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Osnabrücker Neumarkt: Investor will Center auf Dauer betreiben
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Autor: Wilfried Hinrichs 28. Januar 2012 10:49 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Zu Besuch bei mfi in Essen

Osnabrücker Neumarkt: Investor will Center auf Dauer betreiben

Osnabrück/Essen. Wer sind die Leute, die das Einkaufszentrum am Neumarkt bauen wollen? „Sie sind auf jeden Fall nicht von der Hauruck-Truppe“, sagt zumindest der Osnabrücker FDP-Politiker Thomas Thiele. Wir haben die Manager von mfi in Essen besucht.

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Die Abkürzung mfi steht für die Management für Immobilen AG in Essen, Bamler Straße 1. Alles in dieser klar konturierten Firmenzentrale im Norden der Innenstadt ist Understatement. Man will zeigen, die Geschäfte laufen blendend, aber keinesfalls übertreiben.

300 Mitarbeiter von der Projektentwicklung bis zum Miet-Management arbeiten hier unter einem Dach. Die Reihen gläserner Büros werden von Kommunikationsinseln mit Kaffeemaschinen unterbrochen, an den Wänden hängen Objekte zeitgenössischer Künstler. Hochwertige und wertvolle Kunst, wie Pressesprecher Thorsten Müller sagt – wohl auch, um zu unterstreichen, dass mfi in allen seinen 24 Centern in Deutschland architektonisch, gestalterisch und künstlerisch Akzente setzen will. Und zwar in jeder Stadt anders. „Wir wählen die Architekten zusammen mit der jeweiligen Stadt aus, erklärt Klaus-Martin Callhoff, Leiter Projektentwicklung. So entstünden keine „Center von der Stange“, sondern auf den jeweiligen Standort zugeschnittene Häuser, ergänzt der für Osnabrück zuständige Projektmanager Nils Perpeet.

Die mfi ist Mehrheitsgesellschafterin der „Neumarkt 14 GmbH & Co. KG“, einer kürzlich zusammen mit dem Osnabrücker Immobilienkaufmann Theodor Bergmann gegründeten Firma. Lebenszweck der Gesellschaft ist die Entwicklung des Einkaufszentrums am Neumarkt. Doch damit ist es nicht getan: mfi will das Center bauen, vermieten und langfristig betreiben, wie Callhoff versichert. Damit beschreibt er die neue Unternehmensstrategie, und so hat er es auch den Osnabrücker Kommunalpolitikern versprochen.

Das Unternehmen wirbt damit, „Deutschlands erstes und einziges voll integriertes Shoppingcenter-Unternehmen“ zu sein. Geschäftsprinzip ist nach den Worten von PR-Mann Thorsten Müller, die ganze Wertschöpfungskette zu nutzen: von der Idee über die Projektentwicklung, Planung, Vermietung bis hin zum langfristigen Management. 300 Beschäftigte arbeiten in der Essener Zentrale, weitere 300 sind in den „Arcaden“ vor Ort im Einsatz.

Osnabrück wäre das erste Center von mfi in Niedersachsen. Die Stadt, so sagt Nils Perpeet, müsse sich nicht nur gegen Münster und Bielefeld behaupten, sondern gerate immer stärker in einen Wettbewerb mit den benachbarten Mittelzentren Rheine, Lingen, Meppen, Bad Oeynhausen, Gütersloh und Minden. 130000 Menschen leben nach mfi-Berechnungen in den Überschneidungsgebieten. Das entspricht einer Kaufkraft von 650 Millionen Euro oder 17 Prozent der gesamten Kaufkraft im ursprünglichen Einzugsgebiet von Osnabrück. Ein Einkaufszentrum böte nach Ansicht der Manager die Chance, diese Kaufkraft zu halten und weitere anzuziehen.

Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Roger Weiss gründete mfi vor 25 Jahren. Heute ist der nach der Hamburger Firma ECE zweitgrößte deutsche Centerentwickler zu 80 Prozent in Besitz des amerikanischen Finanzinvestors Perella-Weinberg. Die Amerikaner stiegen ein, als mfi in der Finanzkrise das Geld auszugehen drohte. „Die mfi steht seit der Übernahme durch einen Perella-Weinberg-Fonds wieder voll im Saft“, schrieb die branchennahe „Immobilien-Zeitung“ im Juni 2011.

Seit einigen Jahren baut mfi ein Shopping-Center-Portfolio auf, indem es selbst Center baut (Recklinghausen, Leipzig, Mönchengladbach, Fulda) oder kauft. Zuletzt erwarben die Essener für 107 Millionen Euro ein Einkaufszentrum in Gera. Den Wert der Center-Immobilien im eigenen Besitz gibt mfi mit 1,3 Milliarden Euro an. Bis 2015 sollen es zwei Milliarden sein.

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