhaupt die Qualifikation für einige Berufe ständig anheben?“ Für Giesen wird das ganz klar übertrieben. „Gerade den Pflegeberuf muss man lieben, um ihn zu machen. Das ist schon eher Berufung als Beruf.“ Weiter werde das Abitur dadurch herabgewertet: „Und man schürt höchstens noch die Zweiklassengesellschaft, der Pflegeberuf wird durch eine höhere Voraussetzung nicht attraktiver“, sagt Simone Giesen.
„Es wäre schade, wenn man Realschülern den Zugang zu diesem verantwortungsvollen Beruf verbauen würde, nur weil plötzlich die schulischen Leistungen dann nicht mehr ausreichten“, sagt auch Silvia Kirking. Die 44-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Krankenschwester und ist noch immer mit Spaß und Freude dabei: „Ich habe kein Abitur gemacht, aber diesen Beruf wollte ich schon immer ergreifen. Würde man die Voraussetzungen verschärfen, würde man den ohnehin gravierenden Fachkräftemangel verstärken.“ Außerdem meint auch Kirking: „Nicht die schulische Leistung entscheidet über die Qualität der Arbeit, sondern die darauf folgende Fachausbildung und auch die Individualität des Einzelnen. Bevor eine solche Hürde eingeführt wird, sollten wir uns fragen, ob wir es uns leisten können, auf junge und motivierte Menschen zu verzichten, die interessiert sind und diesen Beruf ergreifen möchten. Für viele Abiturienten ist der Pflegeberuf ein Lückenfüller bis zum Start des Medizinstudiums.“
„Der Beruf der Krankenschwester oder des Pflegers ist ein sehr anstrengender Beruf, der für die Arbeitszeiten, die man hat, und die Kraft, die aufgebracht werden muss, eher schlecht bezahlt wird. Deshalb ist er eigentlich unattraktiv“, findet Christoph Feldmann. Auch für den Lingener steht fest: „Nach einer zwölfjährigen Schulausbildung hat man andere Ziele. Wenn es darum geht, EU-einheitliche Anforderungen für diesen Beruf zu schaffen, stellt sich doch die Frage, ob nicht woanders zurückgerudert werden muss. Außerdem müsse man prüfen, ob der Pflegeberuf dann auch besser bezahlt werden müsse, findet der Lingener: „Ist Pflege dann überhaupt noch bezahlbar?“
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Hauptsache die Vorbedingungen werden auf ein so hohes Niveau gelegt, dass viele unser jungen Mitbürger nicht mehr mitkommen. Die versorgen wir dann mit Harz 4 und wundern uns, wenn sie gewalttätig werden oder in die rechte Szene abrutschen.
Für schon jetzt fehlende Fachkräfte sollen Greencards verteilt werden, was schon vor Jahren nicht funktioniert hat. Welche Voraussetzungen müssen diese Menschen dann erfüllen ?
Ich frage mich, welche Bildungsstufe die Politiker haben, die sich solch einen Quatsch ausdenken ?
Viele von denen kann man nicht einmal zum "Strasse fegen" einsetzen. Aber als Politiker hat man ja ausgesorgt.
quo vadis - EU ???