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Tippspiel
Edelstein der Gewässerpalette droht verloren zu gehen
Hunteburg. „Wir Angler müssen uns mit den Landwirten arrangieren“, forderte Dieter Freiberg, Referent für Umwelt und Gewässerfragen, während der Jahreshauptversammlung der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA) Ortsgruppe Hunteburg im Gasthaus Trentmann in Hunteburg mit Blick auf die Dümmerproblematik und die Hunte.
Höchstens ein Fünftel von der Wasserfläche der Hunte werde noch beangelt, so Freiberg.
Zuvor hatte er die Mitglieder über die stattgefundenen Vorträge „Rund um den Dümmer“ im Gasthaus Beinker im Vennermoor informiert; eine Veranstaltung des Niedersächsischen Landvolks – Ortsverbände Hunteburg und Venne. Dabei hätten die Referenten darauf hingewiesen, dass Phosphate die Hauptursache für die Überdüngung, insbesondere der starken Vermehrung der Algen und besonders der Blaualgen, seien. Freibergs Idee: Eng mit allen Interessengruppen zusammenzuarbeiten.
„Wir kämpfen schon seit Jahren an verschiedenen Fronten bezüglich Dümmer und Hunte“, meinte Hans Macke, 1. Vorsitzender der NWA Osnabrück, dessen Sorge ist: „So gut der Schilfpolder sein mag, er bekämpft aber nicht die Ursache.“ Ursache sei, dass auf dem Weg von Bohmte (B 51) bis dorthin, wo die Eindeichung beginnt, nach wie vor eine Überdüngung stattfinde. Es wäre schön, „wenn wir hier die Landwirte mit ins Boot bekommen“, wünschte Macke sich ebenfalls, dem allerdings bewusst ist, dass diese auf Ausgleichsflächen (Tauschflächen für abgegebene Ländereien) bestehen werden.
Sollte es zu dem Schilfpolder kommen, der sich noch in der Planungsphase befindet, „müssen wir davon ausgehen, dass vom Schäferhof bis zur Dümmermündung ein Angeln nicht mehr möglich sein wird“, folgerte Macke. Gemunkelt werde, dass der Schilfpolder, durch den die Hunte durchgeführt werden soll, am Schäferhof beginne. „Wenn nicht schon vorher, sodass uns das schönste Stück der Hunte verloren geht“, stellte der Vorsitzende bedauernd fest, denn: „Die NWA hat die Hunte in diesem Bereich nicht nur ein Stück weit gepachtet, sondern auch eigene Fischereirechte“, betrachtete Macke mit Sorge, dass „ein Edelstein unserer Gewässerpalette verloren geht.“ Hinzu komme, dass die Hunte in diesem Bereich kaum eine Strömungsgeschwindigkeit habe, „die steht fast“, meinte der Osnabrücker, sodass die Effekte für den Polder möglicherweise gar nicht vorhanden seien. Dadurch könne der Fall eintreten, dass der Bereich eventuell verlandet, sich Faulgase bilden, brachte Macke seine Bedenken ein.
Der Fischbesatz werde weiterhin optimiert, teilte Hans Macke in seinem späteren Grußwort mit. Die Maßnahmen werden den besonderen Gegebenheiten des jeweiligen Gewässers angepasst. Damit werden auch weitergehende Anforderungen an die Angler gestellt; zum Beispiel müssen diese über gemeinsame Angelveranstaltungen Eintragungen vornehmen. „Für einige Fischarten wurden Mindestmaße eingeführt bzw. wurden heraufgesetzt, bemerkte Macke weiter. Einige Stillgewässer wurden zur Unterstützung des biologischen Gleichgewichts mit Rotfedern besetzt. An einem Gewässer musste eine besondere vorübergehende Fangbeschränkung eingeführt werden.
Das Renaturierungsprojekt an der Hase in Gehrde sei weitgehend abgeschlossen. „Ein Seitenbiotop, das die NWA mitfinanziert hat, wurde an die Hase angeschlossen und kann mit beangelt werden“, zeigte Macke auf. Die Preise für Gastkarten seien erhöht worden, aber: „Die finanzielle Situation der NWA erlaubt es, den seit 12 Jahren nicht erhöhten Beitrag auch für das laufende Jahr beizubehalten.
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18.05.2012
