·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
Wie die Bramscher mit dem Frost umgehen
Bramsche. „Cooper“ und „Dieter“, ihres Zeichens sibirische Hochdruckgebiete, sorgen seit ein paar Tagen bei uns dafür, dass sich die Temperaturen dem angepasst haben, was die Jahreszeit eigentlich verspricht. Kältemäßig ist es nun Winter geworden. Warm anziehen lautet überall die Devise. Trotz der Minustemperaturen im zweistelligen Bereich macht die Witterung nicht wirklich ungute Gefühle. Eine Momentaufnahme aus der Innenstadt und anderen Orten.
Eine Stunde das Auto abgestellt, schon waren die Türschlösser zugefroren. Marcel Garlich aus Kalkriese nahm es gelassen. Denn der junge Mann wusste sich zu helfen. Hin zur nahen Bankfiliale, nach einem Werbefeuerzeug gefragt, und schon konnte die Mobilität auf vier Rädern fortgesetzt werden.
Sehr mobil sind die Postboten ja sowieso. Bis zu 450- mal raus aus dem Auto, hin zum Briefkasten und wieder rein ins Fahrzeug lautet ihr tägliches Bewegungsprogramm, das lediglich manchmal durch eingefrorene Handbremsen aufgehalten wird. So geschehen aufgrund von 11,5 Grad unter null bei Reinhard Schlüter. Größere Aufwärmphasen sind innerhalb des Arbeitstages hingegen nicht vorgesehen.
Die Kaffeepause in einem Bistro muss reichen, denn „wenn man zu warm wird, will man nicht mehr weiter“, war vom Briefzusteller zu vernehmen, der auch in seinem Wagen die Heizung nur im Minimalbetrieb gegen das Beschlagen der Scheiben einsetzt, sonst werde das Wechselbad zwischen den Temperaturen zu groß, und „man wird krank“.
Schneeanzug macht Sinn
Überhaupt nicht krank, sondern guter Dinge waren die Kinder aus der Gruppe „Pusteblume“ von der Kita St. Martin, die trotz eisiger Temperaturen im Gänsemarsch durch die Große Straße zogen. Endlich machten die Schneeanzüge tatsächlich einmal Sinn. Geschützt durch zusätzliche Strumpfhosen oder ein zweites Paar Socken, wurde der täglich anstehende Ausflug ins Freie auch unter der Regentschaft von Väterchen Frost frustlos absolviert.
Die zweite Hose und der Sonnenschein führten auch bei Anke Gausmann dazu, dass gute Laune im Gemüt vorherrschte, obwohl die Nase kühl wurde. „Wir sind zwar am Bauen und können aufgrund der Temperaturen nicht pflastern, dafür wird drinnen schon mal alles schön“, gab sie hinsichtlich ihrer Befindlichkeit bei hohen Minusgraden Auskunft.
Trockene Kälte gefragt
Mit Kaffee und heißem Kakao ausgerüstet, schlenderten Britta und Willi Kolde durch die Fußgängerzone. Von „arschkalt“ bis „super“ reichte die Kommentarbandbreite des Ehepaares, zur Witterung befragt. Während sie den Schnee vermisste, will er derartigem Niederschlag höchstens zwei Wochen um Weihnachten herum begegnen. Kein Wunder, denn Willi Kolde ist Straßenwärter in Fürstenau. Trockene Kälte ist ihm deshalb am liebsten. Anderenfalls heißt es nämlich, um zwei Uhr für den Räum- und Streudienst ausrücken.
Zwei Uhr ist für Günter Müller hingegen die Stunde, zu der regelmäßig sechsmal pro Woche der Wecker seinen Zustelldienst einläutet. Seit 16 Jahren trägt der Rentner die Bramscher Nachrichten aus. 120 Abonnenten, zuzüglich zweimal 175 Werbeprospekte für Nichtleserhaushalte plus rund 30 Briefe stellte sein frühmorgendliches Arbeitspensum am Freitag dar. Vom warmen Bett bei Dunkelheit in minus 12 Grad Außentemperatur, es gibt sicherlich behaglichere Arbeitsplätze in dieser Jahreszeit. Doch der 72-jährige Gartenstädter ist mit Freude dabei. Sturmhaube, Kappe mit Licht im Schirm, Unterhemd, T-Shirt, Winterjacke und Weste, drei Hosen sowie die dicken Norwegersocken in den Winterstiefeln lassen ihn der Kälte trotzen.
Gefühlte 15 Grad minus
Auch Erhard Vinke hielt unverdrossen sein Gesicht in den frostigen Gegenwind. Zwar zu einer anderen Tageszeit als Gerhard Müller, aber nicht weniger gut gelaunt war er in der Großen Straße mit seinem Pedelec unterwegs. E-Bike funktionstüchtig und Fahrer wohlauf, dies konnte, trotz der „gefühlten 15 Grad minus“, auch beim Fahrradfahren im Frost festgehalten werden.
Wenn die Temperaturen sich der 12-Grad-Grenze unter null nähern, dann wird es für alte Heizungen brenzlich. Unter dem dann notwendigen Hochleistungsbetrieb kann das alte Schätzchen schon mal den wärmenden Geist aushauchen. Stefan Grünebaum und sein Team sind in diesen Fällen gefragte Fachmänner für die häusliche Wärme. Auch gegen regelmäßig zufrierende Leitungen hat der Haustechnikspezialist ein Gegenmittel im Angebot. Neben dem Einsatz eines Auftaugerätes verkauft Stefan Grünebaum in besonders hartnäckigen Gefrierfällen sogenannte Rohrbegleitheizungen mit Thermostatregelung.
Demgegenüber nostalgisch ging es am Freitag im beheizten Vorzelt von Dirk Neumann auf dem Markt zu. Schaffelle und Körnerkissen, Socken und Einlegesohlen, mit diesen textilen Wärmespendern ist der Standbetreiber von Kindesbeinen an seit 32 Jahren auf den Märkten in der Umgebung präsent. Derart an die wechselnden Jahreszeiten gewöhnt, schaltete Dirk Neumann gestern zum ersten Mal die Heizung im Verkaufswagen an, um mit etwas zusätzlicher Wärme dem Stehen in der Kälte von sechs bis 13 Uhr standhalten zu können.
Wie Osnabrücker Wochenmarktbeschicker sich und die Ware gegen Frost...
Osnabrück. Ja sind wir denn in Sibirien? Unter den derzeitigen Eisfachtemperaturen und den ungemütlichen Ostwinden leiden nicht nur die Menschen. Auch... mehr
2011 war auch in der Region Osnabrück das Jahr der Wetterkapriolen
Osnabrück. Sommer im April, ein verregneter August und die große Trockenheit im November: 2011 wird als Jahr der Wetterkapriolen in Erinnerung... mehr
Bibbern bei gefühlten minus 17 Grad
Osnabrück. Die ganze Region bibbert: Ungewöhnlich früh zeigt sich der Winter in diesem Jahr von seiner kältesten Seite. Die Temperaturen betrugen... mehr
Mehr Lokales









21.05.2011
