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Tippspiel
„Rock meets classic“ in Halle: Wenn Rock-Dinos wirbeln
Halle. Wenn Rock mit Klassik verschmilzt: Auf dem Abschlusskonzert ihrer Europatournee brachten die fünf Rock-Dinos Ian Gillan von Deep Purple, Steve Lukather von Toto, Chris Thompson von Manfreds Mann’s Earth Band, Jimi Jamison von Survivor und Robin Beck zusammen mit der Mat Sinner Band und dem Bohemian Symphony Orchestra Prague am Samstagabend die Luft im Gerry Weber Stadion in Halle zum Glühen.
„Ist das schon einer von ihnen? Nein, der ist doch viel zu jung und hat noch so viele Haare auf dem Kopf.“ Passend zum Songtitel sprang ein agiler Sänger auf die Gerry-Weber-Bühne, schmetterte Van Halens „Jump“, „moschte“ mit seinen langen Haaren. Sascha Krebs, Musical-Star aus „Tanz der Vampire“ und „We will rock you“, heizte so die 3550 Zuschauer bei „Rock meets classic“ an, brachte sie nach der fulminanten Carmen-Ouvertüre des Orchesters in den Rock-’n’-Roll-Modus. Das hieß: Klatschen zum Beat, Steh- statt Sitzplätze. Mit gutem Beispiel voran gingen da auch die Orchestermusiker, die, wenn sie nicht gerade einen Einsatz hatten, ihre Streichstöcker in der Luft zum Rhythmus wirbelten und mit Beinen und Oberkörper mitwippten. Eingestimmt war das Publikum dann also, als Musiker, Produzent und Songwriter Mat Sinner die erste Rocklegende des Abends ankündigte.
Jimi Jamison zeigte mit seinen Rocky-Hits „Burning heart“ und „Eye of the tiger“, welche Kraft diese Songs, begleitet durch sinfonische Klänge, entwickeln können. Spätestens jetzt schlug einem der Puls im Rock-Takt. Der New Yorker Sängerin Robin Beck dürstete es in dieser Konzerthitze erst mal nach einer Cola. Es war klar, was nach den Limonaden-Schlücken folgte: Ihr größter Hit „First time“, der jahrelang die Werbung für dieses Getränk begleitete.
Chris Thompson, die Stimme von Manfred Mann’s Earth Band, bedankte sich beim Publikum, das bei „Dave’s on the road again“ und „Blinded by the light“ textsicher mitsang: „For you“ wurde zur Zwischeneinlage bei „Mighty Quinn“. Als Toto-Gitarrist und Sänger Steve Lukather bei „Hold the line“ die Gitarrensaiten zupfte und Background-Sängerin Tiffany Kirkland – eine der gefragtesten Live- und Studiosängerinnen Deutschlands – passend dazu ihre Stimmbänder vibrieren ließ, herrschte anmutige Stille im Stadion, die erst mit dem Verklingen des letzten Gitarrentons von tosendem Applaus durchbrochen wurde.
Dann war es Zeit für den „Oberrocker“. Flammen schossen in die Höhe, Maestro Bernard Fabuljan und seine Orchestermusiker legten den Sakko ab und setzten die schwarzen Sonnenbrillen auf. Deep Purples Ian Gillan war der Erste, der mit seiner Rockband zusammen mit einem Sinfonieorchester auftrat. Das war vor 44 Jahren beim „Concerto for group and orchestra“ in Londons Royal Albert Hall. Stimmlich noch genauso überzeugend, aber bei der Beweglichkeit einbüßend durch nicht mehr ganz so geschmierte Gelenke und einen durch einen Ski-Unfall lädierten Fuß, sang Gillan Hard-Rock-Hymnen wie „Highway Star“ oder „Hush“. „Smoke on the water“ wurde, wie schon im vergangenen Jahr bei „Rock meets classic“ in Halle, zur Zugabe, bei der jeder der fünf Rock-Helden eine Strophe übernahm.
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