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„Andere Filme anders zeigen“
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Autor: Reinhard Westendorf 27. Januar 2012 16:32 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Osnabrücker Kinogeschichte(n), Teil 9: Die nichtgewerblichen Spielstätten

„Andere Filme anders zeigen“

Osnabrück. Beim Begriff Kino ging es in dieser Reihe bisher immer um die Örtlichkeiten und kaum um die Filme selbst. Eine ambitionierte Auseinandersetzung mit dem Medium Film und seiner Geschichte fand in den kommerziellen Kinos kaum statt, sondern in der nichtgewerblichen Filmarbeit. Ein kleiner Rückblick auf das „Kino zum Selbermachen“ in Osnabrück.

 
Ungewohnter Ort fürs Kino: die Gesamtschule Schinkel in früheren Jahren. Foto: Archiv  Vergrößern

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Angesichts der damals desolaten Kinosituation forderten zu Beginn der 1970er-Jahre bundesweit Kulturpolitiker und Filmenthusiasten die Einrichtung kommunaler Spielstätten unter dem Nenner „andere Filme anders zeigen“. In Osnabrück hat es letztlich nie ein echtes kommunales Kino gegeben, aber schon früh ein reges Interesse an Filmkultur.

Bereits 1952 gründete sich der „Osnabrücker Filmclub e.V., dessen Ziel es war, „seinen Mitgliedern künstlerisch wertvolle Filme zu vermitteln, dadurch das Verständnis der Filmkunst zu fördern und es durch Vorträge und Diskussionen zu vertiefen“. Die Vorführungen fanden anfangs im Haus der Brücke der Nationen statt, ab 1956 dann im Haus der Jugend. Dort fanden auch 14-täglich die vom Stadtjugendring organisierten Vorführungen der gleichfalls 1952 initiierten „Jungen Filmgemeinde“ statt. Auf dem Höhepunkt dieser Filmclubbewegung im Jahr 1960 hatten beide Einrichtungen jeweils über 1000 Mitglieder. Der „Osnabrücker Filmclub“ löste sich dennoch 1966 auf, während die „Junge Filmgemeinde“ noch bis weit in die 1980er-Jahre Vorführungen anbot.

Nichtgewerbliche Filmarbeit mit den damals sehr verbreiteten 16-mm-Projektoren und -Kopien fand in den 1980er-Jahren auch in der Volkshochschule und in Gemeinde- und Jugendzentren wie dem „Ostbunker“ im Schinkel statt. In der Gesamtschule Schinkel wurde im Januar 1991 auch das medienpädagogische Kinder- und Jugendkino „Metropolis“ von Mitgliedern des schulischen Vereins „Medienlabor“ eingeweiht.

Zu den ältesten, noch immer existierenden alternativen Kinostätten in Osnabrück zählen die „Initiative Unifilm“ und das „Kino in der Lagerhalle“. Zu einer Zeit, da sich die städtische Kino- und Filmkultur in einem sehr trostlosen Zustand befand, wurde im Sommersemester 1975 der studentische Filmclub „Unifilm“ ins Leben gerufen. Bis heute präsentiert die in den AStA der Uni eingebundene Initiative jeweils montags und dienstags in einem Hörsaal des Erweiterungsgebäudes an der Seminarstraße ihr Programm.

Seit Dezember 1976 betreibt der Verein „Lagerhalle e.V.“ an der Rolandsmauer 26 mit städtischer Unterstützung ein selbst verwaltetes Kultur- und Kommunikationszentrum. Von Beginn an war der vielfach ausgezeichnete Kinospielbetrieb Bestandteil des Programmkonzepts. Der projektionstechnisch professionell ausgestattete Saal der Lagerhalle dient auch dem „European Media Art Festival“ und dem „Unabhängigen FilmFest“ als Veranstaltungsort. Zuletzt sei der wohl skurrilste Vorführort der nichtgewerblichen Osnabrücker Kinogeschichte erwähnt. Ab Oktober 2001 präsentierte in einem Wohnzimmer in der Meller Straße der „Deadlock Movie Club“ über einige Monate schräge Schätze aus einer privaten Schmalfilm-Sammlung.

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