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Ein Leben für die Kunst
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Autor: Conny Rutsch 30. Januar 2012 17:48 Uhr

Ulrich Heemann: Malerei, Grafik und Fotografie aus Neuenkirchen

Ein Leben für die Kunst

Neuenkirchen. Geboren: in Melle. Abitur: in Melle. Studium: Essen, Düsseldorf, Paris. Der Lebenslauf des freischaffenden Künstlers Ulrich Heemann ist bunt wie eine Palette. Und doch wirkt er als Mensch bodenständig. Wie ein Mann vom Land im besten Sinne eben.

 
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Der Künstler Ulrich Heemann machte nach vielen Jahren Arbeit an der Staffelei heute die digitale Fotografie zu seinem Medium. Foto: Conny Rutsch

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Schon ab der 10. Klasse am Gymnasium war ihm klar, dass er Künstler werden wollte. In den 60er-Jahren war das sicher ungewöhnlich. „Zur Kunst beeinflusst hat mich mein Kunstlehrer Johannes Birkhölzer“, sagt Ulrich Heemann, und zu ihm pflegt er nach so vielen Jahren immer noch freundschaftlichen Kontakt.

Nach dem Abitur wird er als einer von sieben Studenten von 140 Bewerbern an der Folkwangschule Essen aufgenommen und studiert freie Malerei. Direkt anschließend lernt er freie Grafik an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1975 wird er zum Meisterschüler von Professor Rolf Sackenheim ernannt, erhält ein Stipendium für die „Cité Internationale des Artes“ in Paris. Er studiert Fotografie, macht Examen als diplomierter Fotodesigner, erhält einen Lehrauftrag für experimentellen Siebdruck in Dortmund.

Was Ulrich Heemann auch tut, er tut es als überzeugter Künstler. Zwanzig Jahre lang malte er, schuf Siebdrucke. „Mitunter habe ich ein einziges Blatt Papier mit 110 Farben bedruckt“, erzählt er. Jede Farbe wird einzeln gewissermaßen durch ein haarfeines Sieb gepresst. Eine Knochenarbeit. Und dann die Fotografie. Bei dem bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit, Professor Otto Steinert, lernte Ulrich Heemann sein Handwerk. Und dann kam die Digitalfotografie. „Für mich war das der Glücksfall schlechthin“, sagt er.

Und staunend stellt er selbst fest: „Wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich Kunst am Computer machen würde...“ Die digitale Fotografie ist inzwischen sein Metier geworden. Aber die Fotos entstehen als Handwerk mit dem Blick für den Augenblick, für den Hintergrund, für die Bewegung.

Ulrich Heemann hat sich im ältesten Fachwerkhaus Neuenkirchens, gleich neben der Kirche, ein modernes Atelier eingerichtet, das wie eine fremde Welt zwischen den alten Balken wirkt. Die Fotokamera hängt in einem Gerüst unter der Decke. Seine Modelle fotografiert er gerne von oben, fängt ihre Posen ein, während sie am Boden, auf einem Feldbett oder in einer alten Zinkbadewanne liegen. So arbeitet er gewissermaßen der Schwerkraft entgegen.

Reflexschirme, Scheinwerfer und Kabel beherrschen den Raum, aber auch Bilder in beeindruckender Größe an weißen Wänden. Sie ziehen den Betrachter in ihren Bann. Eine japanische Tänzerin, ausdrucksstark, umgeben von Hintergrundstrukturen, fotografiert oder von Hand aufgetragen, erreicht sie eine Aussage, die nicht erklärt werden muss. Er bearbeitet die Fotos am Computer und nennt das „Computermalerei“. „Eigentlich ist das nicht anders, als mit dem Pinsel auf der Leinwand zu malen“, erklärt Ulrich Heemann.

Und man merkt ihm die Faszination dieses Mediums an. Er ist gerne bereit zu erklären, setzt sich an den PC, lässt den Neugierigen in seine Arbeit und deren Prozess Einblick nehmen. Es lohnt sich. Weit in die Republik hinein stellt der Neuenkirchener Künstler in namhaften Galerien seine Werke aus, erfolgreich, und trägt damit den Namen seiner Heimatstadt in die Welt.

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