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Biogas: Landvolk im Emsland bleibt bei seiner Linie
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Autor: Herman Hinrichs 31. Januar 2012 17:58 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Keine Sondergebiete ausweisen

Biogas: Landvolk im Emsland bleibt bei seiner Linie

hjh Dörpen. Der Landvolkverband hält an seiner Position fest, dass Biogasanlagen mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt (kW) in Kombination mit einem Wärmekonzept eine sinnvolle Einkommensalternative für Familienbetriebe darstellen können. Anlagen, die mehr als 500 kW Leistung aufweisen, lehnt der Berufsverband dagegen weiter kategorisch ab. „Wir bleiben bei unserer Linie“, betonte der Vorsitzende des Landvolk-Kreisvereins Aschendorf-Hümmling, Bernd Schulte-Lohmöller, während einer Kreisausschusssitzung in Dörpen.

 
Mit der silbernen Ehrennadel des Landvolk-Kreisverbandes Aschendorf-Hümmling hat Vorsitzender Bernd Schulte-Lohmöller den Sögeler Landwirt Bernhard Bruns für dessen Verdienste ausgezeichnet. Foto: Hermann Hinrichs  Vergrößern

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In ihrem Positionspapier fordert die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes, dass Kommunen keine Sondergebiete ausweisen. Die sind eine der Voraussetzungen dafür, dass größere Biogasanlagen überhaupt gebaut werden können. Begründet wird dies mit dem „hohen Risiko“ von Fremdinvestoren, „erheblich höherem Flächendruck“ und einem in der Folge „erheblich steigenden“ Pachtpreisniveau.

Schulte-Lohmöller kritisierte vor den Landwirten aus dem ganzen Altkreis, dass in Sachen Fotovoltaik aufgrund der steigenden Stromkosten über „Bremsen“ diskutiert werde, „aber bei der Biogasförderung redet davon keiner, obwohl ganze Märkte außer Kontrolle geraten“. Der Kreisvereinsvorsitzende stellte mit Blick auf die Ausweisung von Sondergebieten ebenfalls das Verhalten „einiger Kommunalparlamente“ an den Pranger, die „umgekippt“ seien, wie „gerade erst auf dem Hümmling“. Er spielte damit auf den Gemeinderat Vrees und den Samtgemeinderat Werlte an, die aktuell die Ausweisung eines neuen Sondergebietes befürwortet haben (wir berichteten). Mit Unverständnis stellte der Vorsitzende fest, dass „Vermaisung“ als Vorwurf im Raum stehe, dann aber die Diskussion wieder umgekehrt verlaufe.

Gleichwohl schlug Schulte-Lohmöller auch selbstkritische Töne an: „Wir müssen die grundsätzliche Frage stellen, ob das Wachstum in der Veredelung so weitergehen kann oder ob wir einsehen müssen, langsamer zu wachsen.“

Mehr Hygiene im Stall

In seinem Bericht rief der Vorsitzende auch zu einer differenzierten Betrachtung des Themas Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung auf. Er verwies darauf, dass die sogenannten MRSA-Keime, multiresistente Bakterien, in Krankenhäusern andere seien als diejenigen aus der Tierhaltung. Er unterstützte die Forderung nach mehr Hygiene in Krankenhäusern wie auch in Ställen und verurteilte die vorbeugende Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung.

Mit Blick auf die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft kündigte Schulte-Lohmöller an, dass in diesem Jahr der „Tag des offenen Hofes“ im Juni in Herbrum stattfinden werde. „Dieses Angebot ist wichtig, damit wir uns öffnen.“ Das müsse auch in den ländlichen Gemeinden der Fall sein, weil es auch hier viele Menschen gebe, „die wenig über uns wissen“.

Mit der silbernen Ehrennadel des Kreisverbandes zeichnete der Vorsitzende den Sögeler Landwirt Bernhard Bruns aus. Er habe aktuell mehr als 20 Jahre im Kreisausschuss und im Hauptausschuss mitgewirkt. Bruns sei seit 1995 Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Sögel und seit 1974 im Vorstand tätig.

Über das, was die Landwirte zum 1. Januar 2014 erwartet, referierte Dr. Wilfried Steffens vom Landvolkverband Niedersachsen. Dann soll die neue EU-Agrarreform in Kraft treten, deren Verordnungsentwürfe sich zurzeit in der politischen Beratung befinden. Steffens machte den Landwirten wenig Hoffnung darauf, dass noch wesentliche Änderungen in ihrem Sinne zu erwarten sind. „Der Tanker ist nicht mehr großartig vom Ziel abzubringen.“ Er deutete an, dass es vielmehr sogar der Fall sein könne, dass die im Entwurf enthaltene Regelung, genau sieben Prozent der Ackerfläche im Umweltinteresse zu nutzen, noch höher ausfallen könnte. Er riet allen Landwirten angesichts der aktuellen Lage der Dinge, sich schon jetzt Gedanken darüber zu machen, „wo es drückt und wie Sie durchs Nadelöhr passen“.

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