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Neuer Pass soll „Kultur für alle“ in Osnabrück bieten
Osnabrück. Für zu viele Mitbürger ist Kultur unerschwinglich. Das sagt Sänger und Kommunikations-Designer Max Ciolek. Wer beispielsweise von Arbeitslosengeld oder einer kleinen Rente lebe, könne sich das Chorkonzert in der Marienkirche und die Kabarettveranstaltung in der Lagerhalle einfach nicht leisten.
„Es gibt zwar den Osnabrück-Pass für finanziell schwach Gestellte, aber der gilt nur in städtischen Einrichtungen“, erklärt Max Ciolek. Unter dem Stichwort „Kultur für alle“ hat er sich vorgenommen, das „Lebensmittel Kultur“ jedem, der sich dafür interessiert, zugänglich zu machen.
„Als ich als Assistent von Kirchenmusikdirektor Carsten Zündorf in St. Marien gearbeitet habe, ist mir häufig zu Ohren gekommen, dass manche Leute beispielsweise gern das Weihnachtsoratorium gehört hätten, aber nicht das nötige Geld dafür hatten“, so Ciolek. Mit einer Art Ausweis, dem er erst einmal den Arbeitsnamen „Osnabrücker Kulturpass“ gegeben hat, will er dieser Misere begegnen.
Das Prinzip ist einfach: Für einen Euro bekommen Bürger, die ihre Bedürftigkeit nachweisen (davon soll es in Osnabrück mehr als 20000 geben), den Pass, mit dem sie Veranstaltungen aller beteiligten Institutionen für einen Euro Eintritt besuchen können.
Voraussetzung ist natürlich, dass sich städtische und kirchliche Einrichtungen an dem Projekt beteiligen, aber auch kommerzielle Anbieter sowie alle freien Kulturtreibenden wie Theater- und Tanzgruppen oder Chöre.
Um genau diese Anbieter an einen Tisch zu bekommen, lädt Ciolek heute Abend alle Kulturtreibenden in das Theater Osnabrück. Um 19.30 Uhr stellt er im Oberen Foyer sein Projekt vor. Außerdem stellt Götz Wörner den „Frankfurter Kultur-Pass“ vor, den er als selbst Betroffener initiierte. An diesem Pass beteiligten sich in der Mainmetropole mehr als 200 Kulturveranstalter, und es wurden bereits 5000 Stück verkauft. „Wir wollen mit allen Kulturanbietern ins Gespräch kommen, Ideen austauschen und vor allem einen Verein gründen, der sich aktiv um die Realisierung des Vorhabens kümmert“, so Ciolek. Eine Satzung wurde vorbereitet, und ein Gründungsprotokoll wird heute unterzeichnet.
Alle Kulturinteressierten sind eingeladen, Mittwoch um 19.30 Uhr, ins obere Theaterfoyer zu kommen.
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07.04.2012
