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Landkreis stellt in Herzlake favorisierte Trasse einer künftigen vierspurigen E233 vor
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Autor: Tim Gallandi 26. Januar 2012 12:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Ulf D. Donnerstag, 23. Februar 2012 15:55 Uhr

"Wir denken an alle Verkehrsteilnehmer"

Landkreis stellt in Herzlake favorisierte Trasse einer künftigen vierspurigen E233 vor

Herzlake. Im Westen der Samtgemeinde Herzlake soll die Europastraße 233 nach ihrem vierspurigen Ausbau identisch mit der heutigen Bundesstraße 213 verlaufen. Im östlichen Teil der Kommune wird die Trasse jedoch nach derzeitigem Planungsstand geringfügig von der bestehenden Strecke abweichen.

 
So soll die vierspurige Europastraße nach den derzeitigen Planungen verlaufen. Grafik: Heiner Wittwer  Vergrößern

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Darauf haben Fachleute des Landkreises Emsland am Dienstag bei einer Informationsveranstaltung im Schulzentrum Hasetal hingewiesen. Vor rund 100 Zuhörern erörterten sie im Beisein von Vertretern der Gemeinde und der Samtgemeinde Herzlake Einzelheiten über die Auswirkungen des Vorhabens auf Herzlaker Gebiet.

Letztgenanntes bildet in den Plänen den, von Meppen aus betrachtet, dritten von acht Planungsabschnitten. Er liegt zwischen Haselünne-Sautmannshausen und der Grenze zum Landkreis Cloppenburg und ist knapp 15 Kilometer lang.

„Die Planung orientiert sich an der bekannten Straße“, erläuterte Kreisbaurat Dirk Kopmeyer. „Das heißt aber nicht, dass man nicht an der einen oder anderen Stelle abweicht.“ Dies sei nötig, da bei vierspurigen Fernstraßen bestimmte Vorgaben eingehalten werden müssten. Sie betreffen beispielsweise die Querschnitte und Radien der Straße, aber auch Sichtweiten und Geschwindigkeiten.

Westlich der künftigen Anschlussstelle Herzlake – an der Kreuzung zur Landesstraße 55 – folgt die von den Planern favorisierte Trasse daher auf weitgehend geradliniger Strecke dem Verlauf der jetzigen B 213. Östlich dieses Knotenpunktes hingegen weicht sie ab und soll westlich der bestehenden Straße wie auch der Trasse der Emsländischen Eisenbahn verlaufen.

Wie Kopmeyer und Fachbereichsleiter Detlev Thieke erörterten, resultiert diese Vorzugstrasse aus mehreren Varianten, die auf Faktoren wie Kosten, Lärmbelastung und Überbauung abgeklopft wurden. Der vorliegende Entwurf habe sich als optimal erwiesen, unter anderem deshalb, weil dabei keine Gebäude abgerissen werden müssten und sich eine Verlegung der Eisenbahntrasse erübrige.

Nur eine Anschlussstelle

In der anschließenden Diskussion signalisierten die Zuhörer überwiegend Zustimmung zu den Plänen. Mehrere Lokalpolitiker hoben hervor, die neue Trasse bringe mehr Vorzüge als Nachteile. „Uns werden zwei Abfahrten genommen, aber damit können wir leben“, sagte Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus (CDU) mit Blick darauf, dass nur eine einzige Anschlussstelle in Herzlake vorgesehen ist.

Aloys Kötter (CDU) betonte, auch im nahen Ortsteil Westrum dürfte die vierspurige Strecke „große Akzeptanz finden“. Laut Gerd Henkel (UWG) wird die Möglichkeit, die bisherige Trasse der B213 als Parallelstrecke zu nutzen, vorteilhaft sein, gerade für Landwirte.

Die Frage nach Ausweichrouten für den übrigen Verkehr – wie landwirtschaftliche Fahrzeuge, Linienbusse und Mopeds – stand denn auch bei den übrigen Anwesenden im Mittelpunkt. „Wir denken an alle Verkehrsteilnehmer“, versicherte Thieke. Auch die Reitwege würden berücksichtigt.

Kopmeyer verwies darauf, dass man sich noch in einer frühen Planungsphase befinde. Alle notwendigen Schritte würden im Dialog mit Gemeinde und Samtgemeinde Herzlake abgestimmt. Generell werde man „intensive Gespräche mit allen Beteiligten“ führen, auch, wenn es später beispielsweise um Ausgleichsflächen für die Landwirtschaft gehen werde.

Landrat Reinhard Winter hatte eingangs der Veranstaltung den Blick noch einmal auf die hohe Verkehrsbelastung der Strecke gelenkt, die in den kommenden Jahren noch wachsen werde, ebenso wie die Belastung für Mensch und Umwelt. „Es gibt keinen anderen Weg, als den Lückenschluss vorzunehmen“, sagte Winter.

Die Europastraße 233 soll nach Abschluss des Projekts auf der 83 Kilometer langen Strecke zwischen der A31 in Meppen und der A1 in Cloppenburg durchgehend vierspurig verlaufen. Die Kosten für das Vorhaben werden auf 250 bis 300 Millionen Euro geschätzt. Allein für die Planung wurden sechs Millionen Euro veranschlagt. Zurzeit befinden sich die Verantwortlichen in der zweiten von insgesamt fünf Planungsphasen.

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  Leserkommentare

 
Ulf D., Donnerstag, Februar 23 um 15:55 Uhr Falsche Sichtweise der Fakten bei M.K. Leider, leider haben Sie wieder mal alles durcheinandergewürfelt, M.K. So wird das nichts mit einer sachlichen Diskussion mit Ihnen.

Sie müssen die Transit-Strecken zwischen den ARA-Häfen und den Hanse-Häfen vergleichen. Bis 2005 fuhren die Transit-Lkw auf der Autobahn-Route ab Amersfoort via A30 via Osnabrück via A1 nach Norden. Seit Einführung der Lkw-Maut 2005 fahren davon etwa 30-40 % als Mautflüchtlinge über die nördlichen NL-Autobahnen via E233 zur A1.

Der Unterschied zwischen alter Strecke und Maut-Ausweichstrecke von Amersfoort (NL) bis Emstek (A1) beträgt 13 km. Das nennen sie "gewaltige Umwege". So ein Unfug. Auf der Relation Rotterdam-Hamburg ist das ein Witz.

Der Lkw-Verkehr nimmt auf dieser Strecke zu, weil dort die Geschwindigkeit nicht kontrolliert wird (viele fahren bis zu 95 km/h), weil das Gewicht dort nicht kontrolliert wird (viele fahren überladen), weil dort pro Weg ca. 14 EUR Maut gespart werden.

Ein Zeitvorteil ergibt sich trotz der 13 km kürzeren Strecke nicht, da die zur Zeit noch ca. 6 Ampeln hat - zumal wenn die Lkw sich hier endlich an die vorgeschriebenen 60 km/h halten würden.

Wer sind bitte "die Pendler"? Wenn die Strecke von den Mautflüchtlingen befreit wäre, weswegen wir das Durchfahrtverbot für Transit-Lkw fordern, wäre sie auch für Pendler-Pkw freier. Dennoch dürfen auch Pkw dort nur 100 km/h fahren. Ich sehe sehr viele Pkw-Fahrer mit EL- und CLP-Kennzeichen, die sich einen Scheiß um die Geschwindigkeitsbegrenzungen kümmern. In einer Saalveranstaltung im Emsland erzählte ein Emsländer stolz, dass er gern auf der Strecke mit 130-140 km/h brettert - unter allgemeinem Applaus der meisten Anwesenden.

Für solche Raser sollen wir also die Strecke ausbauen? Geht's noch? Ich kann auch bei der jetzigen Belastung der Strecke durch die Mautflüchtlinge mit entspannten 95 km/h auf der gesamten E233 fahren - immer schön locker hinter einem Transit-Lkw hinterher. Die fehlenden 5 % Geschwindigkeit - geschenkt.

Wer Kamikaze-Überholmanöver macht, kann nicht Auto fahren. Zählen Sie dazu?

 
M. K., Donnerstag, Februar 2 um 07:26 Uhr Keine Mautflüchtlinge Die Europastraße wird genau für diesen Transfer immer stärker genutzt. Die A28 und die A30 sind dabei gewaltige Umwege die Zeit kosten, Sprit kosten und damit die Umwelt belasten. Zudem kann auch die E233 Mautpflichtig gemacht werden. Der LKW Verkehr nimmt zu, ob man nun Realist ist oder wie manche hier vollkommen die Realität verdrängt. Und die Pendler würden durch den vierspurigen Ausbau nicht nicht Zeit und Geld sparen, es wäre ein immenser Gewinn für die Sicherheit wenn es nicht mehr die ständigen Kamikaze Überholmanöver geben würde.

 
Ulf D., Donnerstag, Januar 26 um 16:51 Uhr Wieder nur Wunschdenken ohne korrekte Fakten vermittelt. Der neue Landrat sollte doch mal belegen, wo die Belastung der E233 seit 2005 herkommt - und sich dann fragen, warum die Landkreise Emsland und Cloppenburg sich seit 2006 so vehement dagegen sträuben, die Mautflüchtlinge unter den Lkw auf die vor der Mauteinführung genutzten Autobahnen zurückzudrängen.

Das entsprechende Verkehrslenkungsinstrument (Durchfahrtverbot für Transit-Lkw) ist seit 2006 nutzbar und würde auch an dieser Strecke eingesetzt werden können, weil hier de facto Mautausweichverkehre in deutlich erhöhtem Maße stattfinden. Die fahren die Straße kaputt, ohne Maut zu zahlen - und tanken tun sie hier auch nicht.

Die Ausbau-Befürworter nutzen sie, um den Druck auf die Bevölkerung hoch zu halten, die Strecke würde mehr und mehr belastet werden und der Verkehr würde ewig weiter wachsen. Daher sei der Ausbau die einzige Möglichkeit. ("Alternativlos" war Unwort des Jahres 2010!)

Nach wie vor die bewusst falsch verbreitete Information zu wiederholen, der Ausbau würde auf 250 bis 300 Millionen EUR geschätzt, heißt, das Volk zu belügen!

Die Verkehrswirtschaftlichkeitsuntersuchung (VWU), die Grundlage für diesen ganzen Ausbau-Blödsinn ist, weist eindeutig Baukosten von mind. 340 Millionen EUR aus - auf der Preisbasis von 1998!!! Wer im Jahr 2012 behauptet, die Kosten seien noch bis zu 90 Millionen EUR niedriger, belügt das Volk. Und da die Verantwortlichen die VWU genau kennen, belügen sie es wissentlich.
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