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Martha Glaeser setzte sich über Jahrzehnte für Mitglieder des Sozialverbandes ein
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Autor: Petra Ropers 03. Februar 2012 16:20 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Anerkennung für Engagement

Martha Glaeser setzte sich über Jahrzehnte für Mitglieder des Sozialverbandes ein

Melle/Neuenkirchen. Manchmal muss man Konfrontationen wagen, um Veränderungen zu bewirken. Martha Glaeser hat den unbequemen Weg nie gescheut: Über Jahrzehnte setzte sie sich im Sozialverband Deutschland auf allen Ebenen für die Rechte der Mitglieder ein. „Ich habe mich nie gefürchtet, die Wahrheit zu sagen“, erinnert sie sich rückblickend.

 
Dieser Blumenstrauß war mehr als verdient: Auf 65 Jahre im SoVD blickt Martha Glaeser zurück, die stets engagiert für die Mitglieder kämpfte.Foto: Petra Ropers  Vergrößern

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Vor 65 Jahren trat sie der – damals noch unter dem Namen Reichsbund – neu gegründeten Ortsgruppe Melle bei. Zu ihrem Jubiläum gratulierte ihr im Altenzentrum Neuenkirchen mit einem Blumenstrauß und einer Urkunde die Kreisvorsitzende Irmgard Wessel. Mit ihr sprach Heinrich Erdmann, Vorsitzender der Ortsgruppe Melle, der Jubilarin mit einer Ehrennadel Dank und Anerkennung für ihren langjährigen Einsatz aus.

Im Mai 1946 kam Martha Glaeser als junge Kriegerwitwe mit drei kleinen Kindern in einem Flüchtlingstransport von Schlesien nach Melle. Nur ein Jahr später trat sie dem Reichsbund bei. Doch die junge Mutter beließ es nicht bei der Mitgliedschaft allein. Ihre eigene Betroffenheit veranlasste sie, sich vom ersten Tag an mit großem Engagement für die Belange der Mitglieder einzusetzen. Bis 1991 wirkte sie als sozialpolitische Betreuerin in der Ortsgruppe Melle-Mitte, war darüber hinaus sieben Jahre lang in der Kreisgeschäftsstelle tätig.

Im Jahre 1982 übernahm Martha Glaeser in der Ortsgruppe das Amt der ersten Vorsitzenden. Über dreißig Jahre Vorstandsarbeit im Kreisverband lagen da bereits hinter ihr – zunächst als Schriftführerin, dann als zweite Vorsitzende. Im Jahre 1983 übernahm sie zusätzlich zum Vorsitz der Ortsgruppe auch das höchste Amt im Kreisverband. Die heute 96-Jährige trug die Belange der Mitglieder sogar bis in die Bundesebene: Von 1950 bis 1975 gehörte sie dem Bundesvorstand an, sprach mit Kanzlern und Präsidenten und nahm als Bundes-Hinterbliebenen-Betreuerin an zahlreichen Arbeitstagungen der Bundesministerien teil.

Doch Martha Glaeser widmete ihr ehrenamtliches Engagement nicht nur dem heutigen Sozialverband. Ihr Rat und ihre Erfahrung waren auch im Beirat der Kriegsgräberfürsorge beim Landkreis Osnabrück und im Beirat des niedersächsischen Sozialministeriums viele Jahre lang gefragt.

Für ihre außergewöhnlichen Verdienste im sozialen Bereich – zu denen auch 20 Jahre als Laienrichterin beim Sozialgericht Osnabrück zählen – erhielt sie 1986 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Dabei verlor sie in ihrer vielfältigen Tätigkeit nie die Menschen selbst aus dem Auge: Ihre Sprechstunde als sozialpolitische Betreuerin in Melle war ihr trotz selbstverständlicher Kontakte zur „hohen Politik“ immer besonders wichtig: „Das war Basisarbeit! Da wehte ein anderer Wind!“

Ein offenes Wort schätzt die Jubilarin noch heute. Und nach Jahrzehnten im intensiven Kontakt mit den Mitgliedern freut sie sich über das Miteinander im Altenzentrum Neuenkirchen. „Mir geht es gut“, freut sich die Wahl-Neuenkirchenerin, die sich ihren trockenen Humor und ihre kämpferische Energie auch mit 96 Jahren noch bewahrt hat.

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