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Anfangs wurde er belächelt: Jugenddiakon Andreas Rohdenburg in Lintorf
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Anfangs wurde er belächelt: Jugenddiakon Andreas Rohdenburg in Lintorf
Anfangs wurde er belächelt: Jugenddiakon Andreas Rohdenburg in Lintorf
Lintorf. Er wurde anfangs wegen seines privat angeschafften gelben Elektromobils mit dem er auch fast alle seine dienstlich notwendigen Fahrten bewerkstelligt, ein wenig belächelt,
Der Strom kommt aus der Steckdose und damit quasi vom Solardach des Hauses, in dem er am Waldrand mit seiner Familie wohnt. Seit 14 Jahren ist Andreas Rohdenburg Diakon der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lintorf. Sein Arbeitgeber ist nicht die Landeskirche, sondern der „Verein für missionarische Jugendarbeit“ (VfmJ).
Dieser Verein wurde extra für die Gemeinde- und Jugendarbeit gegründet. Mitte der 1990er-Jahre investierten die Verantwortlichen einen Teil der für den neuen Verein eingeworbenen Spenden in 300 Quadratmeter Solardächer. Clever, denn die „verdienen mittlerweile jedes Jahr irgendwas zwischen 15 und 17 Prozent meines Gehaltes“, lächelt Andreas Rohdenburg. Freundliche Hilfe von oben... Eine ressourcenschonende Arbeits- und Lebensweise liegt ihm am Herzen. Überdies kann so der Bulli des Vereins oft stehen bleiben, und es bleibt Geld für wichtigere Dinge. Im Zeitalter der Energiewende lacht darüber niemand mehr.
Wo gibt es das noch – eine volle Stelle für solch einen ungeteilten Einsatz für den Nachwuchs? Der Diakon, der zudem eine Ausbildung als Erlebnispädagoge vorweisen kann, findet, er hätte es besser nicht treffen können: „Ich mache klassische Jugendarbeit für eine Gemeinde.“ Rohdenburg versteht sich als „Hebamme“ in Glaubensfragen: „In erster Linie bin ich Diakon, weil ich glaube und weil ich diesen Glauben gern weitersagen möchte. Alles andere – Musik, Erlebnispädagogik, Umweltengagement – ist Ausdruck meines Glaubens.“ Für die Kinder und Jugendlichen ist er Gesprächspartner, manchmal auch Vertrauter und Vorbild. Nur eine Kollegin fehlt ihm in der Arbeit ab und zu – „gerade bei den heranwachsenden Mädchen könnte eine Frau sicher einen leichteren Zugang finden und Vertrauen gewinnen.“
Er arbeitet nicht nur in Lintorf, er lebt auch dort: „Wir sind hier mittendrin, wollen das Private nicht so streng abgrenzen.“ Andreas Rohdenburg bringt sich in die Arbeit im Kirchenkreis ein, auch wenn seine Stellenbeschreibung das nicht vorsieht. Ebenso kooperiert er mit Jugendleiter Nils Bollhorn – die neue Kletterhalle im Bad Essener Jugendtreff Trio hat er mitentwickelt. Daneben macht er Jugendvespern, Vorkonfirmandenunterricht, Bibelkreise und Angebote für Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters – in Gruppen von sechs bis neun und von neun bis zwölf Jahren. Besonders am Herzen liegen Rohdenburg erlebnispädagogische Angebote. Er bietet Outdoor-Gruppen an, bei denen es beispielsweise dazugehört, Holz zu suchen, zu schichten und zu entzünden und auf dem Feuer zu kochen. Zudem bringt er den Jungs bei, wie sie aufeinander achtgeben oder sich beim Späneschneiden nicht verletzen. Nicht ganz stilecht ist allerdings die Tütensuppe, die in dem verbeulten Topf darauf wartet, gekocht zu werden.
Mehrere Freizeiten gehören zum Jahresprogramm – auch ein großes Pfingstcamp. Rohdenburg fährt auch mit zu den Konficups (das sind Fußballturniere für Konfirmanden).
Vormittags ist er meist im Büro. Der Diakon wirkt zufrieden – er lebt seine „persönliche Beziehung zu Gott“ im Alltag und im Tätigsein mit den Kindern und Jugendlichen, eingebunden in die Gemeinschaft. Das darf so bleiben? Er nickt.
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