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Wittrock Landtechnik bietet Azubis zweite Ausbildung
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Quelle: mgl/Ems-Zeitung 01. Februar 2012 18:57 Uhr

Wenn doppelt besser hält

Wittrock Landtechnik bietet Azubis zweite Ausbildung

mgl Rhede. Die jungen Männer in den blauen Overalls lassen die grünen Traktoren, die in der tiefen Februarsonne glänzen, links liegen. Schnellen Schrittes halten sie auf eine Werkshalle zu, die Schutz vor dem eisigen Wind verspricht. Der Weg über das Betriebsgelände ist zum Glück nicht sehr weit. Wer als Azubi bei der Firma Wittrock Landtechnik im Rheder Ortsteil Brual anfängt, der hat meist trotzdem einen weiten Weg vor sich. In sechs bis sieben Jahren durchlaufen viele Lehrlinge dort gleich zwei Ausbildungen.

 
Ein Gesellenstück wird erklärt: Wittrock-Ausbildungsleiter Markus Mödden (rechts) mit seinen Azubis (von links) Mathias Dirksen, Karsten Heidelberg, Thomas Dettmer, Peter Lückmann, Stefan Tülp und Karsten Harbers. Foto: Manuel Glasfort  Vergrößern

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Das Unternehmen bildet in drei klassischen Lehrberufen aus: Landmaschinenmechaniker, Mechatroniker und Mechatroniker für Kältetechnik. „Wer bei uns als Mechatroniker oder Landmaschinenmechaniker anfängt, dem bieten wir hinterher an, die jeweils andere Ausbildung draufzusatteln“, erläutert Bernd Wittrock, Geschäftsführer der Firma, das Konzept.

Hermann Schmitz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aschendorf-Hümmling, hebt hervor: „Ein solches System hat in unserer Gegend kein anderes Unternehmen.“ Der Clou dabei: Während der betrieblichen Phasen der zweiten Ausbildung erhalten die Azubis bereits den vollen Gesellenlohn. Für die Firma zählt vor allem eines: dass nach den mindestens sechs Jahren Ausbildung „absolute Fachmänner herauskommen“, wie Jens Moormann-Schmitz, stellvertretender Geschäftsführer von Wittrock, betont.

„Der Fachkräftemangel ist eine betriebliche Herausforderung. Wir müssen als Unternehmen versuchen, der demografischen Entwicklung zu trotzen“, begründet Bernd Wittrock die doppelte Ausbildung, mit der er junge Mitarbeiter an sein Unternehmen binden will.

Das Konzept scheint aufzugehen. Etwa zwei Drittel der Auszubildenden entscheiden sich laut Wittrock für eine zweite Ausbildung. Überhaupt legt der Unternehmer ein besonderes Augenmerk auf die Gewinnung von Fachkräftenachwuchs. Unter den insgesamt 82 Mitarbeitern befanden sich bis vor Kurzem 22 Azubis, von denen acht jetzt ihre Prüfungen ablegten.

Einer von ihnen ist Mathias Dirksen. Der 23-Jährige aus Dörpen ließ sich zunächst zum Mechatroniker ausbilden. „Zum Ende wurde mir angeboten, noch Landmaschinenmechaniker zu lernen“, erzählt Dirksen. Er sagte zu. Dem 23-Jährigen ist die Lust am Lernen jetzt, nach zwei Ausbildungen, offenbar immer noch nicht vergangen. Im Sommer will er eine 18-monatige Zusatzausbildung zum Servicetechniker beginnen.

Auch dieses Angebot zählt zum Konzept von Wittrock. Wer nach zwei Ausbildungen noch einen Meisterlehrgang oder eine Schulung zum Servicetechniker machen will, erhält die Möglichkeit dazu und die Unterstützung der Firma. Wer die Meisterschule besucht, dem zahlt das Unternehmen die Kosten für die Lehrbücher. „Wir haben immer so viel Bildung angeboten wie möglich. In vielen Fällen hat das zum Studium geführt“, berichtet Geschäftsführer Wittrock.

Frühzeitig beginnt die Firma Wittrock damit, den Nachwuchs für sich zu interessieren. In Zusammenarbeit mit der Ludgerusschule in Rhede bietet der Betrieb Achtklässlern ein zweiwöchiges Praktikum in seinem Betrieb an. „Wenn es passt und der Wunsch da ist, können die Jugendlichen ein halbjähriges Praktikum anschließen.“ Auch Mathias Dirksen hat über ein Praktikum den Weg zu Wittrock gefunden.

Damit der Bewerberstrom auch künftig nicht versiegt und mehr Jugendliche in technische Berufe streben, planen Wittrock und sechs andere örtliche Unternehmer bereits ein neues Projekt. Auf dem Gelände der Ludgerusschule soll ein Gebäude errichtet werden, in dem die Schüler mit Technik experimentieren können. Unterstützt sieht sich Wittrock vom Schulleiter der Berufsbildenden Schulen in Papenburg, Heinz Vinke: „Wir wollen die Kinder früh an die Technik heranführen. Da müssen wir pädagogische Konzepte entwickeln.“

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