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Hilter: Kfd Wellendorf feiert ausgelassen Karneval
Hilter. Wenn die Katze aus dem Haus ist, dann tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Bei Frauen, die unter sich sind, ist das nicht viel anders. Und so feierten die Damen der kfd Wellendorf die fünfte Jahreszeit mit Hingabe und zogen natürlich auch ausgiebig über die Männer her.
Rund vier Stunden dauerte das Programm, das die Organisatorinnen der kfd für ihre Karnevalsfeier ausgearbeitet hatten. Und es war vollgepackt mit lustigen Sketchen, fetziger Musik und Tanz. Die Moderation übernahmen Hannelore Borkowski und Monika Schmedt.
Den Auftakt machte der einzige Mann im Saal, Pastor Karlheinz Fischer. Er kam als Abgesandter des Papstes und gratulierte den Damen zu einer gelungenen „Krawalli Karnevali rumtata“. Er lobte die „perfetti Organisazione“ und riet den Damen, auf ihrem Heimweg an „Aqua planing prendi Kondoma“ zu denken. An den Regenschirm, wie Gabi Brinkschröder übersetzte.
In einem plattdeutschen Sketch begab sich die über 90-jährige Patientin (Annegret Rahe) zu ihrer Frauenärztin (Helga Krause), weil sie überzeugt war, schwanger zu sein. Als die Ärztin am Ende ein gut gefülltes Mäusenest aus der Unterwäsche der alten Dame zog, war klar, warum sie „Leben in sich“ gespürt hatte.
Die Frauenkette der kfd verbreitete anschließend den neusten Klatsch aus Wellendorf, und die Tanzgruppe zeigte beim Tanz der Vampire, was sie kann. Als Gangsterbraut offenbarte dann Hannelore Borkowsi eine lang gepflegte Familientradition. Schon die Oma habe geklaut, berichtete sie, und der Opa habe sogar mal den Tresor im Rathaus geknackt. „Leider war nichts drin – wegen der Wirtschaftskrise“, sagte sie. Der Vater habe Geldscheine gefälscht. So echt, dass sogar die Bank die druckfrischen 80-Euro-Scheine ohne Murren in zwei 40-Euro-Scheine umgetauscht habe. Und die Mutter klaue am besten – und zwar alles. Vom Taschentuch bis zum Auto.
Über die Männer fielen dann Karin Hornig und Andrea Raßfeld her. „Mein Mann sagt, mit ihm lebe ich wie im Paradies“, erzählte eine der beiden Frauen. „Und das stimmt. Ich habe nichts anzuziehen.“ Sowieso sei es besser, sich viele Haustiere zu halten als einen Mann. „Einen Nerz im Schrank, einen Jaguar vor der Tür, einen Hengst im Bett und einen blöden Hund, der alles bezahlt.“ Mit zunehmendem Alter – so die beiden Damen – werde es aber immer schwieriger, ein passendes Gegenstück zu finden. „Dass du richtig alt bist, merkst du daran, dass der Apotheker dir die Kondome als Geschenk einpackt.“
Nach einer Trimm-dich-Kur von Tanja Hagedorn, die von ihren Bemühungen berichtete, jung und fit zu bleiben, fiel dann der Startschuss zur großen finalen Hitparade.
Die Tanzgruppe der kfd hatte viele hochkarätige Stars auf die Bühne nach Wellendorf gelockt, unter anderem Superstar Pietro Lombardi mit „Call My Name“, Mickie Krause mit „Schatzi, schenk mir ein Foto“ und auch Marianne und Margot Hellweg mit „Servus, grüezi und hallo“.
Die Stimmung im Saal war mehr als einmal nahe dem Siedepunkt, und nicht nur die Gäste, sondern auch die Akteure hatten ihren Spaß an der Show.
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