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Träger der christlichen Botschaft
rav Haselünne. In ihre Endphase getreten sind die umfangreichen Arbeiten zur Erweiterung und Umgestaltung der Kapelle auf dem Haselünner Friedhof. In den Werkstätten von Glasdesign Mödden in Haselünne-Eltern entstehen zurzeit die nach Entwürfen des Osnabrücker Künstlers Dominikus Witte gestalteten Fenster.
Die künstlerische Gestaltung ziele in erster Linie darauf ab, die Räume der Kapelle von der Außenwelt zu distanzieren, um in ihnen eine gewisse Intimität wahren zu können, erklärte der Diplom-Designer und Bildhauer Dominikus Witte bei der Vorstellung der Fenster vor Vertretern der Pfarrgemeinde und der Friedhofskommission im Atelier von Martin Mödden.
Er sei von dem Gedanken geleitet worden, das einfallende Licht so zu modulieren, dass in den Räumen eine besondere, vom sakralen Charakter geprägte Atmosphäre entstehe. Durch die unterschiedlichen Motive und Symbole würden die Fenster sozusagen zu Trägern von Inhalten der christlichen Botschaft. Großflächige Blaubereiche mit feinen Weiß-Schraffuren umspielen große Weißpartien, die durch filigranes „Gewebe“-Muster strukturiert werden. Die Fenster im zentralen Gebetsraum sind mit jeweils fünf grünen und roten kreisrunden Medaillons, in denen lineare figürliche Darstellungen erscheinen, ausgeschmückt.
Hier hat der Künstler die Geheimnisse des freudenreichen und schmerzhaften Rosenkranzes dargestellt. Das Grundprinzip der wechselnden großflächigen Bereiche in den marianischen Farben Weiß und Blau liegt auch den Gestaltungen der Fenster in den seitlichen Aufbahrungsräumen zugrunde. Sie unterscheiden sich durch eine jeweils eigenständige Symbolik. Im Fenster eines der beiden Räume erscheint im fließenden Farbverlauf von Gelb über Orange bis Rot eine große Spirale. Witte spricht von „einem Zeichen für werdendes und vergehendes Leben und Symbol für den Weg zu einem zentralen Zielpunkt“. Im zweiten Aufbewahrungsraum erscheinen auf der Fensterfläche Schmetterlinge in Gelb, Orange und Rot. „Von alters her in vielen Kulturen Sinnbilder für die Wiedergeburt“, erklärte der Künstler.
Im alten Kapellenraum ist eine ungegenständliche farbige Glasgestaltung in der Seitentür so konzipiert, dass ein rhythmischer dynamischer Anstieg der Farbflächen den Blick über den Aufbahrungsort hinaus zum Wandkreuz leitet. „Das von zwei gelben Bändern, die sich in einer Gebetshaltung zum großen Fenster hin öffnen, gehaltene Kreuz wird auf eine hinter dem Sarg-Ort stehende undurchsichtige, jedoch lichtdurchlässige Glasplatte montiert. Mödden erläuterte, dass man sich bei der technischen Gestaltung der Fensterflächen auf eine Kombination von Farbdruck und Sandstrahlung entschieden habe. Die sandgestrahlten Platten mit ihrem komplizierten Schlaufenmuster seien komplett als Vektorgrafik (Computergrafik) erstellt worden.
Eine sandgestrahlte Glasfläche strahle diffuses Licht wieder ab und entwickle auch vor dunklem Hintergrund eine besondere Leuchtwirkung. „Das Vorbereiten der Gläser für die Sandstrahlung erforderte sehr viel Geduld und Zeit. Denn es mussten, um die feine Ornamentik zu erzielen, allein auf einer Scheibe bis zu 400 einzelne Schablonenstücke mit einem Spezialmesser ausgehoben werden“, erklärte Martin Mödden.
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