·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
GMHütte: Vom Kunstbanausen zum Fotokünstler
Georgsmarienhütte. Eines der auffälligsten Werke hat die Überschrift „Grand Slam“: Das dreidimensionale Bild der Tennisspielerin ist kombiniert mit einem davor schwebenden Ball – „3-D Plus“, wie es Marc Witte umschreibt. Gestern wurde in der Villa Stahmer die Ausstellung mit Fotografien und Installationen des Ratinger Künstlers eröffnet.
Um die Kunstwerke von Witte erleben zu können, bedarf es also einer 3-D-Brille. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, dass er die Fotografien im Großdruckverfahren präsentiert. Doch die Ausstellung umfasst noch andere künstlerische Ansätze wie zum Beispiel die Installation „Nur ein Loch ist im Eimer“: Es ist die Verbindung des Volksliedes „Ein Loch ist im Eimer“ mit der Finanzkrise.
Oder „@ the beginning“. Hier schlägt der Künstler die Brücke vom Hieronymus-Bosch-Gemälde „Der Heuwagen“ zur Überfrachtung von Menschen schon im frühesten Kindesalter.
Eine weitere Spezialität des 41-Jährigen sind sogenannte HDR-Fotografien (High Dynamic Range), die wie surreale Gemälde wirken.
Vereinfacht gesagt, erlaubt die Technik, dass Motive aus derselben Perspektive, aber mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen und am Rechner zusammengesetzt werden.
In „The Leader“ thematisiert Witte auch seine eigene berufliche IT-Vergangenheit. In der Fotomontage ist er selbst mehrfach zu sehen, vorne als Boss und im Hintergrund die Riege von Untergebenen, die buckelt oder am Stuhl des Chefs sägt.
Ein weiterer Raum der Villa Stahmer ist wiederum geprägt durch Aktfotografien, die durch auffällige Effekte geprägt sind. Beispiel „Fire & Ice II“, bei dem die beiden Models per Beamer angestrahlt und durch die Nachbearbeitung außergewöhnlich Farbspiele erzielt werden.
In das Werk führte Rita Meyer, eine Freundin Wittes, ein. Dabei zeichnete sie auch dessen Werdegang vom frühen „Kunstbanausen“ zum Fotokünstler nach, der fast nie ohne seine Ausrüstung das Haus verlasse und vielfältige Motive – spontan wie auch exakt arrangiert – umsetze. Darauf baute auch Bürgermeister Ansgar Pohlmann: Witte, in Georgsmarienhütte geboren und in Osnabrück aufgewachsen, könne den Aufenthalt in der alten Heimat nutzen: „Vielleicht finden Sie hier Inspiration für neue Kunstwerke“, sagte Pohlmann.
Die Ausstellung ist noch bis zum 18. März zu sehen.
Mehr Lokales









07.04.2012
