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Senioren-Wohnprojekt in Hagen liegt vorerst auf Halde
Hagen. Paukenschlag im Hagener Planungsausschuss: Das Bebauungsplan-Verfahren für das Gelände neben dem St.-Anna-Stift geht in die Verlängerung. Der Ausschuss stimmte gestern nach langer Diskussion mit Mehrheit für eine Absetzung des Themas von der Tagesordnung. Es hatte sich angedeutet, dass der Plan bei einer Kampfabstimmung nicht durchgekommen wäre.
Ein Investor will im unmittelbaren Umfeld des Seniorenstifts an der Natruper Straße altengerechte Wohnungen errichten. Nach aktuellen Unterlagen sollen dort zwei schräg versetzte Gebäude entstehen. Das hintere erweist sich als Knackpunkt. Es könnte der Grundstücksgrenze zu den Häusern an der Straße Brooksweg relativ nahe kommen und ist zudem dreigeschossig zuzüglich Dachausbau geplant.
Dagegen wehren sich die dortigen Anwohner. Im bisherigen Verfahren haben sie in anwaltlichen Schreiben unter anderem dargelegt, dass ihre Grundstücke durch die heranrückende Bebauung an Wert verlören.
Zwar lässt der geltende Bebauungsplan auf dem Gelände bereits eine dreistöckige Bebauung zu, jedoch liegt das Baufenster bisher wesentlich weiter entfernt vom hinteren Teil des Grundstücks.
In der Ausschusssitzung am Donnerstagabend erläuterte Ortsplaner Friedhelm Hütker noch einmal, worum es im Verfahren gehe: Mit dem Bebauungsplan erstelle die Gemeinde lediglich den Rahmen. „Wie groß das Bild ist, bestimmt der Bauherr.“ Aber einige Ausschussmitglieder hatten an der Größe des Rahmens etwas auszusetzen. Er ermöglicht den Investoren, mit ihrem Gebäude bis auf acht Meter an die im Süden gelegenen Grundstücke heranzurücken. Die maximale Traufhöhe beträgt 10 Meter, die Firsthöhe darf 13 Meter nicht übersteigen.
Gebäude zu hoch
Dies ist mehreren Mitgliedern im Planungsausschuss zu nah beziehungsweise zu hoch. Ihre Lösungsansätze: entweder ein komplett neuer vorhabenbezogener Plan (was ein neues Verfahren bedeuten würde) oder den bisherigen Entwurf insofern ändern, dass im hinteren Teil des Grundstücks maximal zweigeschossig gebaut werden kann.
Zweifel am bisherigen Plan ließen alle vier SPD-Mitglieder, der Grünen-Vertreter Georg Hehemann und auch Klaus Herkenhoff (CDU) erkennen. Letzterer verwies darauf, dass die geplanten Häuser de facto viergeschossig gebaut werden könnten, weil zu den drei erlaubten noch ein nicht vollwertiges Dachgeschoss hinzukommen könne. „Das geht ein Geschoss zu weit.“
Umstimmen konnte die Zweifler anscheinend auch der Appell des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bastian Spreckelmeyer nicht. Er erinnerte den Ausschuss daran, dass die Investoren in einer nicht öffentlichen Sitzung signalisiert hätten, dass das Projekt bei einer Reduzierung der Geschosszahl gestorben sei.
Angesichts der Konstellation von potenziell sechs Nein-Stimmen bei insgesamt elf Ausschussmitgliedern war die Bebauungsplanänderung in Gefahr. Herkenhoffs Warnung: „Eventuell macht man das Verfahren heute kaputt.“ Sowohl er als auch Beatrix Pöttering (SPD) beantragten deshalb, auf eine Abstimmung zu verzichten. Mit sechs zu fünf Stimmen wurde dieser Antrag angenommen.
Gestorben ist das Projekt damit nicht. Denn der Ausschuss hätte lediglich eine Beschlussempfehlung abgegeben. Wie Bürgermeister Peter Gausmann auf Anfrage erklärte, wird sich der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss am 21. Februar mit dem Bebauungsplan befassen. Dort wird entschieden, ob das Thema auf die Tagesordnung der Ratssitzung kommt. Und dort können die Mehrheitsverhältnisse wieder ganz anders aussehen.
Parallel will Gausmann noch einmal mit den Investoren verhandeln.
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