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Mit dem Hund in der Bahn: So geht‘s
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Autor: Hlawatsch Carolin 24. Januar 2012 14:46 Uhr

Ein Tiertransport der besonderen Art – Keine Sitzplatzreservierung für Hunde

Mit dem Hund in der Bahn: So geht‘s

Osnabrück/Bielefeld. „Achtung Tiertransport“ steht auf dem kleinen Schild, das an seinem Rucksack baumelt. Seine Jackentaschen sind voller Hundeleckerlis. Gespannt macht sich Klaus Richter aus Bielefeld auf den Weg – in ganz besonderer Mission: Sein Rauhaardackel Charly soll das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln lernen.

 
Neu und aufregend: Rauhaardackel Charly und Klaus Richter üben das Bahnfahren – mit Erfolg. Foto: Carolin Hlawatsch  Vergrößern

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Die Reise geht mit dem Zug von Bielefeld nach Osnabrück. Dort warten Richters Freunde, selbst Hundebesitzer, schon gespannt auf den Reisebericht des Duos, das viele Blicke auf sich zieht. „Guckt mal schnell! Habt ihr so was schon gesehen?“, stupst eine Passantin ihre Freundinnen an, die Hund und Herrchen erstaunt kichernd hinterherblicken. Denn der Dackel läuft nicht an der Leine – sein strubbeliger Kopf guckt oben aus dem Rucksack heraus.

„Kann der denn nicht laufen?“, fragen Mitfahrer im Zug. Richter erklärt, dass sein Hund auf diese Weise viel besser zu handeln sei. „Charly ist ein unruhiger Geselle. Im Rucksack stört er die anderen Leute nicht so“, sagt er und fügt den wichtigsten Grund hinzu: „Dackel sollen nicht so oft Treppen steigen, sonst kann es zu einer Schädigung der Wirbelsäule kommen.“ An den Bahnhöfen und beim Ein- und Umsteigen vermeidet der Hundebesitzer diese Hindernisse für Charly eben durch das Tragen im Rucksack.

Am Zielort angekommen, darf der Rauhaardackel heraus aus der Tasche und seine vier Beinchen wieder selbst in Bewegung setzen.

Die erste Zugfahrt ist für den zweijährigen Charly sehr aufregend. Er ist große Menschenmengen nicht gewohnt, da er seine ersten eineinhalb Lebensjahre in einem Zwinger verbrachte. Richter übernahm den Hund von den Vorbesitzern, weil diese zu alt waren und sich deshalb nicht mehr um das Tier kümmern konnten.

Charly ist deshalb kaum erzogen und muss noch sehr viel lernen. „Auf einer Waldwanderung habe ich ihn ab und zu in den Rucksack hineingesetzt. Der ist mit einer Kuscheldecke ausgepolstert“, berichtet der Hundehalter.

Und Charly scheint sich in seinem Rucksack tatsächlich wohlzufühlen. Erst beim Einsteigen in die Bahn fängt er an, laut zu bellen. Richter verschiebt den Rucksack auf seinem Schoß so, dass der Hund aus dem Fenster gucken kann. So wie er es auch beim Autofahren gerne macht. Das hilft.

Charly beobachtet die vorbeiziehende Landschaft, mampft hin und wieder ein Leckerli, lässt sich aufgeregt den Kopf von anderen Passagieren streicheln und zuckt mit den Ohren, wenn die nächste Haltestelle im Lautsprecher angesagt wird.

Erst als in Dissen ein anderer Hund zusteigt und bei der Ankunft am Osnabrücker Bahnhof kommt wieder ein bisschen Unruhe auf. „Pscht, ist ja gut Charly!“, versuchen nun auch hundefreundliche Mitreisende das Tier zu beruhigen. „Und wie ist’s gelaufen?“, fragen Richters Osnabrücker Freunde. „Eine entspannte Zugfahrt ist was anderes, aber Charly hat schon dazugelernt“, antwortet Richter.

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