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Alfhausen: Prinz Dirk macht Karnevalisten fit
mh Alfhausen. Sie sind wieder los, die Narren. Drei Galasitzungen an einem Wochenende, wie immer mit einem bunt gemixten Programm in der 56. Session seit der Gründung des Alfhausener Karnevalsvereins. Einen Orkan nach Sturmtief Andrea versprachen Präsident Andreas Terheide und Sitzungspräsident Markus Englich.
Zwei routinierte Solisten in der Bütt gehörten dazu, Clemens Wellbrock als Alfhausener Original, der nur kurz den Lieblingsfeind aus dem Nordwesten aufs Korn nahm. Mehr war nicht nötig, im eigenen Ort fand er mit den Schrauben aus Bernds Baumarkt genug Munition für Gags. Heftig waren auch die Zoten von Paul Panzer (Marc Flottemesch) als geschundener Ehemann.
Zu einer anständigen Galasitzung gehören auch flotte Tänze. Die gab es mehrfach. Ihr Debüt legten „Die Jägermeister“ hin. Um ihr Lampenfieber zu verbergen, hatten sie sich vorsorglich großflächig mit Jutesäcken verkleidet. Daniel und Julia Drüen, Natalie Friedrich, Lisa Imdieke und Lars Lohbeck steckten darunter. Viel mehr Bein zeigte das Gardeballett mit seinen Stimmungs- und Discotänzen. Die Routine kam ihnen zugute, sie schienen genauso viel Spaß zu haben wie die Zuschauer (Esta Flottemesch, Maylin Große-Rechtien, Lisa Huchtkemper, Fiona Kuhlmann, Lana Maria Reker, Sabrina und Simone Wellbrock und Annalena Wessel). Bein zeigten auch deren Trainerinnen Sarah Kenning und Katharina Lienesch. Als 0-8-50-Gruppe traten sie zusammen mit Mareike Bollmann, Vanessa Dwenger, Linda Gennermann, Theresa Höckelmann und Elena Rechtien auf, minimalistisch gestylt, mit schwarzen und weißen Strumpfhosen. Und doch war gar nicht klar, zu welchem Bein welcher Kopf gehörte, eine ebenso einfache wie raffinierte Verkleidung.
Das gleiche Verwirrspiel bei „The Little Showboys.“ Drei fröhliche Gesichter, darunter kleine Körper mit kurzen Armen und Beinen. Hier arbeiteten sechs Akteure raffiniert zusammen und gaben einen musikalischen Mix aus den Charts vergangener Zeiten. Viele Jahre Erfahrung als AKV-Gruppe verhinderten wohl, dass Nadine Bohmann, Katharina Frommhagen, Nadine Knobbe, Daniela und Melanie Kuhlmann und Maren Meyer am Ende verknotete Arme und Beine hatten.
Klatsch und Tratsch sind bei Galasitzungen immer dabei. Gut versorgt von Elena Rechtien, konnten Birgit Möller und Michaela Rechtien als zwei Landwirte auf der Körnchenbank Neues erzählen, so von Verwalters neuem Auto, mit dem er nun in Heeke rückwärts seine Berufskollegen überholt. Noch mehr Einblicke ins Heeker Landleben gab der Straußenvater Frank mit zwei seiner Tiere. Tobias Greve, Wiebke Holthaus und Eva-Maria Kleine Starmann kannten die Geschichten von neidischen Hühnern auf große Eier und von Vögeln, deren Auge größer ist als das Hirn. Wenn vier Witwen bei Kaffee und Kuchen im Dorfcafé sitzen, kommt noch mehr zutage – unsentimental und unverblümt. Über alte und angedichtete Liebeleien plauderten Sandra Holtheide, Frank Niedernostheide, Kerstin Sandelmann und Inge Westerfeldt.
Raus aus dem kleinen Dorf, rein ins große Showbusiness: Auf der Suche nach dem Supertalent zeigten die Alfhausener, dass Motsi, Dieter und Silvi als Jury noch zu toppen sind. Und Talente gab es genug (Anne Hedemann, Doris Hesselkamp, Anne und Marietta Kuhlmann, Alexandra Mertens, Gabi und Tanja Steinkamp und Nadine Wanstrath).
Routine bei der Generation Telekolleg. Angekündigt mit viel Bass und etwas Blues, musizierten Christoff Oeverhaus, Frank Steinkamp und Ralf Wessler in Nadelstreifen und Turnschuhen. Sie spielten Akustik unplugged, und das auch mit gerissenen Kontrabasssaiten.
Und noch ein Talent heizte ein, bei dem ein so begnadeter Moderator wie Markus Englich merkten musste, dass die Konkurrenz nicht schläft. Bürgermeister Klaus Wübbolding war sofort in Hochform, als er die Bühne betrat und den neuen Prinzen Dirk abnahm. Hat er auch Airbag und PS?, wollte er wissen – Anspielung auf den alten Prinzen Norbert und auf die Vorliebe des neuen für schöne Autos.
Prinz Dirk Gennermann als der fünfte Regent aus der Straße Am Dorfgraben wird diese wohl in Prinzenallee umtaufen. Und als leidenschaftlicher Radsportler den Karnevalisten viel Bewegung verordnen mit einem Schlittschuhfest auf dem Dorfteich und dem alternativen Ehemännertragen mit Prinz und Präsident im Frühjahr. Die Narretei hört wohl auch am Aschermittwoch noch nicht auf.
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