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Meppen: Versetztes Fußgängerzonenschild sorgt für Ärger
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Quelle: Meppener Tagespost 04. Februar 2012 12:00 Uhr

"Werde mein Haus verkommen lassen"

Meppen: Versetztes Fußgängerzonenschild sorgt für Ärger

Meppen. Jutta Augustin ist Besitzerin des Wohn- und Geschäftshauses am Markt 19 in Meppen. Sie hat in den vergangenen Wochen gleich zweimal Post von der Stadtverwaltung bekommen. In beiden Fällen muss sie mit großen finanziellen Nachteilen rechnen.

 
Das Verkehrsschild für die Fußgängerzone wurde an der Meppener Hinterstraße um 20 Meter versetzt. Fotos: Hermann-Josef Mammes  Vergrößern

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Wie alle anderen Immobilieneigentümer in der Fußgängerzone soll sie zum einen anteilig der Größe ihres Grundstückes an der Ecke Markt/Hinterstraße 70 Prozent der Sanierungskosten der Fußgängerzone bezahlen. Doch damit noch nicht genug. Jetzt flatterte ihr ein zweites Schreiben ins Haus, wo die Stadt ein Enteignungsverfahren gegen sie einleitet.

Hintergrund dieses Briefes ist nach Ansicht der gebürtigen Meppenerin, die heute in Wiesbaden lebt, eine „Nacht-und-Nebel-Aktion der Stadtverwaltung. Ohne nämlich sie als Eigentümerin zu informieren, wurde einfach das Schild der Fußgängerzone in der Hinterstraße am 9. Dezember um etwa 20 Meter versetzt. Die Folgen für ihre Mieter seien gravierend.

So besitzt Jutta Augustin direkt vor ihrem Haus drei Parkplätze. Diese werden von den Mietern genutzt. „Genau diese knapp 40 Quadratmeter will die Stadt mir jetzt über ein vorzeitiges Enteignungsverfahren wegnehmen“, so die Witwe. Dabei seien ihre Mieter auf diese Parkplätze angewiesen. „Sie haben zudem in ihren Mietverträgen auch die Nutzung vereinbart“, ergänzt sie. Sie fürchtet jetzt, dass die Mieter ihr sogar kündigen.

Dabei ärgert Jutta Augustin besonders, dass niemand von der Stadt vorab das Gespräch mit ihr gesucht hat. Die Stadt will auf dem Parkplatz einen Fahrradstand errichten. „Der wäre auf dem gähnend leeren Marktplatz viel besser aufgehoben“, sagt Augustin.

Von dem „Schildbürgerstreich“ der Stadtverwaltung ist auch Geschäftsmann Hubert Volmer (siehe Leserbrief) betroffen. Gerade die älteren und behinderten Kunden seien auf die Parkplätze an seinem Optik-Geschäft angewiesen.

Ihrer Verärgerung lässt Jutta Augustin im Gespräch mit unserer Zeitung freien Lauf und kündigt an: „Die Mieter brauchen die Parkplätze. Ich werde durch alle Instanzen klagen – notfalls bis zum Bundesgerichtshof.“ Sie habe schon einmal vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück einen Prozess gegen die Stadt Meppen gewonnen. Damals sei es um die Straßenreinigungsgebühren gegangen.

Für Augustin steht nach dem Vorgehen der Meppener Stadtverwaltung fest: „Ich werde mein Haus verkommen lassen.“ Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: „Mein Urgroßvater Nikolaus Augustin war einst Bürgermeister der Stadt Meppen. Ich besitze viele wertvolle historische Fotos und Dokumente.“ Diese wollte sie dem Heimatverein Meppen zukommen lassen. Nach dem Verhalten der Verwaltung sagt sie jedoch: „Wenn die Stadt ihren Standpunkt nicht ändert, werde ich sie vor dem historischen Rathaus in aller Öffentlichkeit verbrennen.“


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