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Der Holzfäller vom Dümmer
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Autor: Christa Bechtel 29. Januar 2012 11:48 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Wissenschaftler vermuten Ansiedlung des Bibers am See

Der Holzfäller vom Dümmer

Hüde/Hunteburg. Er wohnt in einer Burg. Seine Nagezähne vermögen Bäume zu fällen. Wegen seines Fells wurde er gejagt und fast ausgerottet. Der Biber ist zurück am Dümmer.

 
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Ein Biber auf Entdeckungsreise im Ochsenmoor. Am Dümmer gibt es zwei bis drei Biber. Gab es die Tiere früher auch an der Else? Durch und durch Nagetier: Der Biber kann in einer Nacht einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baum fällen. Die Experten Marcel Holy (r.) und Udo Effertz weisen auf alte Biberspuren hin. Fotos: Christa Bechtel

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„Wir gehen davon aus, dass sich einzelne Biber am Dümmer aufhalten“, sagen Umweltwissenschaftler Dr. Marcel Holy und Udo Effertz von der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD). Und tatsächlich: Während einer Erkundungstour am See entdecken sie im Bereich der oberen Hunte ganz frische Spuren eines Bibers.

Der Biber wurde bereits im November 2009 an Norddeutschlands zweitgrößtem Binnensee gesehen. Wie er an den Dümmer kam, ist bis heute unklar. Eine natürliche Zuwanderung erscheint den Experten unwahrscheinlich. Umweltwissenschaftler Holy ist sich sicher, dass mehrere Tiere von Unbekannten ausgesetzt wurden.

Spuren der Nager wurden in Hunteburg – hier fanden die Naturschützer ein verendetes Tier –, an der Westseite des Dümmers sowie an der Lohne in Richtung Diepholz entdeckt. Für Laien sind Biber allerdings nicht ganz einfach zu erkennen. „Vereinzelt wurden angeblich immer wieder welche gesichtet, aber man kann einen Biber auch leicht mit einer Nutria (Biberratte) verwechseln“, weiß Effertz. Nutrias sind wesentlich kleiner als ein Biber und haben keinen abgeplatteten Schwanz.

Die beiden Wissenschaftler haben den Verdacht, dass an der Westseite des Binnensees Tiere leben. „Der Biber ist eine Art, die früher hier vorkam. Von daher gehört er theoretisch hierhin. Nur die Art und Weise, wie er an den See kam, ist nicht richtig“, betont Holy. Er hätte sich gewünscht: „Dass der Biber auf natürliche Weise zum Dümmer gelangt und sich Lebensräume sucht, die zu seinen Ansprüchen passen.“ Da komme der Dümmer durchaus infrage, so der Fachmann.

Durch Schäden seien die Biber bislang nicht auffällig geworden, sagt Effertz. „Wenn sich der Bestand vergrößert, kann sich das aber durchaus entwickeln, dass Schäden auftreten“, bemerkt Holy. Beide sind der Auffassung, dass im Falle einer Ausbreitung in der Dümmerregion ein Managementplan notwendig werden könnte.

Der Biber ist nachweislich von Natur aus menschenscheu sowie dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn er sich jedoch daran gewöhnt habe, komme es durchaus vor, „dass sie bis in besiedelte Bereiche vordringen“, verdeutlicht Marcel Holy. Europaweit wird er im Übrigen in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie als streng geschützte Art geführt.

„Ich habe im Juni 2011 zum letzten Mal den Biber persönlich gesehen, und zwar in Dümmerlohausen in der Nähe der Badestelle am Jugendfreizeitheim“, erzählt Wolfram van Lessen, Erster Kreisrat vom Landkreis Diepholz , der auch Verbandsvorsteher des Hunte-Wasserverbandes ist. „Wir haben am Dümmer noch zwei bis drei Biber. Er ist ein nettes und sehr wertvolles Tier, solange er nicht in den Deich geht“, sagt van Lessen, der der Ansicht ist, dass der Dümmer nicht für die Wiederansiedlung geeignet ist. Wer ebenfalls Spuren des Bibers entdeckt hat, kann sich an den NUVD – Telefon 05443/929811 – wenden.

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