Noz
Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

Dörpen

|

Emsland: Jäger wollen praxisnahes Agrarumweltprogramm
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

2278
Autor: Herman Hinrichs 03. Februar 2012 09:55 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Reviere bereist

Emsland: Jäger wollen praxisnahes Agrarumweltprogramm

Dörpen. „Geredet ist genug, wir müssen handeln.“ Mit diesen Worten fasst Josef Schröer, Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), seine Eindrücke zusammen, nachdem er und weitere Vertreter der Jäger zusammen mit dem LJN-Präsidenten Helmut Dammann-Tamke Reviere im Emsland und der Grafschaft Bentheim bereist haben.

 
Die Natur des Emslandes nahm die Führung der Landesjägerschaft Niedersachsen in Augenschein. Hier befinden sich die Gäste gerade in einem Revier in Dörpen. Foto: Hermann Hinrichs  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Auch der Präsident sei angesichts des Ausmaßes der Biotopzerstörung „relativ sprachlos“ gewesen. „Was wir gesehen haben, war insgesamt sehr ernüchternd“, so Schröer und verweist beispielsweise auf einen 36 Hektar großen Grünroggenschlag.

Die Jäger des Emslandes und der Grafschaft setzen bei ihren Bemühungen laut Schröer vor allem auf zwei Vorhaben. Zum einen soll aus dem eigens gegründeten Biotopfonds (wir berichteten) eine Förderung mehrjähriger Rückzugs- und Saumflächen ermöglicht werden. „Da brauchen wir bis Mitte März eine Entscheidung“, fordert Schröer mit Blick auf laufende Beratungen mit dem Landwirtschaftsministerium, wie sich diese Art der Flächennutzung in den Betriebsprämineanträgen möglichst einfach verwirklichen lässt.

Zum Zweiten soll auch Landwirtschaftsminister Gert Lindemann ins Emsland eingeladen werden, um sich vor Ort zu informieren. Angestrebt wird gemeinsam mit dem Ministerium ein Agrarumweltprogramm zu entwerfen. „Wir brauchen nächstes Jahr ein Programm, das praxisnah und einfach umzusetzen ist“, macht Schröer Druck.

Er sieht auch die Politik in der Pflicht, sich für Artenvielfalt zu engagieren. Dazu gehöre der Landkreis, der sich beispielsweise über seine Naturschutzstiftung einbringen könne. Aber auch die laut Schröer rund 300000 Euro Einnahmen des Kreises aus der Jagdsteuer seien hier gut investiert. „Diese könnte man eins zu eins wieder zurückfließen lassen.“

„Große Sorgen“ macht sich auch der LJN-Präsident Dammann-Tamke. Das weniger über den Hasen („Der kommt wieder.“) als vielmehr über Fasan und Rebhuhn. Gerade das Rebhuhn sei auf eine strukturierte Landschaft mit Säumen angewiesen, in denen es Sämereien finde und zur Kükenaufzucht Insekten als Nahrung für den Nachwuchs. „Wenn die fehlen, werden die Küken nicht groß“, so der Präsident. Zudem sei „die gute alte Zeit“ vorbei, in der die Zahl der Raubtiere und Beutetiere gewissen Zyklen folgte. Dammann-Tamke machte dies speziell am Fuchs fest, der früher immer wieder durch Tollwut erheblich dezimiert worden sei. Die zunehmende Intensität in der Landwirtschaft – auch „befeuert“ durch die Biogasproduktion – verschärfe die Lage weiter. „Wenn wie in Rotenburg-Wümme der Maisanteil bei 80 bis 90 Prozent liegt, sind das für alle frei lebenden Tierarten keine guten Bedingungen.“

Zugleich lobte Dammann-Tamke die Vorhaben der hiesigen Jäger als die „richtige Richtung“. Den „großen Wurf“ müsse allerdings die anstehende EU-Agrarreform bringen. Der sei nämlich über den Biotopfonds der Jägerschaften auf Dauer „nicht zu finanzieren“. Zu der Frage, in welcher Weise die Landesjägerschaft Unterstützung gewähren kann, hielt sich Dammann-Tamke indes bedeckt: „Die Möglichkeiten der LJN sind überschaubar.“ Nur wenn ein bestimmtes klar konzipiertes Projekt anstünde, dessen Ergebnisse übertragbar seien, käme eine Förderung aus Mitteln des Verbandes infrage.

Während der Bereisung besuchten LJN-Präsident Dammann-Tamke, LJN-Geschäftsführer Dirk Schulte-Frohlinde und dessen Stellverteter Stephan Johanshon Reviere und deren Pächter in Dörpen, Haren-Fehndorf und Wietmarschen.

Lesen Sie auch ...

Jägerschaften im Emsland und in der Grafschaft Bentheim gründen...

Meppen. Die Jägerschaften der Altkreise Aschendorf-Hümmling, Meppen, Lingen und der Grafschaft Bentheim haben einen Zehn-Punkte-Plan entworfen, mit... mehr

Die biologische Vielfalt im Emsland schwindet

Werlte. Seit rund vier Jahren beobachten die Jägerschaften im Emsland das heftige Dahinschmelzen der Fasanenbestände. Das setzt sich in diesem... mehr

Mähtod droht im Grünroggen

kr Spelle. Schon in wenigen Wochen sind die großen Mäher wieder im Ernteeinsatz. Das Thema Grünroggen spielt dabei für die Jäger eine besondere Rolle.... mehr


 Mehr Lokales

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

Kundenlogo
Osnabrück - Sie sind im 3-Schicht-Betrieb verantwortlich für Wartung, Reparaturen und vorbeugende Instandhaltung von...
Kundenlogo
Mettingen - Sie haben eine technische Ausbildung, Spaß am Umgang mit dem Kunden, planen und organisieren die...
Kundenlogo
Bad Rothenfelde - Unser Angebot: eine Verantwortungsvolle Tätigkeit in einer Abteilung mit guter Arbeitsatmosphäre;...






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: