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Recherchen für das Betriebspraktikum: Neuenkirchener Schüler schauen sich Betriebe und Berufe an
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Autor: Christian Geers 28. Januar 2012 10:45 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Projekt zur Berufsfindung

Recherchen für das Betriebspraktikum: Neuenkirchener Schüler schauen sich Betriebe und Berufe an

cg Neuenkirchen. Journalisten haben es gut. Was sie nicht wissen, erfragen sie einfach. So recherchieren sie komplizierte Sachverhalte, stellen sie verständlich für jedermann dar, kurzum, sie liefern Nachrichten und Meinungen. 17 Jungen und Mädchen der 8. Klasse der Oberschule Neuenkirchen hatten es in der vergangenen Woche auch gut: Sie waren als „Berufsreporter“ unterwegs – im Dienste eigener Interessen.

 
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Arbeiteten spielend den Fragenkatalog ab: Theresa Sofie Ballmann (hinten) und Silvia Tirbach (Zweite von rechts) schauten sich zwei Tage als „Berufsreporter“ in der Kindertagesstätte St. Lambertus in Merzen um. Foto: Christian Geers Einblick in den Motor und ins Berufsleben: Im Kfz-Betrieb Brackmann standen Helmut Rüther und Christian Kenning (von links) den Schülern Lars Celja und Oleg Borsuk Rede und Antwort.

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Mit einer Arbeitsmappe und vielen Fragen und Aufgaben verbrachten die Schüler beim Schulprojekt „Berufsreporter“ zwei Vormittage in insgesamt zehn Betrieben in der Samtgemeinde Neuenkirchen. Ihr Auftrag: Als Reporter sollten sie eine Firma und die dort vorhandenen Berufe erkunden. Wie Journalisten gingen sie den Dingen auf den Grund, machten sich vor Ort ein eigenes Bild und trugen die Antworten auf ihre Fragen zusammen. Heraus kommt am Ende, das hofft Klassenlehrer Adalbert Wegmann, eine Zusammenfassung über verschiedene Berufe, die die Reporter im Unterricht den Mitschülern präsentieren werden.

Wunsch und Wirklichkeit

Schon seit 2005 gibt es dieses Projekt an der Neuenkirchener Schule. Denn Wegmann und seine Kollegen wissen aus langjähriger Erfahrung nur zu gut: Wenn in der achten Klasse das Schulpraktikum ansteht, haben die allerwenigsten Schüler einen Schimmer, welchen Beruf sie ausprobieren sollen.

Das Problem: Wunsch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Fehlendes Überblickswissen und detaillierte Informationen, kaum Kenntnisse von betrieblichen Prozessen – oft sind Schüler und Betriebe nach zwei Wochen Schulpraktikum enttäuscht.

Das Projekt „Berufsreporter“ soll gegensteuern und vorab eine Entscheidungshilfe für die spätere Wahl des Praktikumsplatzes sein. Der Wunsch der Schule: Die Schüler sollen einen Praktikumsplatz wählen, der ihren Neigungen, Interessen und Fertigkeiten am nächsten kommt und damit die Berufswahl später das Fundament eines gelingenden Lebens ist.

Theresa Sofie Ballmann und Silvia Tirbach schauen in der Kindertagesstätte Merzen den Erzieherinnen über die Schulter. Das Spiel mit den Kindern macht ihnen Spaß, gerne begleiten sie die Bärengruppe zum Turnen in die Sporthalle. Doch beide Schülerinnen sind sich nach dem ersten Tag einig: Ein Praktikum als Erzieherin werden sie vor den Osterferien nicht absolvieren. „Friseurin kommt für mich eher infrage“, sagt die 15-jährige Theresa.

Aussuchen konnten sich die Schüler ihren Betrieb für das „Berufsreporter“-Projekt allerdings nicht, berichtet Karin Beyreuther, Sozialarbeiterin an der Oberschule Neuenkirchen. Die Schüler hätten nur die Aufgabe gehabt, Informationen über Ausbildungsberuf und Betrieb zusammenzutragen. „Wenn der Beruf aber schon den eigenen Wünschen entspricht, ist es dann ein schöner Nebeneffekt“, sagt sie.

Das war bei Oleg Borsuk und Lars Celja der Fall. Die 14-Jährigen schauten sich im Kfz-Betrieb Brackmann in Neuenkirchen um, um etwas über die Arbeit des Kfz-Mechatronikers herauszufinden. „Ich interessiere mich sehr für Autos“, sagt Lars, während Oleg ebenfalls „Spaß am Schrauben, Basteln und Reparieren“ hat.

Gefragte Gesprächspartner sind Kfz-Meister Christian Kenning und Betriebsleiter Helmut Rüther. Die nutzen den Besuch der Schüler für Werbung in eigener Sache. „Kfz-Mechatroniker ist ein richtig spannender Beruf. Da wird es nie langweilig“, diktiert Rüther den Berufsreportern in den Block.

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