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Keine Euphorie für alte Autoschilder - Landkreis gegen Wiedereinführung
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Keine Euphorie für alte Autoschilder - Landkreis gegen Wiedereinführung
Keine Euphorie für alte Autoschilder - Landkreis gegen Wiedereinführung
Osnabrück. Wenn es nach dem Landkreis Osnabrück geht, sollen alte Auto-Kennzeichen wie BSB, WTL oder MEL nicht wieder zugelassen werden. Das teilte jetzt Kreisrat Winfried Wilkens den Mitgliedern des Ausschusses für Feuerschutz und Ordnung mit.
Hintergrund: Das niedersächsische Verkehrsministerium hatte die Kommunen im Land angeschrieben und um ein Stimmungsbild zur möglichen Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen gebeten. Vorausgegangen war ein Beschluss der Konferenz der Verkehrsminister, dass ehemalige Autokennzeichen unter bestimmten Voraussetzungen und mit Zustimmung der Kommunen wieder vergeben werden sollen. Im Landkreis Osnabrück wären dies MEL (Melle), BSB (Altkreis Bersenbrück) und WTL (Altkreis Wittlage).
„Wir beabsichtigen nicht, das dafür erforderliche Einvernehmen zu erteilen“, teilte jetzt Wilkens in erwähnter Ausschuss-Sitzung mit. 40 Jahre nach der Kreisgebietsreform könne der Landkreis kein generelles Bedürfnis dafür erkennen, „auch wenn es durchaus noch interessierte Menschen gibt“. Darüber hinaus hätten der Landkreis Osnabrück und seine Kommunen in den zurückliegenden Jahren stark an der Etablierung der Marke „Osnabrücker Land“ gearbeitet. Wilkens: „Die sollten wir pflegen und keine Konkurrenzmarken aufmachen.“ Schließlich sei noch festzuhalten, dass die Mitarbeiter in den Zulassungsstellen schon jetzt an der Belastungsgrenze arbeiteten. Weitere Aufgaben würden diese Situation verschärfen.
Und auch die Mitglieder des Ausschusses können für die alten Kennzeichen keine Euphorie entfachen: „Das ist kleinkarierte Nostalgie, der wir nicht Rechnung tragen sollten“, meinte zum Beispiel Volker Theo Eggeling (SPD). Sein alternativer Vorschlag: Derjenige, der unbedingt WTL, MEL oder BSB haben wolle, solle sich doch einen entsprechenden Aufkleber ans Auto machen. Rolf Gelinsky (CDU) bewertete die aktuelle Diskussion gar als völlig überflüssig. Mehr noch: „Die Hochschule Heilbronn ist ein Karnevalsverein“, verpasste er noch einen Seitenhieb in Richtung Heilbronn, wo auch eine Liberalisierung der Kennzeichen gefordert wird.
Bad Essens Bürgermeister Günter Harmeyer (der auch Sprecher der Bürgermeisterkonferenz ist) teilte auf Anfrage mit, dass sich die Runde der Verwaltungschefs am 2. Februar mit dem Thema beschäftigen wolle. Allerdings könne er sehr gut die Argumente von Wilkens nachvollziehen, zumal bereits seit 40 Jahren an der Marke „Osnabrücker Land“ gearbeitet werde. Selbst während der Landesgartenschau 2010 in seiner Gemeinde sei stets und bewusst großer Wert darauf gelegt worden, bei der Bewerbung immer das Osnabrücker Land zu erwähnen.
Harmeyer abschließend: „Ich habe nicht das Gefühl, dass es in der Bürgermeisterkonferenz eine große Mehrheit für die alten Kennzeichen gibt.“
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